Elektromobilität

StreetScooter: Ein bezahlbares Elektromobil

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Integrierte Produkt- und Prozessplaung ist wettbewerbsentscheidend

„Eine integrierte Produkt- und Prozessplanung wird in Zukunft wohl entscheidend dafür sein, ob Deutschland wettbewerbsfähig bleibt“, ist Professor Kampker überzeugt. Genau diese integrierte Herangehensweise hat sich bereits im RWTH-Exzellenzcluster „Produktionstechnologie für Hochlohnländer“ bewährt und wird nunmehr auf den StreetSooter übertragen. „Wenn ich nicht im Vorfeld die späteren Optionen der Fertigung in die Produktgestaltung einbeziehe“, erläutert Kampker, „dann sind bereits viele Kosten und Verfahren im Prozess vorgegeben. Ich schränke also automatisch meine Spielräume unnötig ein. Unser neuer Ansatz erlaubt nunmehr eine Optimierung des gesamten Prozesses, indem jeder Schritt in seinen Auswirkungen auf den folgenden Weg überprüft wird.“ Dabei erscheint es nur konsequent, dass zur Verifizierung und Abrundung des Projekts auch die Realisierung in der Kleinserie erfolgt. Darin sieht Kampker ein wichtiges Alleinstellungsmerkmal des Aachener Ansatzes.

StreetScooter nach Prinzipien des Purpose-Design konzipiert

Bei den momentan auf dem Markt verfügbaren Elektrofahrzeugen handelt es sich meist um umgerüstete Modelle, ausgelegt auf den konventionellen Verbrennungsmotor. Die Aachener Wissenschaftler gehen einen komplett anderen Weg: Der StreetScooter ist ein vollständig neu entwickeltes Fahrzeug, das nach den Prinzipien des Purpose-Designs konzipiert wird. Ziel ist es, ein zuverlässiges und sicheres Auto für die urbane Nutzung zu entwickeln, das bezahlbar ist und gleichzeitig Fahrspaß bietet. Dabei bringen RWTH-Experten unterschiedlicher Disziplinen ihr Fachwissen ein. „Die Entwicklung des StreetScooters ist so nur möglich, weil wir hier an der Hochschule angefangen von allen relevanten Ingenieurdisziplinen bis zu den betriebswirtschaftlichen Kompetenzen alle Professionen haben, die für das Gesamtkonzept eine Rolle spielen“, sagt Fabian Schmitt, Leiter der Geschäftsstelle Elektromobilität der RWTH.

Modulares Batteriesystem im Unterboden

Diese nutzungsorientierte Herangehensweise und die enge Zusammenarbeit mit den Industriepartnern führt zu einer Vielzahl innovativer Lösungen. So wird der StreetScooter über ein modulares Batteriesystem verfügen, das im Unterboden des Fahrzeugs untergebracht ist. Den Bau der Lithium-Ionen-Zellen übernimmt ein mittelständisches Unternehmen aus Lübeck. Die Kunden können wählen, ob sie ein, zwei oder drei Batterien brauchen, die jeweils für eine Reichweite von rund 45 Kilometern sorgen. Damit passen sich die Kosten den Bedürfnissen der Verbraucher an, denn die meisten täglichen Fahrten reichen nur knapp zehn Kilometer weit. Um die Lebensdauer der Batterie oder ein fachgerechtes Recycling brauchen sich die Nutzer keine Sorgen zu machen, da die Energiespeicher geleast werden.

Auch in Sachen Komfort und Sicherheit besticht der StreetScooter: Das Fahrzeug ist mit zwei Front-Airbags sowie ABS und ESP ausgestattet. Mit einer Batterie-Spannung von 60 Volt besteht zudem im Falle eines Unfalls keine Gefahr für Rettungskräfte, und auch das Servicepersonal in den Werkstätten braucht keine spezielle Ausbildung. Das intelligente Thermomanagement sorgt zudem für angenehme Temperaturen im Innenraum.Herkömmliche Klimaanlagen würden bei großer Wärme und Kälte ähnlich viel Energie verbrauchen wie der Antrieb.

StreetScooter kommt mit 20 Montagestationen aus

Der Prototyp des StreetScooters wird als 3+1-Sitzer gebaut, der noch Raum für einen Kindersitz bietet. Das modulare System ermöglicht künftig eine Modellpalette vom kompakten Zweisitzer oder Cabrio bis zum Nutzfahrzeug. Die Basis dafür liefert unter anderem ein Rahmen aus Stahlprofilen, der relativ unkompliziert verlängert werden kann. Wie bei diesen Elementen greifen die Ingenieure überall wo es möglich ist auf Standardprodukte zurück, die zum Teil adaptiert oder leicht modifiziert werden. Das optimiert die Kosten. Gleiches gilt für den Bau des Autos: Gemäß dem innovativen Produktionskonzept wird der StreetScooter mit 20 statt der üblichen 100 Montagestationen auskommen. (jus)

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