Scrum in der Automobilindustrie Wie agiles Arbeiten die Entwicklung von Elektrofahrzeugen antreibt

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Mitte April hat die Mercedes-Benz AG den rein elektrisch betriebenen EQS vorgestellt – er nutzt als erster Vertreter der Luxus-Elektroauto-Generation die neue Elektroarchitektur, bei deren Entwicklung agile Methoden zum Einsatz gekommen sind. Welche Hürden es zu nehmen galt und wie sie gemeistert wurden, lesen Sie hier.

Bis zu 770 km weit kommt der rein elektrisch betriebene EQS. Entwickelt wurde er aufgrund der hohen Komplexität mithilfe agiler Methoden, im Besonderen Scrum spielte ihre Vorzüge aus.
Bis zu 770 km weit kommt der rein elektrisch betriebene EQS. Entwickelt wurde er aufgrund der hohen Komplexität mithilfe agiler Methoden, im Besonderen Scrum spielte ihre Vorzüge aus.
(Bild: Mercedes Benz)

Wie in den meisten europäischen Automobilunternehmen wurden auch bei der Mercedes-Benz AG die ersten Elektroautos auf Basis vorhandener Verbrenner-Modelle entwickelt. Da damit nicht das volle Potenzial der Elektrifizierung ausgeschöpft werden kann, plante der Konzern, Mitte der 2010er Jahre eine komplett neue, eigenständige Architektur für Elektro-Fahrzeuge zu entwickeln. Eine spannende, aber auch sehr komplexe Herausforderung.

Allen Beteiligten wurde schnell klar, dass die Mischung aus konzeptionellem Neuland, Termin- und Wettbewerbsdruck, sich ändernden Zielen und technischen Voraussetzungen - zum Beispiel durch rapide Fortschritte in der Batterietechnik - mit konventionellen Arbeitsmethoden kaum abzubilden war. Die Projektleitung entschied deshalb, die Mammutaufgabe als agiles Projekt anzugehen.