Getriebe

Robuste Antriebstechnik für Reversier-Walzstraße in Bahrain

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Pflicht: Robustheit und Langlebigkeit

Zu dem ruckartigen Betrieb sowie den schweren Lasten auf den Förderstrecken kommen in Bahrain erschwerend noch hohe Umgebungstemperaturen hinzu – am Einsatzort sind 50 °C keine Seltenheit. Diesen insgesamt sehr anspruchsvollen Bedingungen halten die Getriebemotoren im Rollgang nur aufgrund ihrer bereits standardmäßig höchst robusten Auslegung stand: Dank der Blockgehäuse-Bauweise integrieren Nord-Getriebe sämtliche Elemente in einem geschlossenen System, was generell schon hohe Radial- und Axial-Belastungen erlaubt. Außerdem sorgt die gefräste und feinstbearbeitete Schrägverzahnung in den Getrieben für extreme Stabilität unter Last. Noch einmal bessere Belastbarkeit und Haltbarkeit bieten optional verstärktes Wellenmaterial (z.B. 42CrMo4) sowie stärkere Lager. Mit vibrationsabsorbierendem Gehäusematerial kann zudem ein Teil der mechanischen Impulse abgepuffert werden. Den hohen Betriebs- und Umgebungstemperaturen lässt sich mit besonderen synthetischen Schmierölen (ISO VG220) sowie mit speziellen Lackierungen begegnen. In Stahlwerks-Rollgängen ist die lange Lebensdauer der Getriebe und Motoren von großer Bedeutung – schließlich erwarten die Betreiber solcher Anlagen in der Regel, dass selbst über Jahrzehnte nur sehr selten Komponenten auszutauschen sind. „Unsere Rollgänge sind natürlich so gebaut, dass sie viele, viele Jahre lang zuverlässig und mit wenig Wartungsaufwand laufen“, erzählt Thomas Danne, Projektleiter Elektrik & Automation bei SMS Meer. „Aber nur für den Fall der Fälle ist es gut zu wissen, dass ein Antriebspartner wie Nord ähnlich wie wir weltweit präsent ist, also praktisch überall kurzfristig Teile vor Ort schaffen und mit Servicekräften bei Bedarf zügig zur Stelle sein könnte.“

Von Spezial- zu Standardkomponenten

Die 622 Hilfsantriebe für die Rollgänge im Bahnwalzbereich blieben nicht die einzigen Lösungen, die SMS Meer für das Projekt in Hidd von Nord bezog. „Natürlich gab es hier und da gewisse Modifikationen und die eine oder andere Sonderübersetzung, aber generell konnten wir bei der Antriebsauslegung durch das flexible Baukastensystem von Nord erfreulich oft ein Standardgetriebe wählen – trotz der vielen unterschiedlichen Typen, die wir brauchten. Standard-Ausführungen sparen natürlich Kosten“, so Danne. „Und das hat nicht nur bei den Rollgängen gut funktioniert. Speziell bei den Kettenförderern der Kühlstrecke konnten wir in diesem Werk erstmals auf Sondergetriebe, die wir sonst selbst bereitgestellt haben, verzichten. Stattdessen haben wir dort jetzt vier Standard-Flachgetriebe von Nord installiert.“ Bei einigen der Getriebe legte SMS Meer auf eine besonders flexible Ausführung wert – hierzu zählen vier drehmomentstarke Industriegetriebe, die das Ausrichten der schweren Knüppel vor den Walzen übernehmen. Sie wurden mit beidseitigen An- und Abtriebswellen bestellt, sind also für beide Wellenlagen einsetzbar. Die jeweils ungenutzte Seite wird von einer Haube abgedeckt. An Sonderwellen mit entsprechenden Bohrungen wurden Geber von SMS Meer montiert. Nord fertigt bei Industriegetrieben im Gegensatz zu anderen Herstellern durchweg alle Modelle im einteiligen Blockgehäuse – auch die größten mit bis zu 242.000 Nm Abtriebsdrehmoment. Bei dieser Bauart sind im Gegensatz zu mehrteiligen Konstruktionen auch bei Höchstleistungen Verwindungseffekte ausgeschlossen. Das Projekt in Bahrain gab mit den erreichten Erfolgen für SMS Meer und Nord den Anstoß, das bestehende Kooperationsteam von Anlagenbauer und Antriebshersteller noch zu verstärken. Schon im Vorfeld weiterer gemeinsamer Aktivitäten bereitet man sich so auf eine in Zukunft noch umfassendere Zusammenarbeit vor. (ud)

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