Gehäuse

Welches Gehäuse passt?

| Autor / Redakteur: Dipl.-Wirt. Ing. (FH) Martin Traut / Sandra Häuslein

Sogenannte FHCs (Flexible Heat Conductor) stellen aufgrund ihres flexiblen Aufbaus einen optimalen Wärmeabtransport sicher. Sie sind bei kleinen Gehäusen mit lüfterloser Entwärmung im Einsatz.
Sogenannte FHCs (Flexible Heat Conductor) stellen aufgrund ihres flexiblen Aufbaus einen optimalen Wärmeabtransport sicher. Sie sind bei kleinen Gehäusen mit lüfterloser Entwärmung im Einsatz. (Bild: Pentair)

Je nach Applikation sind für die Auswahl eines Gehäuses bestimmte Randbedingungen zu berücksichtigen. Sind diese klar definiert, kann die Suche nach dem richtigen Gehäuse beginnen. Plattformprodukte, die entsprechend der Vorgaben durch den Kunden, die Applikation und die Umgebungsbedingungen, angepasst werden können, erleichtert die Auswahl.

Gehäuse werden zur Aufnahme von 19"-Leiterkarten, 19"-Steckbaugruppen und von ungenormten Baugruppen, wie zum Beispiel auf einer Chassisplatte montierte Trafos, genutzt. Sie können als Desktop- und Tischgehäuse sowie mit Griff als tragbares Gehäuse verwendet oder mit entsprechenden 19"-Winkeln versehen und in 19"-Schränke eingebaut werden.

Je nach Einsatzbereich sind bestimmte Eigenschaften wichtig. Als Desktop oder tragbares Gehäuse sollten sie besonders leicht sein, etwa aus Aluminium. Für den mobilen Einsatz müssen spezielle Ausbau- und Zubehörteile verfügbar sein. Auch das Design ist relevant, da sich Gehäuse später in einer Endanwendung einfacher von anderen Produkten unterscheiden lassen. Ein aufrüstbares EMV-Konzept mit hoher Schirmdämpfungswirkung ist ebenfalls unabdingbar. In anderen Bereichen steht eine hohe Schock- und Vibrationsfestigkeit im Vordergrund. Ein wichtiges Kriterium ist eine optimale Entwärmung der eingebauten Komponenten.

Die Abmessungen der Gehäuse ergeben sich aus der Größe und Art der eingebauten Elektronik sowie durch Vorgaben und räumliche Begrenzungen am Einsatzort.

Abmessungen festlegen

Die Abmessungen der Gehäuse ergeben sich aus der Größe und Art der eingebauten Elektronik sowie durch Vorgaben und räumliche Begrenzungen am Einsatzort. Im Optimalfall sollten 19“-Standardprodukte eingesetzt werden, denn sie reduzieren Entwicklungszeiten, Werkzeugkosten und die Lagerhaltung spezifischer Komponenten. Die Mehrzahl der heute eingesetzten Leiterplatten und Steckbaugruppen sind in der Größe 3 HE ausgeführt. Typische genormte Gehäuse sind in 3 und 6 HE am Markt erhältlich. Aufgrund der immer weiter gestiegenen Anforderungen an eine optimale Entwärmung, wird oft eine zusätzliche Höheneinheit (3+1HE oder 6+1HE) genutzt, um die Komponenten effektiv zu entwärmen. Zunehmend werden auch Gehäuse eingesetzt, die in ihren Abmessungen nicht der 19“-Norm entsprechen. In diese kleineren Gehäuse werden Single Board Computer nach Standards wie Embedded NUC oder Mini ITX eingebaut.

Design-Vorgaben berücksichtigen

Die Farbgestaltung kann individuell sein und sich am Corporate Design des Kunden orientieren. Aber ein Universal-Gehäuse zu finden, dass sowohl beim Design als auch in der Funktionalität jeden Kundenwunsch berücksichtigen kann, ist fast unmöglich. Daher ist es wünschenswert, wenn Gehäusehersteller unterschiedliche Gehäuseserien anbieten können, die zwar mit gleichen Ausbauteilen bestückt werden können, aber im Design und zum Teil auch in der Funktionalität Unterschiede zulassen.

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