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Stahl Stahl-Innovationen in Düsseldorf ausgezeichnet

| Redakteur: Dorothee Quitter

Am 27. Juni 2012 ist der Stahl-Innovationspreis verliehen worden. Insgesamt 13 Preisträger nahmen in Düsseldorf aus den Händen des Schirmherrn Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Reitzle, Vorsitzender der Linde AG, und des Vorsitzenden des Stahl-Informations-Zentrums, Dr. Jost A. Massenberg, ihre Auszeichnungen entgegen.

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Alle Gewinner erhielten als Sachpreis eine von der Heidelberger Künstlerin Stefanie Welk geschaffene Stahl-Skulptur: den "Visionär".
Alle Gewinner erhielten als Sachpreis eine von der Heidelberger Künstlerin Stefanie Welk geschaffene Stahl-Skulptur: den "Visionär".
(Bild: Stahl-Informations-Zentrum / Stefanie Welk )

Der Stahl-Innovationspreis, der seit 1989 alle drei Jahre ausgelobt wird, ist einer der bedeutendsten Wettbewerbe seiner Art in Deutschland. 658 Projekte sind in diesem Jahr eingereicht worden. Er ist mit Preisgeldern in Höhe von insgesamt 70.000 Euro dotiert. Um der großen Anwendungsvielfalt des Werkstoffs Stahl gerecht zu werden, wurde der Stahl-Innovationspreis in vier Kategorien verliehen. In jeder Kategorie gibt es drei Preisträger.

Ausgezeichnet wurden in der Kategorie „Produkte aus Stahl" die Firma Howatec (Netphen) für ein mobiles Hochwasserschutzsystem. Da es besonders leicht und schnell zu errichten ist, eignet sich das System hervorragend für den effektiven Schutz hochwassergefährdeter Bereiche.

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Die Torqueboost CamInCam-Nockenwelle spart beim Ottomotor bis zu sechs Prozent und beim Dieselmotor ca. drei Prozent Kraftstoff ein.
Die Torqueboost CamInCam-Nockenwelle spart beim Ottomotor bis zu sechs Prozent und beim Dieselmotor ca. drei Prozent Kraftstoff ein.
(Bild: Stahl-Informations-Zentrum )

Mahle (Stuttgart) erhielt den Preis für die Nockenwelle Torqueboost CamInCam. Die bauraumneutrale Variante für verstellbare Ventiltriebe bei Viertakt-Verbrennungsmotoren spart beim Ottomotor bis zu sechs Prozent und beim Dieselmotor ca. drei Prozent Kraftstoff ein. Die Unternehmen Schaeffler (Herzogenaurach) und LuK (Bühl) waren mit einem Fliehkraftpendel erfolgreich - der konsequenten Weiterentwicklung des Zweimassenschwungrades zur Verringerung von Vibrationen bei Verbrennungsmotoren.

In der Kategorie „Forschung und Entwicklung" gehört das Institut für Energie- und Klimaforschung des Forschungszentrums Jülich mit der Werkstoffentwicklung Crofer 22 H zu den Preisträgern.

Die Stahlsorte Crofer 22 H ist ein Interkonnektor-Werkstoff für Festoxid- Brennstoffzellen.
Die Stahlsorte Crofer 22 H ist ein Interkonnektor-Werkstoff für Festoxid- Brennstoffzellen.
(Bild: Stahl-Informations-Zentrum )

Der Interkonnektor-Werkstoff für Festoxid-Brennstoffzellen zeichnet sich durch verbesserte Oxidationsbeständigkeit und Hochtemperaturfestigkeit aus und verspricht eine kostengünstigere Fertigung von Hochtemperatur-Brennstoffzellen. Das Fraunhofer-Institut für Physikalische Messtechnik (Freiburg) wurde zusammen mit dem Institut für Strahlwerkzeuge der Uni Stuttgart und dem Institut für Grundlagen der Elektrotechnik und Elektronik der TU Dresden für eine Echtzeit-Laserschweißregelung ausgezeichnet. Das neuartige Verfahren ermöglicht es, Schwankungen im Fügeprozess durch Anpassung der Laserleistung innerhalb weniger Millisekunden auszugleichen. Das Institut für Umformtechnik und Leichtbau der TU Dortmund erhielt den Preis für eine neue Verfahrenskombination aus dreidimensionalem Biegen und anschließendem Härten. Damit lassen sich komplex gekrümmte Strukturen, z. B. aus lufthärtenden Stählen, flexibel und kosteneffektiv fertigen.

