Bildgebung Exoplanetenkamera macht unsichtbare Planeten sichtbar

Redakteur: Juliana Pfeiffer

Ab 2025 begibt sich das Nancy Grace Roman Space Telescope auf die Suche nach erdähnlichen Planeten außerhalb unseres Sonnensystems. Die elektronischen Kerne der Exoplanetenkamera an Bord haben ABB und Nüvü Camēras entwickelt.

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Die Exoplanetenkamera im Nancy Grace Roman Space Telescope hat die gleiche Winkelauflösung wie Hubble, aber mit dem 100-fachen des Sichtfeldes. Die von ihm gesammelten Daten ermöglichen es den Wissenschaftlern, neue und einzigartig detaillierte Informationen über Planetensysteme um andere Sterne zu entdecken.
Die Exoplanetenkamera im Nancy Grace Roman Space Telescope hat die gleiche Winkelauflösung wie Hubble, aber mit dem 100-fachen des Sichtfeldes. Die von ihm gesammelten Daten ermöglichen es den Wissenschaftlern, neue und einzigartig detaillierte Informationen über Planetensysteme um andere Sterne zu entdecken.
(Bild: NASA)

Das künftige Weltraumobservatorium der NASA, das Nancy Grace Roman Space Telescope, wird sich ab 2025 auf die Suche nach erdähnlichen Planeten machen.

Dabei ist es mit zwei Instrumenten ausgestattet: Das erste soll Aufschluss über die Verteilung dunkler Materie im Kosmos geben. Beim zweiten Instrument handelt es sich um die erste Exoplanetenkamera im Weltall (der sogenannte CoronaGraph Imager – CGI). Im CGI befinden sich zwei hochempfindliche Kameras mit elektronischen Kernen, die ABB gemeinsam mit Nüvü entwickelt hat.

Die Mutter von Hubble – Nancy Roman

Nancy Roman mit dem Modell eines Orbiting Solar Observatory (1962).
(Bildquelle: gemeinfrei)

1960 war Nancy Roman die erste Astronomie-Direktorin und die erste Frau in einer Führungsposition der NASA. Roman unterstützte von Anfang an Lyman Spitzers Idee eines Weltraumteleskops. Zusammen mit Astronomen aus dem ganzen Land und einigen Ingenieuren der NASA gründete sie deshalb ein Komitee. Es dauerte fast zwei Jahrzehnte, bis ein durchführbares Konzept für das spätere Hubble-Weltraumteleskop feststand. Erst 1990 wurde Hubble ins All befördert wurde. Roman gilt deshalb auch als „Mutter von Hubble“. Nun gibt sie dem NASA-Weltraumteleskop ihren Namen: Das Nancy Grace Roman-Weltraumteleskop soll im Infrarotbereich das All erforschen.

Bildgebungslösung macht ungewöhnlichen Punkt sichtbar

Extrasolare Planetensysteme sind aus großer Entfernung äußerst schwierig zu beobachten, da die Planeten sehr viel dunkler als ihr Nachbarstern und kaum voneinander getrennt sind.

Die optische Komponente des CGI ist so kompelx aufgebaut, dass das Sternenlicht ausgeblendet und das Restlicht des nahen Planeten an eine hochempfindliche Kamera gesendet werden kann. Und hier kommt die einzigartige Bildgebungslösung von ABB und Nüvü ins Spiel, indem sie den ungewöhnlichen Punkt sichtbar macht, der davor nicht zu erkennen war.

Die Roman-Mission dürfte bei der Abbildung von Exoplaneten hundert- bis tausendmal leistungsstärker sein als das, was heute auf der Erde erreicht werden kann. Wir sind sehr stolz darauf, für diese bahnbrechende 3,2 Milliarden-US-Dollar-Mission eine so wichtige Komponente bereitzustellen. Für den Erfolg dieses spannenden Projekts wird unser fortschrittlichstes technologisches Know-how benötigt.

Marc Corriveau, General Manager der ABB-Division Measurement & Analytics in Kanada

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