Faserverbundwerkstoff SGL Group und Bertrandt präsentieren leichten und kostenreduzierten Instrumententafelträger

Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Mit dem Technologieträger „Carbon Carrier“ haben Bertrandt und die SGL Group in enger Kooperation ein neuartiges und integriertes Konzept für Auto-Innenraumstrukturen auf Basis von Faserverbundwerkstoffen entwickelt. Der großserienfähige, als Baukasten konzipierte Instrumententafelträger kombiniert Leichtbau und Funktionsintegration und ist als „kalter Prozess“ nach dem Lackieren montierbar.

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Dr. Andreas Erber, Leiter des Lightweight and Application Center (LAC) der SGL Group, erläutert die Rafinessen des "Carbon Carrier" genannten Instrumententafelträgers. Seine Tragstruktur besteht aus vier verschiedenen Teilen, die jeweils aus unterschiedlichen CFK-Materialien bestehen und mit unterschiedlichen Prozessen gefertigt werden.
Dr. Andreas Erber, Leiter des Lightweight and Application Center (LAC) der SGL Group, erläutert die Rafinessen des "Carbon Carrier" genannten Instrumententafelträgers. Seine Tragstruktur besteht aus vier verschiedenen Teilen, die jeweils aus unterschiedlichen CFK-Materialien bestehen und mit unterschiedlichen Prozessen gefertigt werden.
(Bild: D.Quitter / konstruktionspraxis)

Als Basis diente ein von Bertrandt intern erstellter, OEM-neutraler Karosserie-Entwurf. Auf diesem wurde ein funktionales Package-Modell für den vorderen Fahrzeug-Innenraum eines Cabriolets bzw. Coupés mit elektrischem Antrieb entwickelt. Das Modell beinhaltet alle wichtigen Funktions- und Verkleidungsteile einer klassischen Instrumententafel. Zudem wurde der Technologieträger um eine neu entwickelte De-signsprache erweitert. So sollen für den Fahrer zentrale Lastpfade sichtbar und CFK-Elemente erlebbar gemacht werden. Auch die Strukturbauteile wurden neu gestaltet. Sie verleihen dem Interieur einen freien, leichten und schwebenden Eindruck.

„Bei der Entwicklung des Carbon Carriers wurde darauf geachtet, dass die eingesetz-ten Bauteile, Technologien und Montage-Konzepte bereits heute bzw. in naher Zukunft großserienfähig sind. Besonders beim Elektroauto bedeutet weniger Gewicht mehr Reichweite“, sagt Michael Hage, Fachbereichsleiter Entwicklung Karosserie / CAE bei Bertrandt.

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Die größte Herausforderung bei der Entwicklung war es, für jedes komplexe Bauteil die optimale Konfiguration aus Matrix- und Faserwerkstoff, Faserlänge, -anteil und -orientierung, Lagenaufbau und Prozesstechnik zu finden, die die verschiedenen An-forderungen erfüllt. Bestandteil des Karosserie-Entwurfs ist ebenfalls die Definition eines neutralen Montageträgers. Die SGL Group brachte hier neben ihrer Material- und Prozesskompetenz insbesondere ihre Bauteilerfahrung in der Großserie mit ein. In ihrem Lightweight and Application Center (LAC), in dem Leichtbau-Lösungen für die Großserie entstehen, wurde der optimale Materialmix sowie die Fertigungstechnik für den Carbon Carrier entwickelt. „In den Carbon Carrier ist das gebündelte Know-how von Bertrandt und der SGL Group entlang des kompletten Produktentwicklungsprozesses – von der Konzeptphase über die Konstruktion bis hin zur automatisierten Großvolumenfertigung eingeflossen“ berichtet Dr. Andreas Erber, Leiter des Light-weight and Application Centers der SGL Group.

Der Technologieträger zeigt einen hohen Innovationsgrad und stellt dar, wie neuartige Strukturen in modernen Fahrzeugkonzepten zukünftig aufgebaut sein könnten. Das erarbeitete Know-how wird sowohl in weiteren gemeinsamen Projekten als auch in zukünftigen Kundenprojekten von Bertrandt und der SGL Group zum Einsatz kommen. (qui)

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