Faszination Technik Wie Forscher den Wasserstofftank neu konstruieren

Redakteur: Katharina Juschkat

In unserer Rubrik „Faszination Technik“ stellen wir Konstrukteuren jede Woche beeindruckende Projekte aus Forschung und Entwicklung vor. Heute: Neuartige Drucktanks für Wasserstoff.

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Gemeinsam mit BMW entwickeln die Forscher einen neuen Drucktank für Wasserstoffautos.
Gemeinsam mit BMW entwickeln die Forscher einen neuen Drucktank für Wasserstoffautos.
(Bild: BMW AG)

E-Fahrzeuge mit Batterien können allein nicht die Zukunft sein, davon ist Prof. Alexander Horoschenkoff und sein Team überzeugt: Auch E-Fahrzeuge mit Brennstoffzellen, betrieben mit Wasserstoff, sind ein wichtiges Zukunftskonzept. Damit die Brennstoffzellenfahrzeuge gegenüber den heutigen batteriebetriebenen Elektrofahrzeugen wettbewerbsfähig werden, müssen unter anderem die Herstellkosten sinken. Hier setzt das Forschungsprojekt Bryson an, das vom Bundeswirtschaftsministerium gefördert wird. Das Ziel: Die Entwicklung von neuartigen Drucktanks für Wasserstoff im Automobilbau.

Wasserstofftank neu konstruiert

Die Forscher der Hochschule München wollen zusammen mit BMW den Wasserstofftank neu konstruieren und dort unterbringen, wo im E-Mobil die Batterie vorgesehen ist: Im Unterboden des Fahrzeugs. Hierfür gut geeignet ist eine Quaderform. Die Konstruktion muss dabei einem Betriebsdruck von 700 bar standhalten.

Die Speicherung des Wasserstoffs für die Brennstoffzelle in Drucktanks ist technisch sehr anspruchsvoll. Derzeit verursacht die Integration von Drucktanks aufgrund ihrer zylindrischen, sperrigen Form hohe Einbußen des Kundennutzens und der Fahrdynamik.

Quaderförmiger Tank mit Zugverstrebung

Die Bauweise sieht eine näherungsweise quaderförmige Tankgeometrie vor, bei der eine unerwünschte Aufweitung des Tanks durch eingearbeitete Zugstreben, die das Tankinnere durchziehen, verhindert wird. Wesentliche Herausforderungen des neuen Konzepts sind die Auslegung des Tanks, die Sicherstellung der Dichtigkeit und die Entwicklung eines geeigneten Fertigungsprozesses.

Das Projekt Bryson ist für eine Dauer von 3,5 Jahren ausgelegt. Das Bundeswirtschaftsministerium fördert das Projekt. Die Leitung des Projekts mit insgesamt 5 Partnern und einer Gesamtfördersumme von über 1,7 Mio. Euro liegt bei BMW.

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