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E-Antrieb Elektrische Achse sorgt für Vortrieb im London-Taxi

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Im London-Taxi TX E-City von LEVC sorgt ein elektrischer Antrieb von GKN für den nötigen Vortrieb. Der koaxial-Antrieb arbeitet an der Hinterachse des elektrischen TX-Modells von LEVC. Dieser Antrieb bietet extrem viel Platz im Taxi.

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Der Antrieb erfolgt im Elektro-Taxi stets über die elektrische Hinterachse. Die Reichweite für eine Batteriefüllung beträgt beim LEVC TX E-City bei 129 Kilometern, gemessen nach der ECE-Norm. Mit Range Extender ergeben sich bei Bedarf weitere 607 Kilometer.
Der Antrieb erfolgt im Elektro-Taxi stets über die elektrische Hinterachse. Die Reichweite für eine Batteriefüllung beträgt beim LEVC TX E-City bei 129 Kilometern, gemessen nach der ECE-Norm. Mit Range Extender ergeben sich bei Bedarf weitere 607 Kilometer.
(Bild: GKN)

Beim koaxialen E-Antrieb wird eine der Antriebswellen „koaxial“ innerhalb der Motornabe zum Antriebsrad geführt, wodurch eine extrem raumsparende Bauweise bietet. Das Antriebskonzept wurde zunächst für Volvo-XC 90 für die T8-Hybridbaureihe mit zwei verschiedenen Motoren im Antriebsstrang entwickelt. Bei diesem Baumuster, wie im Volvo verwendet, spricht man vom „Axle-Split“-System. Hier übernimmt die Hinterachse mit einem 60 kW / 82 PS starken E-Motor die Rolle des Sekundärantriebs. Er arbeitet im Volvo abwechselnd oder zusammen mit dem Verbrennungsmotor, der die Vorderräder antreibt.

Range-Extender: Jedes Fahrtziel ohne Nachladen erreichen

Im Elektro-Taxi vom Typ TX E-City arbeitet die Achse von GKN dagegen als einzige Antriebsachse, die stets allein für Vortrieb sorgt. Dem Taxibetrieb angepasst kommt auch ein stärkerer Elektromotor mit 120 kW / 163 PS zum Einsatz. Ein kleiner Verbrennungsmotor im vorn liegenden kompakt-Motorraum des LEVC TX übernimmt in Tandem-Anordnung bei sinkender Batterieladung die Rolle des Range-Extenders. Er sorgt dafür, dass jedes Fahrtziel ohne Nachladen erreicht wird.

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Der Antrieb erfolgt im Elektro-Taxi stets über die elektrische Hinterachse. Die Reichweite für eine Batteriefüllung beträgt beim LEVC TX E-City bei 129 Kilometern, gemessen nach der ECE-Norm. Mit Range Extender ergeben sich bei Bedarf weitere 607 Kilometer. Für den Ladebetrieb im Stadtbereich, der natürlich für den Taxi-Betrieb mit häufigen Standzeiten besonders sinnvoll ist, werden bis zum Jahr 2020 insgesamt 300 neue Starkstrom-Ladestationen installiert. 150 dieser Ladestationen kommen noch im laufenden Jahr 2018 zum Einsatz, von denen allein 90 exklusiv für den Betrieb von elektrischen Taxis vorbehalten sind.

Untersetzungsgetriebe, offene Differential, Achsabtrieb und E-Motor in einem Gehäuse

Die koaxiale E-Achse für das TX-Taxi von LEVC wurde in allen Details speziell an die Anforderungen im neuen Umfeld angepasst, auch was die Fahrdynamik für den Stadtverkehr angeht. Das Basis-Layout teilt sich die Achse mit dem Antriebs-Baukasten, der auch für den Volvo-Hybridantrieb verwendet wird. Die Baueinheit von GKN wiegt nur 17 Kilogramm und weist insgesamt einen mechanischen Wirkungsgrad von 97,5 Prozent auf. Phil Swash, Chef der Driveline-Division von GKN, sagt: “Das London-Taxi ist weltberühmt. Und wir sind extrem stolz darauf, dass die neue abgasfrei laufende Generation mit unserer Hilfe auf die Räder kommt. Die Senkung der Stickoxid-Emissionen wird für den Stadtverkehr der Zukunft immer wichtiger, und die neue Taxi-Generation spielt für London eine tragende Rolle beim Erreichen dieser Ziele“.

“Dieses Projekt kann wieder einmal als Vorbild dafür dienen, wie anpassungsfähig unsere Achsen sind, wenn man sie an verschiedene Einsätze adaptieren muss. Sie passen wahlweise zu Hybrid- oder Elektroantrieb. LEVC – eine Tochterforma des Autoherstellers Geely - ist in diesem Fall der jüngste Fahrzeughersteller, der von der Anpassungsfähigkeit unserer Technik sowie der daraus folgenden Anpassungsfähigkeit Vorteil ziehen“.

Innerhalb der koaxial funktionierenden Achskonstruktion sind alle Komponenten auf möglichst enges Package hin optimiert. Das Untersetzungsgetriebe, das offene Differential, der Achsabtrieb und der E-Motor sitzen im gleichen Gehäuse. Dessen kompakte Abmessungen bieten bedeutende Vorteile bei der Unterbringung direkt im Chassis des neuen Taxis.

Weil der als Range Extender fungierende Verbrennungsmotor im Motorrad-Format unter der vorderen Haube als Tandem-Hybrid stets nur über den Generator wirkt, entfällt auch die Kardanwelle. Die flach gestaltete Bodengruppe des Fahrzeugs profitiert von dieser Bauweise und bietet neben dem Platz für ein großes Batteriepaket eine ungewöhnliche Geräumigkeit im Inneren.

Die Fertigung des neuen TX eCity ist bereits angelaufen. Hierfür wurde bei LEVC extra eine neue Fertigungsstätte in Ansty nahe Coventry geschaffen. Das neue Elektro-Taxi passt exakt zu den neuen strengeren Vorschriften für die Lizenzen im Personentransport für London, die zum 1. Januar 2018 in Kraft getreten sind. Sie fordern für jedes neu lizensierte Taxi eine Reichweite von mindestens 30 Meilen (48,3 Kilometer) unter rein elektrischem Antrieb, und setzen ein Limit für die CO2-Emission von 50 g/km*. (jup)

*Die neuen Vorschriften zur Lizenzvergabe von Taxis in London schreiben die sogenannte ZEC-Defintion (Zero Emission Capable = Fähigkeit zu emissionsfreier Fahrt) strikt vor.

So müssen alle für die Londoner Umweltzone künftig zugelassenen sogenannten „Hackney Carriages“ zum Personentransport unter 50 g CO2/km nach ECE-Messung liegen und mehr als 48,3 Kilometer mit rein elektrischem Antrieb zurücklegen können. Für private Mietwagen und Chauffeurdienste erfolgt noch eine gesonderte Zuordnung.

(ID:45120957)