3D-Scan

Wie der Schokohase zur Verpackung kommt

| Redakteur: Lilli Bähr

Ein Verpackungsspezialist aus der Schweiz setzt auf 3D-Technologie, um Schokohasen effektiv zu verpacken.
Ein Verpackungsspezialist aus der Schweiz setzt auf 3D-Technologie, um Schokohasen effektiv zu verpacken. (Bild: Bachmann Forming AG)

Wie der Schokoladenhase in seine maßgeschneiderte Hülle kommt, zeigt ein Schweizer Verpackungsspezialist. Dieser erstellt Lebensmittelverpackungen mithilfe eines 3D-Scanners und einer 3D-Scansoftware – und spart damit Zeit und Geld.

Wie kommt der Schokoladenhase eigentlich in seine Verpackung? Die Verpackungen von Süßigkeiten spielen bei der Kaufentscheidung eine wichtige Rolle: Nur was lecker aussieht, landet im Warenkorb. Der Trend geht zu nachhaltigen, maßgeschneiderten Hüllen, die einfach in der Handhabung sind und per 3D-Technologie entstehen.

3D-Scanner ersetzen Handarbeit

Und das funktioniert so: Der Schokohase wird vom Hersteller von allen Seiten gescannt – mit allen seinen Unebenheiten. Hierfür sind beispielsweise 3D-Scanner wie der Space Spider von Artec geeignet, der den Hasen rein nach Farbe und Geometrie erfasst. Viele 3D-Scanner arbeiten mit Klebepunkten als Orientierung für den Scan – diese würden auf Schokolade allerdings nicht halten.

Der Space Spider benötigt keine Klebepunkte oder Vorbereitungen. Der Anwender führt den hochauflösenden, auf Blaulicht-Technologie basierenden Scanner um das Objekt herum. Anschließend werden die 3D-Dateien am Rechner in einer 3D-Modellierungssoftware zusammen aufbereitet. So entsteht ein präzises 3D-Modell.

Wie der 3D-Scan mit dem Space Spider funktioniert, ist in folgendem Video beispielhaft zu sehen:

Urmodell mittels CAD und CNC-Steuerung

Im nächsten Schritt erstellt der Verpackungsspezialist zunächst ein sogenanntes Urmodell aus dem 3D-Modell des gescannten Schokoladenhasen. Früher erfolgte dies komplett in Handarbeit – vom Bauen über Schleifen bis zum Gießen mit Epoxidharz oder Fräsen von Holz. Das daraus entstandene Negativ musste weiter händisch bearbeitet werden – ein großer Aufwand.

Heute entwirft man Urmodelle mittels CAD und fertigt sie auf CNC-gesteuerten Fräsmaschinen aus einem Hartschaumblock. Das dauert einen Bruchteil der Zeit und kann bei einem Verpackungsspezialisten im Haus erledigt werden.

Verpackung via Thermoformverfahren

Die Verpackung erstellt man dann via Tiefzieh- oder Thermoformverfahren. Bei diesem wird eine Kunststofffolie erhitzt, um sie zu erweichen. Mithilfe von Unterdruck (Vakuum) wird die Folie über das Urmodell gezogen, das kleine Löcher aufweist, mit deren Hilfe die Folie angesaugt wird. Sie schmiegt sich an das Modell an und nimmt dessen Form an. Anschließend muss die Folie abkühlen, bis sie wieder abgezogen werden kann. Auf diese Weise entsteht eine perfekt sitzende zweite Haut für den Hasen.

Die Top Technologietrends für 2018 in der Industrie - Teil 1

Technologietrends 2018

Die Top Technologietrends für 2018 in der Industrie - Teil 1

In den schnelllebigen Zeiten der Digitalisierung ist es häufig schwer, stets auf dem aktuellen Stand zu bleiben. Lesen Sie jetzt, welche acht Trends dieses Jahr im Fokus der Industrie stehen. weiter...

Fraunhofer IGD stellt autonomen 3D-Scanner vor

3D-Scanner

Fraunhofer IGD stellt autonomen 3D-Scanner vor

13.04.18 - Ist das passende Ersatzteil für in die Jahre gekommene Maschinen oder Fahrzeuge nur noch schwer aufzutreiben, ist Glück und Durchhaltevermögen gefragt. Das Fraunhofer IGD will Abhilfe schaffen: mit einem 3D-Scanner, der erstmals autonom und in Echtzeit arbeitet. So soll sich das defekte Bauteil in Zukunft einfach einscannen und neu ausdrucken lassen – und das ab Losgröße eins. lesen

Praktische und rechtliche Grundlagen des 3D-Drucks

3D-Druck

Praktische und rechtliche Grundlagen des 3D-Drucks

15.01.19 - Die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin gibt in einem Forschungsbericht eine Übersicht über aktuelle additive Fertigungsverfahren. Außerdem werden die notwendigen rechtlichen Anforderungen im Zusammenhang mit der Anwendung von 3D-Druckern zusammengefasst. lesen

Scan-Rohdaten auf potenzielle Problembereiche untersuchen

3D-Scanner

Scan-Rohdaten auf potenzielle Problembereiche untersuchen

14.11.18 - Artec 3D hat Artec Studio 13 in sein Portfolio aufgenommen. Neue hochleistungsfähige Algorithmen ermöglichen es, 3D-Daten unabhängig von der Größe und Auflösung eines Objektes, zu erstellen, zu be- und verarbeiten. lesen

Kommentare werden geladen....

Kommentar zu diesem Artikel abgeben

Der Kommentar wird durch einen Redakteur geprüft und in Kürze freigeschaltet.

Anonym mitdiskutieren oder einloggen Anmelden

Avatar
Zur Wahrung unserer Interessen speichern wir zusätzlich zu den o.g. Informationen die IP-Adresse. Dies dient ausschließlich dem Zweck, dass Sie als Urheber des Kommentars identifiziert werden können. Rechtliche Grundlage ist die Wahrung berechtigter Interessen gem. Art 6 Abs 1 lit. f) DSGVO.
  1. Avatar
    Avatar
    Bearbeitet von am
    Bearbeitet von am
    1. Avatar
      Avatar
      Bearbeitet von am
      Bearbeitet von am

Kommentare werden geladen....

Kommentar melden

Melden Sie diesen Kommentar, wenn dieser nicht den Richtlinien entspricht.

Kommentar Freigeben

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

Freigabe entfernen

Der untenstehende Text wird an den Kommentator gesendet, falls dieser eine Email-hinterlegt hat.

copyright

Dieser Beitrag ist urheberrechtlich geschützt. Sie wollen ihn für Ihre Zwecke verwenden? Infos finden Sie unter www.mycontentfactory.de (ID: 45828264 / Konstruktion)