Studie zum Lifecycle Engineering  Zwei Bauteile verursachen 85 Prozent der Umweltwirkung

Quelle: Fraunhofer IEM 2 min Lesedauer

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Im Projekt „Sustainable Lifecycle Engineering" haben das Fraunhofer IEM und Diebold Nixdorf untersucht, welche Bauteile einer Geldkassette die Umweltbilanz am stärksten beeinflussen. Das Ergebnis liefert Entwicklungsteams eine Orientierung, wo sich Verbesserungen am meisten lohnen.

Transparenzgewinn am Beispiel Geldkassette: Diebold Nixdorf weiß nun, dass etwa 85 Prozent ihrer Umweltwirkungen auf zwei Bauteile zurückführen sind. Diese Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung des Produktes ein.(Bild:  Fraunhofer IEM)
Transparenzgewinn am Beispiel Geldkassette: Diebold Nixdorf weiß nun, dass etwa 85 Prozent ihrer Umweltwirkungen auf zwei Bauteile zurückführen sind. Diese Erkenntnisse fließen in die Weiterentwicklung des Produktes ein.
(Bild: Fraunhofer IEM)

Das Fraunhofer-Institut für Entwurfstechnik Mechatronik (IEM) hat gemeinsam mit Diebold Nixdorf im Forschungsprojekt „Sustainable Lifecycle Engineering" (SLE) untersucht, welche Bauteile einer Geldkassette – einer zentralen Komponente von Geldautomaten – die Umweltbilanz am stärksten beeinflussen. Ergebnis: Rund 85 Prozent der Umweltwirkungen lassen sich auf nur zwei Bauteile zurückführen – das Gehäuse und die verbaute Elektronik. 

Rund 85 Prozent der Umweltwirkungen lassen sich auf nur zwei Bauteile zurückführen – das Gehäuse und die verbaute Elektronik.

Grundlage der Analyse war ein Ansatz des Model-Based Systems Engineering (MBSE), der um Nachhaltigkeitsaspekte erweitert wurde. Damit können Entwicklungsteams verschiedene Produktvarianten vergleichen und bereits vor der Umsetzung bewerten, welche Maßnahmen den größten ökologischen Effekt haben – etwa der Einsatz von Rezyklaten bei Kunststoffkomponenten.

Handlungsbedarf frühzeitig sichtbar machen

„Genau darin liegt der Mehrwert solcher Analysen. Sie schaffen Transparenz darüber, wo Umweltwirkungen tatsächlich entstehen und welche Komponenten die größten Hebel für Verbesserungen bieten. Dadurch werden Handlungsbedarfe frühzeitig sichtbar und mögliche Maßnahmen können gezielt diskutiert und bewertet werden", betont Luca Twardzik, Sustainability-Experte und Projektleiter vom Fraunhofer IEM.Neben Diebold Nixdorf waren die Industriepartner Harting, Miele, Wago und Siemens Industry Software sowie das Heinz Nixdorf Institut der Universität Paderborn und das Wuppertal Institut beteiligt. Das Projekt wurde im Rahmen des Spitzenclusters it's OWL vom Land Nordrhein-Westfalen gefördert. Die entwickelte Methodik steht Unternehmen über die it's-OWL-Innovationsplattform zur Verfügung. 

Tipp: Nachhaltigkeit auf dem Konstruktionsleiter-Forum 2026

Ein Thema, das 2026 kaum mehr zu ignorieren ist der digitale Produktpass (DPP). Im Rahmen der EU-Ökodesign-Verordnung (ESPR) entsteht eine verbindliche digitale Infrastruktur, die Produktinformationen über den gesamten Lebenszyklus – von Materialherkunft über Reparierbarkeit bis zum Recycling – zentral und nachvollziehbar bündeln soll. Für Konstruktionsleiter bedeutet das: Materialauswahl, Stücklisten und Dokumentation müssen künftig so gestaltet werden, dass sie DPP-fähig sind. Der Vortrag Intelligenter Produktpass für ein zirkuläres Engineering – was das Fallbeispiel Böllhoff lehrt zeigt in fünf Schritten, wie Unternehmen die Einführung des digitalen Produktpasses in bestehende Konstruktionsprozesse integrieren – und warum frühzeitige Vorbereitung entscheidend ist, um nicht von den kommenden delegierten Rechtsakten überrascht zu werden.

Nachhaltigkeit systematisch in den Prozess integrieren

„Die Ergebnisse des SLE-Projektes schaffen für uns mehr Transparenz über Prozesse, Zusammenhänge und Abhängigkeiten unserer Produkte. Das hilft uns, Nachhaltigkeit systematischer in Entwicklungsentscheidungen einzubeziehen und schafft zugleich eine belastbare Datengrundlage für weitere Anwendungen, etwa im Bereich künstliche Intelligenz", betont Stephan Kunert, Projektleiter bei Diebold Nixdorf.

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