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Antriebe Mechanisch einfach – aber effektive Antriebstechnik für die Industrie

| Redakteur: M.A. Bernhard Richter

Nicht jeder braucht mikrometergenaue, schnelle Antriebssysteme – für viele Hebe- und Verstellvorgänge sind völlig andere Eigenschaften gefragt...

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Zu den Kernprodukten im Lock Antriebstechnik Produktportfolio zählen die Elektroantriebe EWA. Langsam laufend, mit selbsthemmendem Schneckengetriebe und integriertem Endschalter stellen sie hohe Kräfte und Momente bereit.
Zu den Kernprodukten im Lock Antriebstechnik Produktportfolio zählen die Elektroantriebe EWA. Langsam laufend, mit selbsthemmendem Schneckengetriebe und integriertem Endschalter stellen sie hohe Kräfte und Momente bereit.
(Bild: Lock Hebetechnik)

Ob Hebe- und Arbeitsbühnen, höhenverstellbare Wartungsplattformen oder Verstelleinrichtungen von Förderbändern und Solartrackern – im industriellen Umfeld gibt es viele Anwendungen, in denen leistungsstarke, wartungsarme und unkomplizierte Antriebssysteme gefragt sind. So ist es nicht verwunderlich, dass die Auftragsbücher der herstellenden Unternehmen voll sind. – Lock Antriebstechnik ist eine davon. Vertriebsleiter Christoph Veit von Lock Antriebstechnik nennt den Grund für die robuste Ausführung der Lock-Produkte: „Wir kommen ursprünglich aus dem Gartenbau, wo unsere Hebe- und Verstelleinrichtungen für Gewächshäuser schon seit über 50 Jahren im Einsatz sind. Dabei kommt es auf große Kräfte an, die unabhängig von Schmutz, Feuchtigkeit und Kälte zuverlässig wirken. Für derartige Einsatzfälle haben wir Zahnstangenwinden und -getriebe entwickelt, die sich durch Robustheit und durch ihre Selbsthemmung auszeichnen.“

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Bis Ende der 1950er Jahre nutzten die Gärtner Handkurbeln, um die Zahnstangengetriebe anzutreiben. Dann sorgte Lock mit ersten elektrischen Antriebslösungen für Erleichterung. Über die Jahre hinweg entstanden zahlreiche Varianten – und Antriebs-Know-how bei den Lock-Mitarbeitern. Neben dem Garten-, Stall- und Glasbau kommen die Erfahrungen heute auch verschiedensten industriellen Branchen zugute, wie Vertriebsleiter Veit weiß: „Wir beliefern schon seit vielen Jahren Unternehmen aus dem Flugzeug- und Fahrzeugbau, der Verfahrens- oder Gebäudetechnik. Unsere Antriebe kann man außerdem in Anlagen zur Klärschlammtrocknung finden und in Solartrackern.“ Auch in Betonwerken und Mälzereien sind Lock-Lösungen unter extremen Schmutzeinwirkungen, hoher Luftfeuchtigkeit sowie starken Temperaturschwankungen präsent.

Hemmend, effizient, wartungsarm

Beliebt an den Lock-Produkten sind, laut dem Unternehmen, die hochwertige mechanische Antriebs- und Getriebeausführung, die durch ihre dynamische Selbsthemmung Vorteile bietet. Diese liegt vor, wenn z.B. ein laufendes Getriebe nach dem Abschalten des Motors, selbsttätig zum Stillstand kommt. Damit lassen sich große Lasten ohne zusätzliche Bremse sicher halten, was bei bestimmten Systemen wichtig ist. Zudem sollen Lock-Antriebe sehr sparsam sein: Lasten im Haltezustand benötigen keine Energie. Hinzu kommt, dass die Antriebe im Gegensatz zu hydraulischen oder pneumatischen Aggregaten kaum Wartungs- und Pflegeaufwand benötigen.

Diese grundsätzlichen Stärken gelten für die gesamte, breite Produktpalette. Dazu gehören noch immer die manuell betriebenen Handzahnstangenwinden und Zahnstangengetriebe, die sich optimal zum Heben und Senken von Schiebern, Förderanlagen und Arbeitstischen eignen. Sie stehen für Lasten bis zu 15.000 N zur Verfügung. Christoph Veit weist darauf hin, dass es zum Lock-Selbstverständnis gehört, „dass die Nennlastangaben Minimalwerte sind und keine Maximalangaben, wie bei manch anderen Herstellern. Deshalb sind unsere Antriebe für ihre hohen Belastungsreserven im dynamischen und statischen Bereich bekannt.“

Zug und Druck belastbar

Das gilt auch für die elektrische Zahnstangenwinde EZW, deren erstes Modell 1959 auf den Markt kam. Je nach Ausführung ist sie mit 5000 N bis 30.000 N auf Zug und Druck belastbar. Im Vergleich zu in der Industrie häufig verwendeten Spindelantrieben sind Zahnstangenantriebe ungleich robuster, weshalb sie gerne im härtesten industriellen Umfeld eingesetzt werden, um punktuelle Lasten sicher und zuverlässig zu bewegen.

