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Kennzeichnung Komponenten im Schaltschrank richtig kennzeichnen

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Was bei der Kennzeichnung im Schaltschrank zu beachten ist und welche Möglichkeiten es gibt, Kabel nachträglich zu beschriften, erklären hier die Experten von Murrplastik.

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Der Hauptvorteil der direkten Ader- und Leitungskennzeichnung ist die Zeitersparnis bei der Montage: Im Gegensatz zur Tüllen-Montage benötigt das Anbringen der Kennzeichnungsschilder nur noch einen Schritt.
Der Hauptvorteil der direkten Ader- und Leitungskennzeichnung ist die Zeitersparnis bei der Montage: Im Gegensatz zur Tüllen-Montage benötigt das Anbringen der Kennzeichnungsschilder nur noch einen Schritt.
(Bild: Murrplastik)

Das A und O im Schaltschrankbau ist die Sicherheit und die damit verbundene eindeutige, gut sichtbare und dauerhafte Kennzeichnung elektrischer Betriebsmittel. Anwender wünschen sich eine einfach zu realisierende Beschriftung, die einen optimalen Überblick bietet. Hier die Anforderungen an die Kennzeichnung im Schaltschrank zusammengefasst:

  • Um Handhabungsfehler, Verletzungen und Unfälle sowie daraus entstehende Folgekosten zu vermeiden, ist eine präzise und unverwechselbare Beschriftung im Schaltschrankbau erforderlich. Bei Planung, Realisierung, Wartung und Demontage sowie bei Änderungen der Anlage sind alle Betriebsmittel so zu kennzeichnen, dass diese unmissverständlich zugeordnet werden können.
  • Die schnelle Orientierung und Identifizierung durch auffällige, gut sichtbare Kennzeichnung sind zwingend notwendig.
  • Schaltschränke durchlaufen häufig Umbau-, Modernisierungs- oder Wartungsmaßnahmen. Die Kennzeichnung soll flexibel, schnell und einfach erfolgen. Hierfür eignen sich Schilder für eine nachträgliche Kennzeichnung.
  • Eine hohe Lebensdauer von Schaltschränken erfordert gleichzeitig eine langanhaltende Qualität bei der Kennzeichnung. Auch nach vielen Jahren müssen die Einzelader- und Kabelkennzeichnungen und die Schaltschrankbeschriftungen einwandfrei lesbar sein. Dies setzt voraus, geeignete Materialien und Kennzeichnungstechnologien zu verwenden. So verfügen Schilder aus Polycarbonat – im Vergleich zu Polyamid – über eine niedrigere Feuchtigkeitsaufnahme und verhindern damit ein Aufplatzen der Beschriftung.
  • Im Schaltschrank werden immer komplexere Technologien in sehr kompakte Gehäuse integriert. Daher sind platzsparende Kennzeichnungsschilder und Etiketten von Vorteil.
  • Der Schaltschrankbau ist geprägt von einem hohen Kosten- und Zeitdruck (Kosten für Betriebsmittel und Personal). Manuelle, erweiterbare und nachträgliche Kennzeichnungen tragen zur erheblichen Zeit- und Kosteneinsparung bei. Kennzeichnungsschilder, die sich einfach und schnell anbringen lassen, (z.B. das rasche Aufschieben einer Kennzeichnungstülle) schonen Ressourcen.

Veranstaltungstipp

Auf dem Anwenderforum Relaistechnik erklären Experten in Best-Practice-Bespielen die Realisierung von Schaltaufgaben in Maschinen, Geräten, Systemen oder bei der Prozessteuerung vor. Darüber hinaus werden Besonderheiten spezieller Relais betrachtet und die Relaisentwicklungen im Kontext zu Smart Grid, Energy Storage, Smart Home und Automotive aufgezeigt.

Nachträgliche Kennzeichnung im Schaltschrank

Individuelle, nachträgliche und tüllenlose Ader- und Leitungskennzeichnungen kommen bei Umbau-, Modernisierungs- oder Wartungsmaßnahmen zum Einsatz. Beispiele sind: Wenn Kabel nur vorübergehend gekennzeichnet werden sollen, wenn Kabel ersetzt werden, wenn aus ein paar wenigen Kabeln sukzessive mehr werden oder wenn Wartungsarbeiten an schwer zugänglichen Stellen notwendig sind.

Vorteil der direkten Ader- und Leitungskennzeichnung ist die Zeitersparnis bei der Montage: Die Anbringung dieser Kennzeichenschilder benötigt nur einen Schritt – im Gegensatz zur Tüllen-Montage. Ein weiterer Vorteil ist die verringerte Fehleranfälligkeit bei der Montage. Je nach Art des Kennzeichenschildes befestigt der Anwender die tüllenlosen Kennzeichnungsschilder entweder direkt oder mit einem Kabelbinder.

Vorteile der nachträglichen Kennzeichnung:

  • Anwenderfreundliche Handhabung
  • Zeitersparnis durch schnelle und werkzeuglose Montage
  • Nachträgliche und direkte Montage
  • Zubehör wie Tüllen oder Befestigungshilfen entfallen
  • Stabile Befestigung
  • Flexible Positionierung
  • Für unterschiedliche Querschnitte
  • Beschriftung einzelner Schilder jederzeit möglich

Richtige Materialien für die Kennzeichnung wählen

Bei der Wahl des richtigen Kennzeichnungstyps sind nicht nur die Anforderungen hinsichtlich Branche und Anwendungsbereich zu berücksichtigen, sondern auch Materialeigenschaften und Spezifikationen. Schilder aus Polypropylen sind beispielsweise aufgrund chemischer Beständigkeit besonders geeignet für den Lebensmittel- und Pharmaziebereich. Detektierbare Schilder sind für Anwendungen optimal, bei denen Nahrungsmittel, Getränke oder Arzneimittel abgefüllt werden, um im Verlustfall von Detektoren erkannt und aussortiert werden zu können.

Murrplastik bietet beispielsweise die nachträglichen Kennzeichnungsschilder KNC, KNQ und KSM in Polycarbonat an sowie KSM in Polypropylen und einer detektierbaren Polypropylen-Variante.

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