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Kabeldurchführung „Kabeldurchführungsplatten sind alles andere als ein simples Produkt“

Hubert Jahnke, Produktmanager bei Icotek, erklärt im Interview mit konstruktionspraxis, warum Kabeldurchführungsplatten spannende Produkte sind und auf was es bei der Produktentwicklung ankommt.

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Im Maschinen- und Anlagenbau sind in unterschiedlichen Bereichen Kabeldurchführungen nötig. Vor allem Dichtigkeit und Kompaktheit spielen dabei eine wichtige Rolle.
Im Maschinen- und Anlagenbau sind in unterschiedlichen Bereichen Kabeldurchführungen nötig. Vor allem Dichtigkeit und Kompaktheit spielen dabei eine wichtige Rolle.
(Bild: Icotek)

Eine Kabeldurchführungsplatte ist auf den ersten Blick ein simples Produkt. Gibt es überhaupt Potenzial für Weiter- oder Neuentwicklungen?

Ja, auf jeden Fall. Denn es gibt nichts, was man nicht verbessern kann. Daher entwickeln wir auch bestehende und bewährte Produkte und Serien stetig weiter.

Hauptsächlich geht es darum, die Dichtigkeit der Durchführung zu optimieren. Dazu setzen wir uns in sogenannten Technikrunden zusammen und überlegen gemeinsam im Team, wie wir unsere Kabeldurchführungen noch dichter machen können.

Ein weiterer Punkt an dem wir ansetzen können, ist die Montage und Handhabung. Kunden verlangen nach einfachen Lösungen. Auch hier gibt es immer wieder Verbesserungspotenzial.

Hubert Jahnke ist Produktmanager bei Icotek.
Hubert Jahnke ist Produktmanager bei Icotek.
(Bild: Icotek)

Welche Rolle spielt denn der Kundenwunsch bei Ihrer Entwicklungsarbeit?

Das Feedback der Kunden spielt bei uns eine sehr große Rolle. Wir arbeiten beispielsweise schon sehr lange mit Kunden aus der Automobilindustrie zusammen. Ein vertrauensvolles Verhältnis sorgt dafür, dass Kunden offen über ihre Bedürfnisse mit uns sprechen.

So sind schon viele neue Produkte entstanden, die wir zunächst kundenspezifisch entwickelt und dann aufgrund der großen Nachfrage letztendlich zum Serien- und Katalogprodukt ausgebaut haben.

Können Sie dazu ein konkretes Beispiel nennen?

Die KEL-Ultraflex ist beispielsweise aufgrund eines konkreten Kundenwunsches entstanden. Dabei handelt es sich um eine Schaltschrankeinführung mit einer pyramidenförmigen Tülle.

Der Kunde hatte das Problem, dass er unflexible, starre Versorgungsleitungen schräg in einen Schrank einführen musste. Mit herkömmlichen Lösungen knickten die Leitungen ab. Schäden an den Leitungen und eine nicht sicherzustellende Versorgung waren die Folge. Als uns der Kunde das Problem schilderte, fingen wir an zu tüfteln.

Die Baureihe KEL-Ultraflex ist aufgrund ihrer Form und des verwendeten Materials hochflexibel. So vereinfacht sie die Einführung und Positionierung der Leitungen – und das Ganze in Schutzart IP66. Bei der Markteinführung haben wir noch nicht damit gerechnet, dass der Bedarf so hoch ist. Doch mittlerweile ist auch dieses ganz kundenspezifisch entstandene Produkt Katalogware.

Wie lange dauert es denn von der ersten Idee bis zum marktreifen Produkt?

Bei diesem Beispiel vergingen sechs Monate von der ersten Idee bis zum fertigen Produkt. Langwierig ist dabei vor allem die Herstellung der Spritzgusswerkzeuge für die Fertigung. Idee, Entwicklung und Konstruktion waren innerhalb von acht Wochen abgeschlossen. Bis ein neues Produkt allerdings am Markt greift, können ab der Markteinführung schon noch zwei Jahre vergehen. Natürlich hängen die einzelnen Zeitabschnitte auch stark vom jeweiligen Produkt, den Anforderungen und der Zusammenarbeit mit Kunden und im Team ab.

Wäre der 3D-Druck eine Alternative zu Spritzgusswerkzeugen?

Nein, dazu fertigen wir zu hohe Stückzahlen in der Serie. 3D-Druck wäre hierfür nicht wirtschaftlich. Ab und zu nutzen wir die Technologie in der frühen Entwicklungsphase. Die Bauteile lassen wir dann extern drucken.

Im Oktober sind Sie mit Ihren Produkten auf der Motek in Stuttgart vertreten. Was zeigen Sie dort?

Die Motek ist für uns eine wichtige Messe und quasi ein Heimspiel, denn Stuttgart liegt sozusagen vor der Haustür. Auf der Motek können wir immer qualitativ sehr hochwertige Standbesuche verzeichnen.

Dieses Jahr stellen wir unter anderem unsere Pneumatiklösungen in den Fokus. Bei Kabeleinführungen denkt man sofort an elektrische Verbindungstechnik. Aber unsere Kabeldurchführungsplatten eignen sich auch hervorragend, um Pneumatikschläuche auf engstem Raum durch Gehäuse und Schränke führen zu können. Das wollen wir zeigen.

Motek 2017: Halle 7, Stand 7312

Herr Jahnke, vielen Dank für das Gespräch und viel Erfolg auf der Motek in Stuttgart.

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Über den Autor

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Redakteurin, konstruktionspraxis – Alles, was der Konstrukteur braucht