Klebstoff Schmelzkleber für biomedizinische Anwendungen

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Chemiker der Friedrich-Schiller-Universität Jena haben einen neuartigen Klebstoff entwickelt, der beinahe jedes Material schnell verbindet. Er ist zudem noch leicht zu handhaben, vollständig biologisch abbaubar und zudem ein reines Naturprodukt.

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(Bild: Friedrich-Schiller-Universität/Jan-Peter Kasper)

„Aufgrund dieser Eigenschaften ist der Schmelzkleber, der aus Stärke und Fettsäuren besteht, vor allem für die Anwendung im medizinischen Bereich interessant“, erläutert Dr. Jana Wotschadlo. So sei er etwa als Knochenkleber oder zum reversiblen Fixieren von Implantaten bestens geeignet, ebenso zur Beschichtung von keramischen und metallischen Implantatmaterialien sowie als Reservoir-Material.

Die Chemikerin Dr. Jana Wotschadlo und ihre Kollegen Susanne Schmidt vom Kompetenzzentrum für Polysaccharidforschung der Universität Jena präsentieren diesen innovativen Bioklebstoff in diesem Jahr auf der Fachmesse Medica, die vom 12.-15. November in Düsseldorf stattfindet. „Für die Industrie entscheidende Produkteigenschaften, wie Schmelztemperatur und Viskosität, lassen sich stufenlos einstellen“, betont Dr. Wotschadlo. Die Jenaer Chemiker planen nun ein eigenes Unternehmen zu gründen, das auf den jeweiligen Kundenbedarf und unterschiedliche Anforderungsprofile spezifisch zugeschnittene Schmelzkleber formuliert, für neue Einsatzfelder entwickelt und vermarktet.

Ihr „dextrinova“ genanntes Ausgründungsprojekt kann dabei bereits erste Erfolge vorweisen: So ist das Team während des diesjährigen Gründer- und Innovationstages in Jena zum „Gründerchamp 2014“ gekürt worden. Derzeit wird „dextrinova“ aus dem EXIST-Programm des Bundeswirtschaftsministeriums finanziell gefördert, um den Biokleber zur Marktreife zu entwickeln. (jup)

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