Nachhaltigkeit E-Bike aus recyceltem Kunststoff

Von Igus 3 min Lesedauer

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Igus zeigt auf der Eurobike in Frankfurt erstmals ein E-Bike, das zur Hälfte aus recycelten Fischernetzen besteht. Das wartungsfreie Elektrofahrrad basiert auf dem erprobten Igus:Bike und wird 2.500 Euro kosten. 

Igus hat ein wartungsfreies E-Bike entwickelt. Es besteht zu 50 Prozent aus recycelten Fischernetzen.(Bild:  Igus)
Igus hat ein wartungsfreies E-Bike entwickelt. Es besteht zu 50 Prozent aus recycelten Fischernetzen.
(Bild: Igus)

Verstopfte Straßen und schlechte Luft: Immer mehr Menschen wollen ihr Auto in den Städten stehen lassen und auf das Fahrrad umsteigen, um schneller von A nach B zu kommen und CO2-Emissionen zu reduzieren. Rund jedes zweite neu gekaufte Fahrrad in Deutschland ist inzwischen ein E-Bike, zeigt eine Marktanalyse der Unternehmensberatung EY. Auf der Eurobike-Messe stellt Igus deshalb eine elektrische Variante seines Igus:Bikes vor und reagiert damit auf die wachsende Nachfrage nach wartungsarmer E-Mobilität in Städten. Das rein mechanische Vorgängermodell hat seine Robustheit bereits 1,5 Jahre auf einer Welttournee unter Beweis gestellt. Es bildet die Grundlage für das neue elektrische Fahrrad. 

Das E-Bike besteht wie das Vorgängermodell zu 50 Prozent aus recycelten Fischernetzen. Der Preis liegt bei 2.500 Euro. „Wir sind überzeugt davon, ein E-Bike auf den Markt zu bringen, das nicht nur besonders langlebig ist, sondern konsequent im Kreislauf gedacht wird“, sagt Jens Boldt, Leiter des Geschäftsbereichs Igus:Bike.

Beflügelt sind Boldt und sein Team von der Welttournee, die das Vorgängermodell durch 25 Länder führte. Das Kunststofffahrrad legte knapp 6.000 Kilometer zurück und stellte in verschiedenen Klimazonen bei Wind und Wetter seine Beständigkeit unter Beweis. „Die Tour hat uns wertvolle Erkenntnisse geliefert“, erklärt Boldt.

E-Bike besteht zur Hälfte aus Kunststoff

Das neue E-Bike ist zu 50 Prozent aus Kunststoff gefertigt, vom Fahrradrahmen über die Laufräder und die Sattelstütze bis hin zum Lenker. Metall setzte der Hersteller nur dort ein, wo es technisch aktuell notwendig ist, etwa bei der Federgabel, den Bremsscheiben und Bremszügen. Konzipiert ist das E-Bike für den Stadtverkehr: Das Singlespeed-E-Fahrrad wiegt rund 20 Kilogramm und arbeitet mit einem 60-Newtonmeter-Hinterradmotor und einem Zahnriemen aus Carbonfasern und Kunststoff. Der Akku ermöglicht eine Reichweite von bis zu 120 Kilometer. Die Serienproduktion startet im dritten Quartal 2026. Das Unternehmen plant zudem eine nicht-elektrifizierte Variante mit Acht-Gang-Nabenschaltung.

Beim E-Bike-Kauf die Meere schützen

Rund ein Drittel des weltweiten Plastikmülls in den Meeren besteht laut Umweltschutzorganisation WWF aus Fischereigeräten wie Netzen und Tauen. Um dieses Müllaufkommen zu reduzieren, arbeitet Igus bei der Produktion des Igus:Bikes mit einem belgischen Partner zusammen. Er sammelt verlorene Netze von Fischerbooten in Küstennähe auf, reinigt diese und verarbeitet sie zu einem Kunststoffpulver. 

Schlankeres Rahmendesign mit markanter Optik  

„Unsere Materialwissenschaftler haben es geschafft, dass 50 Prozent des Kunststoffs für Fahrradrahmen aus diesem Recyclingmaterial bestehen können“, sagt Jens Boldt. Für die Herstellung nutzt das Unternehmen ein spezielles Verfahren, welches schon beim Vorgänger eingesetzt wurde und mit dem sich nahtlose und robuste Hohlkörper fertigen lassen. „Wir haben das Verfahren allerdings derart verfeinert, dass nun eine höhere Steifigkeit des Rahmens möglich ist. Dadurch konnten wir die Wandstärken reduzieren und das Rahmendesign wesentlich schlanker gestalten.“ Charakteristisch ist dabei die neue Konstruktion mit Sitz- und Kettenstreben auf beiden Seiten, die dem orange-schwarzen Fahrrad eine markante Optik verleiht. Weitere Komponenten wie Sattelstützen und Lenker fertigt der Hersteller im Spritzgussverfahren.

Kein Nachschmieren der Lager, kein Rost 

Sind Menschen in der Stadt unterwegs, bleibt das Fahrrad oft im Regen stehen, etwa während des Einkaufs im Supermarkt. Dann passiert es oft, dass Komponenten wie Kette, Sattelstütze, Speichen und Schweißnähte am Rahmen rosten. Die Folge: Besitzer müssen Teile aufwendig reinigen, regelmäßig warten oder sogar komplett ersetzen. Gerade bei hochwertigen Fahrrädern oder E-Bikes kann das teuer werden. „Das Igus:Bike hingegen ist nahezu wartungsfrei“, betont Jens Boldt. Es kann jahrelang im Regen stehen, ohne zu korrodieren. Zudem verursacht es an den Lagerstellen keinen Wartungsaufwand: Der Hersteller verwendet schmierfreie Gleitlager aus Hochleistungskunststoff, unter anderem an Bremshebeln, Pedalen und Dämpfern. Sie ermöglichen dank integrierter, mikroskopisch kleiner Festschmierstoffe einen dauerhaft reibungsarmen Trockenlauf ohne Schmieröl.

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