Getriebe Robuste Antriebstechnik für Reversier-Walzstraße in Bahrain

Redakteur: Ute Drescher

In Stahlwerken herrschen raue Einsatzbedingungen. Gerade auf Antriebe ist hier nur Verlass, wenn sie auch starken Belastungen dauerhaft gewachsen sind.

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Das neue Stahlwerk der United Steel Company („SULB“) in Hidd im Königreich Bahrain ist auf eine Jahresproduktion von 600.000 Tonnen Stahl ausgelegt.
Das neue Stahlwerk der United Steel Company („SULB“) in Hidd im Königreich Bahrain ist auf eine Jahresproduktion von 600.000 Tonnen Stahl ausgelegt.
(Bild: Nord Drivesystems)

Der Bauboom in den arabischen Golfstaaten hält an – mit dem klaren Ziel, Städte wie Abu Dhabi, Dubai und Doha weiter zu Geschäftszentren und Tourismuszielen mit breiter Anziehungskraft auszubauen. Für ihr Wachstum waren die aufstrebenden Golf-Metropolen lange auf viel Import-Stahl angewiesen. Seit kurzem jedoch will man den anhaltend hohen Bedarf stärker aus der Region selbst decken. So wurde der Aus- und Aufbau eigener Produktionsanlagen forciert. Ein besonders umfangreicher integrierter Stahlkomplex wuchs am Industriestandort Hidd im Königreich Bahrain heran: Allein dieser soll knapp ein Sechstel der früheren Träger- und Profilimporte im gesamten Nahen Osten durch eigene Erzeugnisse ersetzen. Hierzu errichtete der Anlagenbauer SMS Meer ein schweres Profilwalzwerk mit modernster Ausstattung.

Ein Großteil der im Werk benötigen Getriebemotoren, die auf der Insel im Persischen Golf neben den in Walzwerken typischen hohen Betriebsbelastungen nicht zuletzt klimatische Extreme tolerieren müssen, stammt vom norddeutschen Antriebsspezialisten Nord Drivesystems. Nord stimmte mit SMS Meer ein breites Spektrum sehr robuster Lösungen ab, das über 600 Rollgangsgetriebe sowie weitere Systeme einschließlich einiger großer Industriegetriebe umfasst.

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Raue Bedingungen für Fördertechnik

Über die Rollgänge im Werk müssen große Stückzahlen 16 t schwerer Träger durch die reversierende Walzstraße verfahren werden. Das ständige Beschleunigen und Abbremsen des Transportguts strapaziert die dort arbeitende Antriebstechnik in Form heftiger Schläge und Stöße: „Das sind außergewöhnliche Belastungen, mit denen viele Standard-Getriebemotoren überfordert wären. Für Rollgänge geeignete Antriebe sind deshalb seit eh und je ein Fall für eine Handvoll spezialisierter Hersteller“, erklärt Guido Sonnenschein, Antriebsspezialist bei SMS Meer. „Man möchte außerdem möglichst aus einem großen Spektrum unterschiedlicher Modelle wählen können, um für jeden Einzelantrieb die optimal ausgelegte Lösung zu bekommen. Für ein Walzwerk wie dieses werden allein in den Rollgängen Hunderte von Getriebemotoren in einer Reihe von Varianten benötigt. Das können nur wenige Lieferanten bieten.“

In der neuen Minimill in Hidd tut Antriebstechnik mehrerer Hersteller ihren Dienst. Die mit Abstand größte Stückzahl an Systemen für den Bahnwalzbereich jedoch stellte Nord Drivesystems bereit. Das Antriebshaus kooperiert seit längerem intensiv mit SMS Meer bei der Ausstattung neuer Produktionsanlagen. „Mit Nord haben wir in der SMS Group inzwischen rund zehn Jahre Erfahrung in der Zusammenarbeit“, führt Sonnenschein aus. „Für diesen Partner sprach von Anfang an das enorm breite und differenzierte Getriebesortiment – das ist die notwendige Basis für flexible Lösungen. Daneben geht natürlich nichts ohne spezielle Expertise für Antriebstechnik in der Stahlbranche. Solches Know-how haben wir im Laufe der Zeit mit Nord gemeinsam auf- und ausbauen können. “

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