Veranstaltung Kleb- und Dichttechnik in Lackierstraßen

Redakteur: Brigitte Michel

Mehr als 140 Besucher aus der Automobilindustrie kamen im Oktober zu den „Lacktagen“ von SCA. Der Spezialist für Kleb- und Dichttechnik stellte seinen Kunden zahlreiche Neuheiten für den Einsatz in Lackierstraßen vor: zum Beispiel einen Düsenbahnhof für automatischen Düsenwechsel, ein Temperiergerät zum Nachrüsten oder eine Technik, um auch im Airlessverfahren randscharfe Nähte zu erreichen.

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Speziell geformte Düsen erreichen auch versteckte Stellen.
Speziell geformte Düsen erreichen auch versteckte Stellen.
(Bild: SCA)

Kleb- und Dichttechnik-Anwendungen für Lackierstraßen der Automobilindustrie war das beherrschende Thema der Lacktage bei SCA. Dazu zählen beispielsweise Applikationen wie Nähte abdichten, Dämpfungsmassen einbringen oder Flächen mit einer abziehbaren gummiartigen Maske schützen, um an diesen Stellen später, nach dem Lackieren, prozesssicherer kleben zu können.

„Bei allen Anwendungen stehen die Möglichkeiten im Vordergrund, Klebe-, Dicht- und Dämmstoffe präzise und prozesssicher aufzubringen – ob automatisiert oder manuell“, betonte Olaf Leonhardt, Geschäftsbereichsleiter Fahrzeugindustrie bei SCA. Viele dieser Applikationen, die allesamt nach der kathodischen Tauchlackierung stattfinden, sind erst in neuerer Zeit in die Lackierereien eingezogen; Geräuschdämmungen etwa wurden noch vor zehn bis fünfzehn Jahren mit fertigen Matten umgesetzt und werden heute über flüssige Akustikmassen appliziert.

Weitere Anwendungen in Lackierereien finden sich an fortgeschrittener Stelle im Fertigungsprozess, nachdem das Fahrzeug schon fertig lackiert ist. Denn der zunehmende Einsatz von Mischbauweisen erfordert zusätzliche strukturelle Klebstoff-Anwendungen, die wegen der unterschiedlichen Längenausdehnungskoeffizienten der Werkstoffe erst nach der Lackierung vorgenommen werden. Ein Beispiel ist das Einsetzen von Alu-Dächern.

SCA stellte seinen Besuchern zahlreiche Neuheiten vor, die zum Großteil auf konkrete Marktanforderungen zurückgehen. Dazu gehören zum Beispiel:

Eine kompakte und leichte Applikationseinheit, die sich ohne Nachfüllzeiten betreiben lässt. Dies wurde mit einer Dosiereinheit umgesetzt, die sowohl einen Druckregler als auch eine Durchflussmesszelle enthält, so dass der Anwender zwischen Druck- und Fließregelung wechseln kann.

Eine PC-freie Stand-alone-Temperiereinheit zum Kühlen und Heizen von Materialien. Hierfür hat SCA die Peltiertechnologie in die Steuerungsplattform SYS6000 eingebunden. Damit können Temperiereinheiten nun ganz einfach per Plug and play nachgerüstet werden.

Ein Düsenwechselbahnhof, der den flexiblen Düsenwechsel per Roboter ermöglicht. Dies ist bei Sichtnähten wichtig, wenn unterschiedliche Düsen benötigt werden, um eine optimale Nahtgeometrie zu erhalten. SCA bietet dazu außerdem eine nachgelagerte Düsenvermessung an. Hierbei wird überprüft, ob die Düse verbogen ist – was zu Problemen im Prozess führen könnte – und ob sie richtig am Roboter sitzt.

Die Maskierung von Unterbodenschutz-Applikationen: Overspray an Sichtkanten – unschöne Ausfransungen des Dichtstoffs an den Rändern, die beim Auftrag mit Airlessdüsen entstehen – lässt sich ab sofort mit einer speziellen Maskierung vermeiden. Für diese Anwendung montiert SCA einen drehenden Teller mit Abstreifer über die Düse, so dass der Airlessstrahl maskiert wird. Das Restmaterial wird in einem Reservoir aufgefangen und wiederverwendet.

Unterbodenschutz ohne Overspray: Immer mehr Anwender fordern für große Flächen ein randscharfes und sprühnebelfreies Unterbodenspritzen ohne Maskierung. Mit dem Airless-Verfahren ist dies nicht möglich. Eine Alternative ist nun der Einsatz einer Flachstrahldüse mit volumenstromgeregelter Applikation.

Mit all diesen Neuheiten bekommen Anwender ihre Prozesse besser in den Griff, erzielen bessere Nähte oder senken den Materialverbrauch. (bm)

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