Multiachs-Anwendungen

Antriebsregler mit neuem Sicherheitsmodul

| Redakteur: Sandra Häuslein

Der Antriebsregler SD6 von Stöber Antriebstechnik regelt lineare und rotative Synchron-Servomotoren sowie Asynchronmotoren. Durch sein modulares Schnittstellenkonzept und sein Zubehör ist er passgenau konfigurierbar.
Der Antriebsregler SD6 von Stöber Antriebstechnik regelt lineare und rotative Synchron-Servomotoren sowie Asynchronmotoren. Durch sein modulares Schnittstellenkonzept und sein Zubehör ist er passgenau konfigurierbar. (Bilder: Stöber Antriebstechnik)

Mit dem SD6 bietet Stöber Antriebstechnik einen Stand-Alone-Antriebsregler, der sich für komplexe Aufgaben in der Automatisierung eignet. Vor allem sicherheitsrelevante Anwendungen stehen im Fokus.

Stöber Antriebstechnik bietet mit der sechsten Generation leistungsstarke Stand-Alone- sowie Anreih-Antriebsregler für hocheffiziente Multiachs-Anwendungen. Der flexible SD6 ist Teil dieser Familie. Zum Einsatz kommt der Einzelachsregler mit einem Ausgangsnennstrom bis 85 A vorwiegend in antriebsbasierenden Applikationen mit dezentraler Bewegungssteuerung.

SD6 regelt lineare und rotative Synchron-Servomotoren sowie Asynchronmotoren. Durch sein modulares Schnittstellenkonzept und sein umfangreiches Zubehör ist er passgenau konfigurierbar und kann so auch ganz spezielle Antriebsaufgaben lösen. Für die Anbindung an eine überlagerte Steuerung stehen Kommunikationsmodule für Canopen, Ethercat oder Profinet zur Wahl.

Neu im Portfolio ist das Sicherheitsmodul SE6, mit dem sich der Antriebsregler SD6 optional ausstatten lässt. Damit eignet er sich für sicherheitsrelevante Anwendungen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) nach DIN 61800-5-2 oder DIN EN ISO 13849-1. Die Worst-Case-Reaktionszeit von unter 10 ms soll ein schnelles Abschalten ermöglichen und dem Konstrukteur eine Minimierung der Sicherheitsabstände erlauben.

Sicheres Bremsenmanagement

Eine Besonderheit ist das Bremsenmanagement, das aus sicherer Bremsenansteuerung (SBC) und sicherem Bremsentest mit Testzyklusüberwachung (SBT) besteht. „Unser Antriebsregler wird damit den Anforderungen der DGUV gerecht, die sie im Fachbereichsinformationsblatt Nr. 005/2012 an schwerkraftbelastete Vertikalachsen stellt“, erläutert Markus Frei, Product Manager Drive Controller Accessories bei Stöber Antriebstechnik. „Die Fachpublikation der DGUV bildet die Basis für den Normentwurf DIN EN ISO 16090-1:2016-02, in der erstmalig normativ das Thema Absichern von Vertikalachsen beschrieben wird.“

SE6 ermöglicht zusätzlich zu den Stoppfunktionen Safe Torque Off (STO), Safe Stop 1 (SS1) und Safe Stop 2 (SS2) auch Funktionen zur sicheren Bewegungsüberwachung. Die Funktionen Safely-Limited Speed (SLS) und Safe Speed Range (SSR) wachen darüber, dass der Antrieb die projektierten Geschwindigkeitsgrenzwerte nicht überschreitet. Safe Direction (SDI) überwacht die projektierte Bewegungsrichtung, Safely-Limited Increment (SLI) begrenzt das Schrittmaß. Safe Operating Stop (SOS) überwacht den aktiven Stillstand. Das Thema Praxistauglichkeit stand bei der gemeinsamen Entwicklung mit der Firma Pilz GmbH & Co. KG im Vordergrund. So können alle Sicherheitsfunktionen bis SIL 3, PL e (Kategorie 4) eingesetzt werden.

SE6 bietet dem Anwender die Möglichkeit, im Fall einer Grenzwertüberschreitung oder bei Not-Halt variabel reagieren zu können. „Es ist nicht immer sinnvoll, bei einer Grenzwertverletzung den Antriebsregler sofort abzuschalten und den Antrieb unkontrolliert still zusetzen. In der Regel ist es für eine schnelle und einfache Wiederinbetriebnahme besser, den Antrieb durch die Steuerung gezielt stillzusetzen und nur dann im Antriebsregler einzugreifen, wenn dies steuerungsseitig misslingt“, erläutert Markus Frei.

SEMINARTIPP Die Grundkenntnisse, wie sich Servoantriebe optimal parametrieren lassen und wie die Steuerungs- und Regelfunktionen bei Motion Controllern beherrscht werden, lernen Teilnehmer im Grundlagenseminar „Servoantriebe“.
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Bestehende Komponenten weiterverwenden

Für den Betrieb von SE6 sind keine speziellen Motoren, Encoder, Kabel, Stillstands- oder Drehzahlwächter erforderlich. Der Anwender kann bestehende Antriebskonfigurationen weiterverwenden oder auf die für die Anwendung passenden Komponenten wechseln.

Um die Produktivität und Verfügbarkeit der Maschine weiter zu steigern, wurden die Überwachungsmechanismen der Sicherheitsfunktionen über die normativen Grundanforderungen hinaus ergänzt. Durch positionsbasierte Grenzwertüberwachung oder das prädiktive Ausblenden von Störsignalen können die angestrebten Grenzwerte mit minimalem Störabstand angefahren werden.

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Mehr Infos: Anwendertreff Maschinensicherheit

Im Service-Fall muss der Anwender den Wechseldatenspeicher Paramodul tauschen und den Tausch bestätigen. Dadurch wird die gesamte Gerätekonfiguration auf den neuen Antriebsregler übertragen. Dafür sind keine speziellen Kenntnisse oder Software-Tools erforderlich.

SE6 mit durchgängig zweikanaliger Struktur testet die integrierten Komponenten bei jedem Geräteanlauf, nach jedem STO und während des Betriebs. Auf dokumentationspflichtige, zyklische Funktionstests der Sicherheitsfunktionen beim Anwender kann verzichtet werden.

SPS IPC Drives 2018: Halle 3A, Stand 451

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