Autonomes Fahren Autonomer Rufbus mit Level-4-Technologie startet Testbetrieb

Quelle: Motor Ai 2 min Lesedauer

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Ein deutscher, komplett eigenentwickelter Software-Stack für autonomes Fahren geht auf die Straße: In Hagenow testet Motor Ai aktuell ein Level-4-Fahrzeug. Das Besondere: Die KI-Entscheidungen sind keine „Black Box“, sondern lückenlos rekonstruierbar.

Unterwegs auf Level 4: Im Rahmen des Testbetriebs in Hagenow erprobt MOTOR Ai seinen komplett in Deutschland entwickelten Software-Stack für autonomes Fahren.(Bild:  Motor Ai / VLP)
Unterwegs auf Level 4: Im Rahmen des Testbetriebs in Hagenow erprobt MOTOR Ai seinen komplett in Deutschland entwickelten Software-Stack für autonomes Fahren.
(Bild: Motor Ai / VLP)

Das Berliner Unternehmen Motor Ai und die Verkehrsgesellschaft Ludwigslust-Parchim (VLP) haben die technische Erprobung eines autonomen Rufbusses im öffentlichen Straßenverkehr gestartet. Aus technologischer Sicht ist das Projekt besonders interessant, da es sich um eines der wenigen Systeme handelt, dessen Software-Stack für Level-4-Autonomie vollständig in Deutschland entwickelt wurde – von der Sensorauswertung bis zur Fahrzeugsteuerung. 

Abkehr von Black-Box-Modellen

Der technologische Kern des Systems unterscheidet sich maßgeblich von vielen bisherigen KI-Modellen für autonomes Fahren. MOTOR Ai setzt auf eine kognitive KI-Architektur nach dem Prinzip der „Deep Active Inference“. Während herkömmliche Modelle oft als Black-Box agieren, deren Entscheidungswege schwer nachvollziehbar sind, baut dieses System in Echtzeit ein Modell der Verkehrssituation auf und leitet daraus logische Entscheidungen ab.
Selbst in unbekannten Situationen lassen sich diese Entscheidungen lückenlos rekonstruieren. Diese Eigenschaft ist entscheidend, um das System nach strengen europäischen und internationalen Sicherheitsstandards zertifizieren zu können.

Sensorik und Software im Real-Test

In der aktuellen Testphase in Hagenow geht es nun vor allem um die Validierung der Technik. „Es wird geprüft, wie das Zusammenspiel der Systeme unter realen Verkehrsbedingungen funktioniert – also wie Sensoren, Kameras und Software harmonieren“, erklärt Dr.-Ing. Burkhard Eickhoff, Technischer Leiter der VLP.
Da es sich um ein Level-4-Fahrzeug (das System übernimmt die Fahraufgabe unter definierten Bedingungen vollständig selbst) handelt, ist während der aktuellen Erprobungsgenehmigung noch ein Sicherheitsfahrer an Bord. Ziel des Projekts ist die Erlangung der regulären Betriebserlaubnis für den fahrerlosen Betrieb.

Meilensteine zur Betriebserlaubnis

  • Aktueller Status: Seit dem 7. Juli 2026 liegt für das erste Fahrzeug die offizielle Erprobungsgenehmigung des Kraftfahrt-Bundesamts (KBA) vor.

  • Erprobungsphase: Das Level-4-Fahrzeug wird derzeit im Rahmen dieser Genehmigung auf öffentlichen Straßen in Hagenow getestet. Zur Überwachung ist zwingend ein speziell ausgebildeter Sicherheitsfahrer an Bord.

  • Nächster Schritt: Ziel des Projekts ist die Erlangung der nationalen Betriebserlaubnis durch das KBA für den regulären, fahrerlosen Rufbusverkehr.

  • Zeitplan: VLP und MOTOR Ai rechnen damit, dass der Prozess für die reguläre Betriebserlaubnis mindestens bis ins Jahr 2027 andauern wird.

  • Hintergrund: Die Tests finden im Rahmen des Projekts „ARuf_LUP“ statt, das vom Bundesverkehrsministerium (BMDV) mit 2,34 Millionen Euro gefördert wird.

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