Faserverbundstoff
Naturfaser macht Kinderfahrrad recycelbar

Von Jim Köcher, wissenschaftlicher Mitarbeiter Hochschule Mitweida 4 min Lesedauer

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An der Hochschule Mittweida forscht ein Team an einem Rahmen für Kinderfahrräder. Das Besondere: Das Fahrrad ist voll recyclingfähig. Hierzu nutzt das Team das Verfahren des Thermoformings – ein eher unübliches Fertigungsverfahren. 

Der Prototyp des recyclingfähigen Kinderfahrrades soll 2027 verfügbar sein.(Bild:  Hochschule Mitweida)
Der Prototyp des recyclingfähigen Kinderfahrrades soll 2027 verfügbar sein.
(Bild: Hochschule Mitweida)

Bisher werden hochwertige Fahrradrahmen in besonders leichter Ausführung im Resin-Transfer-Moulding-Verfahren in aufwendiger Handarbeit hergestellt. „Die Produkte sind im für Kinderfahrräder kaum relevanten Höchstpreissegment angesiedelt. Der Aufbau ist laminiert, wobei die Matrix aus Resin (Epoxidharz) besteht. Diese können durch die irreversible Vernetzung nicht bzw. nicht ohne Downgrading recycelt werden“, erklärt Jim Köcher, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Hochschule Mittweida. Gemeinsam mit seinem Team forscht Köcher im Projekt „StreckFaserKunststoff“ an der Professur für Intelligente Maschinensysteme und Mikromobilität (IMS) der Hochschule Mittweida an einem Fahrradrahmen für Kinderfahrräder. Das Team unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Jörg Hübler will einen hochwertigen Fahrradrahmen entwickeln, der kostengünstig automatisiert im Sinne der geschlossenen Kreislaufwirtschaft nach dem Cradle-to-Cradle-Prinzip gefertigt werden kann.
Die Forschenden bedienen sich dabei an einem in der Fahrradbranche bisher unüblichen Fertigungsverfahren: dem Vakuumtiefziehen von Kunststoff. Beim sogenannten Thermoforming sollen aus einer thermoplastischen Kunststoffplatte zwei Halbschalen thermomechanisch geformt und anschließend zu einem fertigen Rahmen miteinander verschweißt werden.