In der Kategorie „Bauteile und Systeme aus Stahl für das Bauen" prämierte das Stahl-Informations-Zentrum das Architekturbüro Ahlbrecht Felix Scheidt Kasprusch (Essen) und das Ingenieurbüro SchülkeWiesmann (Dortmund) für die selbsttragende Dachschale St. Antony. Die weitspannende Überdachung schützt die freigelegten Mauerreste der St. Antony Hütte in Oberhausen. Sie kommt mit minimalem Materialeinsatz aus und trägt sich ohne Stützkonstruktion selbst. Das Unternehmen Ostseestaal (Stralsund) wurde ausgezeichnet für die Dachkonstruktion der Martin-Luther-Kirche im niederösterreichischen Hainburg. Das futuristisch anmutende Kirchendach ist das erste freigeformte Stahldach dieser Größe, dessen Bleche in der Werkstatt dreidimensional kaltverformt wurden und Teil der Tragkonstruktion sind. Das Ingenieurbüro schlaich bergermann und partner (Berlin) erhielt den Preis zusammen mit dem Studio Tobias Rehberger (Frankfurt am Main) für „Slinky springs to fame" - eine skulpturale Spannbandbrücke in Oberhausen, deren Materialeinsatz durch die Verwendung hochfesten Stahls auf ein Minimum reduziert ist.

In der Kategorie „Stahl-Design" wurde das Architekturbüro Agirbas / Wienstroer (Neuss) für die Brücke an der Himmelsleiter in Opladen ausgezeichnet. Die Brückenkonstruktion besticht durch ihre Leichtigkeit und bietet an dem transparenten Mitteilteil den Durchblick auf die darunter fließende Wupper. Ebenfalls eine Auszeichnung erhielt das Unternehmen Asche & Unkelbach für das Multiscreen „ShangriLa" - eine neuartige Kombination aus Sicht-, Sonnen- und Wetterschutz. eisele kuberg design (Neu-Ulm) und Friedrich Sailer (Neu-Ulm) erhielten den Preis für das Hygienemöbelsystem HYG-09. Die reinraumgerecht, also für höchste hygienische Ansprüche, gestaltete Möbelserie besticht durch Funktion und Ästhetik.

Den Sonderpreis „Klimaschutz mit Stahl" erhielt das Unternehmen Pumpen Strebe (Wusterhusen) für die Venturi-Edelstahl-Sonde, die das Herzstück einer Anlage zur Erzeugung von Wärme mithilfe der Wärmepumpentechnik darstellt. Durch die im Erdreich positionierte Edelstahl-Sonde wird eine Wärmeträger-flüssigkeit gepumpt, die von dem umgebenden Grundwasser um ca. 3 °C erwärmt wird. Aus der Temperaturdifferenz gewinnt eine Wärmepumpe genügend Wärme, um ein Einfamilienhaus mit Warmwasser und Heizenergie zu versorgen. Diese Technik ermöglicht auch die Nutzung natürlicher Wärmespeicher wie Flussläufe und Seen, ohne die Umwelt zu belasten.

Der Stahl-Innovationspreis wird seit 23 Jahren verliehen, um innovative Ideen und Produkte zu fördern, ins Licht der Öffentlichkeit zu bringen und ihnen bei der erfolgreichen Positionierung im Markt zu helfen. Zahlreiche Gewinner früherer Wettbewerbe haben bereits von der Auszeichnung profitiert und Erfolgsgeschichten geschrieben. (qui)

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