Zirkuläres Engineering
Kreislaufwirtschaft beginnt in der Konstruktion

Von Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler 6 min Lesedauer

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Neue EU-Vorgaben, knappe Rohstoffe und unsichere Lieferketten setzen den Maschinenbau unter Druck. Zirkuläres Engineering schafft Lösungen: Der Beitrag zeigt, wie Konstrukteure Produkte langlebiger, reparierbarer und recyclingfähiger entwickeln – und welche digitalen Technologien sie dabei unterstützen.

Kreislauffähige Produkte entstehen, wenn Konstruktion, Werkstoffe und Geschäftsprozesse zusammengedacht werden.(Bild:  © Zaldy – stock.adobe.com_KI-generiert)
Kreislauffähige Produkte entstehen, wenn Konstruktion, Werkstoffe und Geschäftsprozesse zusammengedacht werden.
(Bild: © Zaldy – stock.adobe.com_KI-generiert)

Die deutsche Industrie hat eine Achillesferse: Bei kritischen Rohstoffen wie Lithium, Nickel und Seltenen Erden besteht eine nahezu vollständige Importabhängigkeit. Geopolitische Spannungen machen geschlossene Materialkreisläufe zu einem strategischen Schlüssel für die Versorgungssicherheit und Zukunftsfähigkeit des Maschinenbaus.

Eine Studie der Boston Consulting Group im Auftrag des BDI untermauert das enorme ökonomische Potenzial: Demnach kann die zirkuläre Bruttowertschöpfung in Deutschland bis 2045 auf bis zu 125 Milliarden Euro steigen (kumuliert bis zu 880 Milliarden Euro zusätzliche Wertschöpfung). Durch Recycling und Wiederverwendung könnten 20 bis 40 Prozent der strategischen Rohstoffimporte ersetzt werden. Für den Maschinenbau eröffnen sich neue Märkte für zirkuläre Anlagen und Softwarelösungen von über 150 Milliarden Euro. Zudem versprechen Geschäftsmodelle wie Remanufacturing und Refurbishment höhere Margen bei verringertem Materialeinsatz.