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Lineartechnik Broetje-Automation setzt bei Bearbeitungszentrum für Composites auf Y-Z-Achsportal von Indunorm

| Redakteur: Ute Drescher

Um Komponenten in Faserlegetechnologie kostengünstig in Serie herstellen zu können, war ein neuartiges Bearbeitungszentrum nötig. Herzstück der Anlage: ein robustes und leichtes Achsportal.

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Das Achsportal haben die Ingenieure von Indunorm auf Linearitäten, Winkligkeit und Positionierfehler im Raum vermessen.
Das Achsportal haben die Ingenieure von Indunorm auf Linearitäten, Winkligkeit und Positionierfehler im Raum vermessen.
(Bild: Indunorm)

Der Automobilbau setzt immer häufiger auf Faserverbundwerkstoffe“, sagt Dr. Christian Boge, Leiter Composites Automation bei der BA Composites GmbH mit Sitz im baden-württembergischen Grenzach-Wyhlen im Landkreis Lörrach, ein Tochterunternehmen der Broetje-Automation Gruppe. „Denn der Leichtbau gewinnt in dieser Branche zunehmend an Bedeutung, er sorgt für Energieeinsparung und damit für einen geringeren CO2-Ausstoß.“ Hergestellt werden insbesondere Bauteile aus der Karosseriestruktur. Bewegte Teile, die wenig wiegen, ermöglichen darüber hinaus noch weitere Kostensenkungen. Denn Lager und tragende Elemente lassen sich durch die verringerten dynamischen Beanspruchungen ebenfalls leichter gestalten – Downsizing heißt hier das Stichwort. „Wir können komplex geformte Bauteile herstellen, die dazu noch sehr fest sind“, sagt er.

Broetje-Automation hat mit dem Tochterunternehmen seine Technologiebasis ausgebaut, um auf die Entwicklungen und steigenden Anforderungen des Markts zu reagieren. BA Composites fertigt Maschinen und Anlagen, mit denen Anwender überwiegend Composite-Bauteile mit dem Automatisierten Fiber Placement (AFP) und dem sogenannten Tape-Lege-Verfahren (ATL) herstellen können. „Bei den Bearbeitungszentren handelt es sich um standardisierte wie auch um maßgeschneiderte Lösungen, die wir in enger Abstimmung mit den Kunden realisieren“, erklärt Dr. Boge. Beide Technologien zogen erfolgreich in die Produktion von Verbundstrukturen in der Luft-und Raumfahrtindustrie ein. „Für die Großserienproduktion in der Automobilindustrie ist allerdings noch kein Durchbruch in Sicht“, sagt Dr. Boge. „Und gerade in dieser Branche sehen wir ein großes Potential – insbesondere für das AFP-Verfahren. Mit der Staxx Compact 1700 haben die Ingenieure nun ein zukunftsorientiertes vierachsiges Bearbeitungszentrum entwickelt, das die Faserlegetechnologie wirtschaftlich ermöglicht.

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Ausschuss war gestern

Bei der Entwicklung war es wichtig, die Vorteile des Faserlegens mit den Anforderungen der Automobilindustrie zu kombinieren. Das heißt: Die Höhe der Produktionskosten ist für Fahrzeughersteller häufig für die Vergabe der Aufträge ausschlaggebend. „Mit unserem Bearbeitungszentrum kann der Anwender kostengünstige Kohlefasermaterialien verarbeiten. Unsere Anlage vermeidet dabei Abfall sowie Ausschuss weitestgehend. Eine integrierte Klimatechnik erlaubt die Aufstellung in normalen Produktionshallen“, beschreibt Dr. Boge. Das Bearbeitungszentrum lässt sich zudem mit Automatisierungstechnologien wie Teile- oder Palettenhandling kombinieren. „Somit verbindet der Staxx Compact 1700 diese ausgereifte Technologie mit einem soliden Verfahren und hohem Automatisierungsgrad für maximalen Durchsatz“, erläutert Dr. Boge. Eine Schlüsselkomponente in der Maschine ist ein Zwei-Achsen-Y-Z-Portalroboter in Gantry-Bauweise für die Bewegungsabläufe des Faserlegekopfs. Hierfür setzt das Unternehmen auf eine Lösung der Indunorm Bewegungstechnik GmbH mit Hauptsitz in Duisburg und einem neuen Standort in Stuttgart. „Auf der METAV in Düsseldorf haben wir uns kennengelernt“, erinnert sich Folko Ridder, Technischer Leiter bei Indunorm, der die ersten Gespräche geführt hat.

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