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Dichtungen Pneumatikdichtungen im Baukastenprinzip

| Autor/ Redakteur: Winfried Schröppel, Thomas Braun / Dorothee Quitter

Für den EU-Einbauraum von Pneumatik-zylindern bietet Parker-Prädifa eine Vielzahl von kombinierten Dichtungen und Abstreifern an.

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Dank des offenen Einbauraums lassen sich die Dichtungen der Pneumatikzylinder sehr leicht montieren und demontieren. (Bild: Parker-Prädifa)
Dank des offenen Einbauraums lassen sich die Dichtungen der Pneumatikzylinder sehr leicht montieren und demontieren. (Bild: Parker-Prädifa)

Die Anforderungen von Pneumatik-Zylindern an die Dichtungstechnik können üblicherweise in folgende technische Bereiche eingeteilt werden:

  • Thermische Anforderungen
  • Chemische Anforderungen
  • Kinematische Verhältnisse.

Hinzu kommen Forderungen basierend auf gesetzlichen Bestimmungen oder Lebensdaueranforderungen. Die Kombinationsvarianten all dieser Punkte, verbunden mit Aspekten wie Erfahrungswerten und anderen individuellen Einflussgrößen, ergeben eine komplexe Vielfalt, die nur durch spezifische Lösungen zu befriedigen ist und hohes Expertenwissen in Bezug auf Werkstoffe und Geometrien seitens des Dichtungsherstellers voraussetzt. Eine enge Zu-sammenarbeit zwischen dem Hersteller pneumatischer Komponenten und dem Dichtungshersteller bildet dabei die Grundlage für technisch und ökonomisch wettbewerbsfähige Lösungen.

Modulares Baukaustenprinzip

Für Pneumatikzylinder hat sich stangenseitig im Laufe der letzten zwei Jahrzehnte ein Industriestandard entwickelt, dem eine bestimmte Einbauraumgeometrie zugrunde liegt, der „EU-Einbauraum“. In diesen Einbauraum wurden inzwischen verschiedenste Dichtungslösungen konzipiert, die jeweils ganz unterschiedlichen Anforderungen genügen. So war die Konsolidierung dieser Lösungen und der Ausbau in ein modulares Baukastenprinzip eine logische Konsequenz. Durch diesen modularen Baukasten können nunmehr sowohl Standard-Anwendungen als auch sehr spezifische Lösungen realisiert werden. Da all diese Komponenten im selben Einbauraum verbaut werden, ist die Variantenvielfalt aller Einzelbauteile meist auf die Dichtung beschränkt. Die metallischen Gehäuseteile werden in gleicher Geometrie und meist gleichem Werkstoff vielfältig eingesetzt. Dies ermöglich eine ökonomisch günstige Lagerbewirtschaftung bei den Zylinderherstellern. Die Kapitalbindung am Lager wird auf das „Class C“ Produkt, die Dichtung, beschränkt.

Werkstoffe und Geometrien

Die Palette der verfügbaren Werkstoffe reicht von NBR, HNBR über FKM und TPU bis hin zu PA-basierten Werkstoffen. Sind extreme Beständigkeiten, Trockenlaufeigenschaften oder Stick-Slip-freier Lauf gefordert, kommen PTFE-Compounds oder UHMW PE zum Einsatz. Weitere Werkstoffe sind auf Kundenwunsch ebenfalls realisierbar. Durch die große Bandbreite erhältlicher Lösungen kann ein Temperaturbereich von -200 °C bis zu 260 °C bei einer maximalen Geschwindigkeit von 1 m/s (mit Spezialwerkstoffen bis 5 m/s) abgedeckt werden.

Zum Schutz gegen Umgebungseinflüsse sind angepasste Abstreifgeometrien erhältlich. Ohne Mehraufwand für den Kunden verhindert ihr Einsatz, dass Flüssigkeiten, viskose Medien oder leichte Schmutzanhaftungen in den Zylinder gelangen. Für verdrehgesicherte Kolbenstangen mit zwei abgeflachten Seiten stehen spezielle Dichtungsbauformen zur Verfügung. Bei extremen Bedingungen wird der Einsatz von zweigeteilten Varianten empfohlen. Somit kann das Material auf die jeweilige Aufgabe der Dicht- und Abstreiflippe optimal abgestimmt werden. (qui)

* Dipl. Ing. Winfried Schröppel, Market Unit Manager Pneumatik, Dipl. Ing. (FH) Thomas Braun, Marketing & Engineering Manager, Parker Hannifin Manufacturing Germany

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