Ein Erfolgsmodell von Lock ist der Elektroantrieb EWA, der in etwa 1000 Varianten zur Verfügung steht. Über 500.000 dieser Elektroantriebe wurden, laut Lock, bereits montiert und ausgeliefert. Kerneigenschaften sind der langsame Lauf – die Drehzahlen liegen zwischen 1 min-1 bis 10 min-1 – und Drehmomente von 50 Nm bis 1500 Nm. Im Standard mit selbsthemmendem Schneckengetriebe und integriertem Endschalter ausgestattet, verrichten sie ihre Arbeit jahrzehntelang ohne jeden Wartungsaufwand. Durch ihre Schutzklasse IP55 sowie optional erhältliche Edelstahl-Ausgangswellen und Kälteöl lassen sie sich problemlos auch bei niedrigen Temperaturen im Außenbereich einsetzen.

Alle elektrischen Antriebe von Lock verfügen über integrierte Endschalter, was ihre Installation gegenüber externen Endschalterlösungen sehr einfach und zuverlässig machen soll. Optional stehen zwei Stellungsrückmelder zur Verfügung. Neben dem bewährten PAR 06, der aus einem Potentiometer die jeweiligen Positionen an die Regelung zurückmeldet, stellte Lock kürzlich den neu entwickelten PAR 10 Stellungsrückmelder vor. Dies sei ein programmierbarer Multiturn-Sensor, der durch seine hohe Auflösung ein exaktes Positionieren ermöglichen kann.

Getriebebaureihe für Hebebühnen

Ein gutes Beispiel dafür, wie Lock auf neue Anforderungen reagiert, sei, wie das Unternehmen sagt, die jüngst entwickelte modulare Getriebebaureihe Modu-Rack. Durch ihre Blockgehäuse und die vielseitigen Befestigungsmöglichkeiten sind diese Getriebe ideal für industrielle Anwendungen beispielsweise in Arbeitshebebühnen geeignet.

Neuentwicklungen wie diese haben dazu beigetragen, dass Lock heute über ein Produktportfolio verfügt, mit dem sich unterschiedliche Hebe-, Verstell- und Positionieraufgaben bis 10 t möglich machen lassen.

Der Produktbaukasten des Unternehmens enthält Antriebe, Kupplungen, Zahnstangen, Getriebe, Steuerungen und Zubehör in großer Variantenzahl, die sich, laut eigener Aussage, durch das modulare Konzept untereinander kombinieren lassen können. So lassen sich vertikale und horizontale, kippende und drehende Bewegungen realisieren und Lasten in Punkt, Linie oder Fläche bewegen.

Interessant daran sei, dass ein so ausgelegtes System, bei dem mehrere Zahnstangengetriebe mit einem Elektroantrieb verbunden sind, mechanisch synchronisiert arbeiten kann und dafür nicht auf steuerungstechnische Unterstützung angewiesen ist.

Qualität schafft Vertrauen

Dass die Kunden mit den Lock-Produkten und -Dienstleistungen sehr zufrieden seien, belegt das Unternehmen mit einer Umfrage, nach der die Kundenzufriedenheit bei 97,4 % liege. Jochen Blersch, Produktmanager bei Lock hat dafür ein Erklärung: „Lock hat mit seinen rund 100 Mitarbeiter und dem modernen Maschinenpark genügend Kapazität, um die umfangreiche Produktpalette von Stückzahl ein bis zu größeren Serien in gleichbleibend hoher Qualität zu liefern. Gleichzeitig sind wir so flexibel, um auf spezielle Kundenwünsche eingehen zu können.“

Die Fertigungstiefe liegt bei 70 % bis 80 %, so dass Lock die Qualität seiner Produkte selbst in der Hand hat. Auch bei zugekauften Produkten legt Lock eigene Maßstäbe an. „Wir verwenden keine Standard-Elektromotoren“, erklärt Jochen Blersch weiter, „sondern ausschließlich Motoren, die für jede Version und jede Variante kennlinienoptimiert wurden.“

Zu der für Lock wichtigen Qualität und Zuverlässigkeit gehören zudem kurze Lieferzeiten und flexibler Service und individuelle Beratung. „Wenn der Kunde anruft, erwartet ihn am Telefon kein Callcenter-Mitarbeiter, sondern ein Gesprächspartner, der nicht nur unmittelbar weiterhelfen will – sondern auch kann.

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