Bearing World

„Vorhersagbarkeit wird wichtiger als lange Lebensdauer“

| Redakteur: Ute Drescher

Die Bearing World fand am 6. und 7. März 2018 im Audimax der TU Kaiserslautern statt.
Die Bearing World fand am 6. und 7. März 2018 im Audimax der TU Kaiserslautern statt. (Bild: FVA)

Neue Berufe, Vorhersagbarkeit, Digitalisierung und Mobilitätswandel sind die wichtigsten Herausforderungen für die Wälzlagerindustrie, so das Ergebnis der Bearing World, die die FVA Anfang März 2018 veranstaltet hat.

Bearing World Für industrielle Anwendungen ebenso wie für den Fahrzeugbau gilt: Lager sind das Herz der Maschine. Überall, wo sich in der Technik etwas bewegt, sind Lager ein unverzichtbares Konstruktionselement. Zum zweiten Mal veranstaltete die Forschungsvereinigung Antriebstechnik e. V. (FVA) den internationalen wissenschaftlichen Fachkongress Bearing World zum Thema Lager. Dieser fand am 6. und 7. März 2018 unter dem Motto „Industrieforschung und Wissenschaft im Dialog mit der Anwendung“ auf Einladung von Prof. Bernd Sauer an der Technischen Universität Kaiserslautern statt. Prof. Bernd Sauer leitet den Lehrstuhl für Maschinenelemente und Getriebetechnik MEGT an der Technischen Universität Kaiserslautern, das weltweit zu den führenden Forschungsinstituten auf dem Gebiet der Wälzlager zählt.

Hochkarätige Vorträge mit internationalen Experten

Der Kongress bot einen umfassenden Überblick über den aktuellen Stand der Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Wälzlager und erstmalig auch Vorträge zu Gleitlagern. In ihren Keynotes gaben Victoria van Camp, SKF Group, Schweden, und Prof. Tim Hosenfeld, Schaeffler AG, Einblicke in die zukünftigen Herausforderungen für Lagerhersteller.

Im Fokus des Kongresses standen die Themen Zuverlässigkeit und Effizienz mit Themenblöcken wie Energieeffizienz, Schadensarten, Lagerberechnung und -dimensionierung, Anwendungen in der Antriebstechnik sowie Betriebsfestigkeit und Lebensdauer. Experten aus dem Ausland steuerten 17 der 44 Vorträge aus wissenschaftlichen Forschungsinstituten und den Forschungsabteilungen der Unternehmen bei.

Vernetzung und Interdisziplinarität sind Voraussetzungen für Erfolg

„Vorhersagbarkeit wird sogar wichtiger als eine längere Lebensdauer. Das bedeutet, dass unsere Wälzlagerexperten auch Spezialisten für die Interpretation von Sensordaten werden müssen und diese in ihren Vorhersagen verwenden. Wir sind der Meinung, dass Maschinenbauer Mechatroniker werden müssen. Bei SKF bilden wir Teams aus Datenanalysten und Maschinenbauingenieuren, damit sie voneinander lernen,“ beantwortete Keynote-Sprecherin Dr.-Ing. Victoria van Camp, Senior Vice President Group Technology Development, SKF Group, die Frage nach den wichtigsten Herausforderungen für die Wälzlagerindustrie. Darüber hinaus werde es immer wichtiger, Vorhersagen über den Betrieb und Betriebszustände zu treffen sowie Lösungen für die fortschreitende Digitalisierung anzubieten.

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Megatrends und Elektromobilität erfordern neue Lösungen

Prof. Dr. Tim Hosenfeldt, Senior Vice President Technology Strategy and Innovation der Schaeffler AG zeigte in seiner Keynote auf, wie sich die globalen Megatrends Klimawandel, Globalisierung, Urbanisierung und Digitalisierung auf die Unternehmensstrategie und das Angebotsprogramm eines Mobilitätsanbieters und Wälzlagerherstellers wie Schaeffler auswirken. Insbesondere deren Auswirkungen auf die Mobilität der Zukunft, wie zum Beispiel die dynamische Entwicklung der Elektromobilität, fordern auch im Bereich der Wälzlagerindustrie teilweise völlig neue Lösungsansätze und neue Produkte: „Der Wandel der Mobilität ist im Gange und das wird Veränderungen für Schaeffler als Mobilitätszulieferer mit sich bringen. Die große Herausforderung liegt in der Ambidextrie, der seltenen Gabe gleichzeitig beidhändig zu agieren, also bewährte Technologien weiter zu entwickeln und zugleich neue Mobilitätslösungen zu erschließen,“ sagte Tim Hosenfeldt.

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Nur mit internationaler Vernetzung können Herausforderungen der Zukunft bewältigt werden. Hartmut Rauen, stellvertretender VDMA-Hauptgeschäftsführer und Geschäftsführer der FVA sieht die Forschungsvereinigung auf dem richtigen Weg: „Die internationale Vernetzung von Industrie und Wissenschaft ist unerlässlich, um zukünftige Herausforderungen wie Digitalisierung, Elektrifizierung und nachhaltiges Wirtschaften zu meistern“.

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