Industrie-PC Leistungsstarker Industrie-PC im Mini-Gehäuse

Redakteur: Jan Vollmuth

Der neue IPC von Beckhoff ist universell für Automatisierungs-, Visualisierungs- und Kommunikationsaufgaben einsetzbar. Wie Roland van Mark, Product & Marketing Management Industrial PC, im Interview* erläutert, erschließt die Lösung auch Anwendungsbereiche, die der IPC-Technologie bisher aus Kosten- oder Platzgründen verschlossen waren.

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Passt auf einen Bierdeckel: Der Ultra-Compact-IPC C6015 von Beckhoff ist extrem platzsparend und bietet ausreichend Leistung für kleine und mittlere Automatisierungsaufgaben.
Passt auf einen Bierdeckel: Der Ultra-Compact-IPC C6015 von Beckhoff ist extrem platzsparend und bietet ausreichend Leistung für kleine und mittlere Automatisierungsaufgaben.
(Bild: Beckhoff Automation GmbH & Co. KG)

Wie positioniert sich der Ultra-Compact-IPC C6015 im Beckhoff-Portfolio und hinsichtlich potenzieller Anwendungsbereiche?

Mit nur 82 x 82 x 40 mm baut der C6015 um den Faktor 3 kompakter als der C6905, der bisher kleinste Schaltschrank-IPC in unserem Portfolio. Mit einer Kostenersparnis von rund 25 % reiht er sich zudem deutlich unterhalb der bisher günstigsten x86-PCs von Beckhoff ein. Die Bereiche Automatisieren, Visualisieren und Kommunizieren bei kleineren und mittleren Anwendungen lassen sich somit äußerst kostengünstig und mit minimalem Footprint realisieren. Hinzu kommen Einsatzfelder, in denen man bislang noch keine PC-basierte Steuerungstechnik einsetzt oder mit großem Aufwand Motherboards als kundenspezifische Lösungen integriert.

Welches sind die wichtigsten Kenngrößen des C6015?

Das wesentliche Merkmal ist die extrem kompakte Bauform, ohne dass hierfür Kompromisse hinsichtlich der Industrietauglichkeit gemacht werden. Dies belegen u. a. die hohe Rechenleistung der integrierten Intel-Atom-CPU mit bis zu vier Prozessorkernen und das Design als rein passiv gekühltes, langzeitverfügbares Gerät im robusten Aluminium-Zinkdruckguss-Gehäuse. Auch alle bekannten Industriemerkmale wie z. B. ein erweiterter Temperaturbereich bis +55 °C oder hohe Schwingungs- und Schockfestigkeit sind gegeben. Eine derart hohe Leistungsdichte, gepaart mit allen erforderlichen Schnittstellen und ausgelegt für das Maschinenumfeld, hat es aus meiner Sicht bisher noch nicht gegeben.

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Wie konnte eine solch kompakte Bauform erreicht werden?

Grundvoraussetzung für diesen extrem kompakten Einplatinenrechner war das tiefgehende Know-how unserer eigenen Motherboard-Entwicklung. Mitentscheidend waren aber auch die Anforderungen und Bedürfnisse der Anwender: Der Ultra-Compact-IPC sollte alle notwendigen Schnittstellen für typische Automatisierungsaufgaben mitbringen. Neben der Spannungsversorgung sind dies zwei unabhängige Ethernet-Ports, ein USB-2.0- und ein USB-3.0-Port sowie ein DisplayPort-Anschluss. Und letztendlich ist es sogar diese Schnittstellenausstattung, die die Größe bestimmt. Denn im Sinne einer möglichst einfachen Verdrahtung müssen all diese Interfaces an einer Seite untergebracht werden, was zur Kantenlänge von 82 mm führt.

Wie wirkt sich die Auslegung auch für extrem beengte Platzverhältnisse hinsichtlich der Montage aus?

Bei der minimalen Bauform des C6015 benötigen die sechs Schnittstellen mit den entsprechenden Steckern und Kabeln fast mehr Platz als der IPC selbst. Daher ist entscheidend, dass der Ultra-Compact-IPC mit seiner Anschlussebene genau passend zur meist vom Maschinenlayout vorgegebenen Kabelzuführung montiert werden kann. Erreicht wird dies durch ein sehr flexibles Montagekonzept. So ist – über zwei verschiedene Montagerahmen – sowohl die vertikale und horizontale Rückwandbefestigung als auch ein Aufschnappen auf die Hutschiene möglich. Außerdem lässt sich der C6015 durch seinen symmetrischen Kühlkörper im entsprechenden Montagerahmen frei positionieren. Negative Auswirkungen auf die Wärmeableitung hat ein solches Drehen des IPC nicht, da der aus Kühlfingern aufgebaute Kühlkörper die Wärme in alle Richtungen gleichermaßen gut ableitet. Auf diese Weise kann man die Anschlussebene exakt in Richtung der ankommenden Kabel ausrichten. Bislang war dies in vielen Fällen nicht möglich, sodass letztendlich das Maschinendesign den Einsatz eines Industrie-PC verhindert hat.

Welche Vorteile bietet der Aufbau als Einplatinen-IPC?

Die Produktion als Einplatinen-IPC und dazu noch in der eigenen Elektronikfertigung führt dazu, dass der C6015 nicht nur sehr kompakt ist, sondern auch äußerst effizient und zuverlässig hergestellt wird. Der Anwender erhält also ein qualitativ sehr hochwertiges und dennoch kostengünstiges Produkt. Ein wichtiger Aspekt ist hierbei die Qualitätskontrolle, die komplett in der eigenen Fertigung am Standort Verl vorgenommen wird. Wir testen die Platine beispielsweise nach der Bestückung, in einer Wärmeprüfungvor und nach der Montage in das Gehäuse und mit einem finalen Test des fertigen IPC.

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