Kabel

Ein Kabel erobert Windkraftanlagen

| Autor: Juliana Pfeiffer

Die Anforderungen an ein Kabel in einer Windkraftanlage sind hoch. Ein Standardkabel reicht hier nicht - da müssen Spezialkabel her. Das Heluwind WK ist so eins.

Ein Hauch von warmer Schokolade schwebte früher durch die Produktionshallen. Heute riecht es hier nach einer Mischung aus Maschinenöl und Kunststoff, denn es laufen nicht mehr köstliche Schokoküsse vom Band, sondern Kabel. 1988 gründete das schwäbische Handelsunternehmen Helukabel im fränkischen Windsbach in der ehemaligen Schokokuss-Fabrik ein eigenes Kabelwerk. Hier fertigen heute über 140 Mitarbeiter auf einer Fläche von 10 000 Quadratmetern jährlich mehr als 50 000 Kilometer elektrische Kabel und Leitungen. Dabei bilden Produkte für den bewegten Einsatz mit einer hohen Fertigungstiefe den Schwerpunkt. Die Anforderungen der Kunden sind unterschiedlich, von extrem chemischer, elektrischer und mechanischer Beanspruchung gepaart mit kleinen Biegeradien, über eine hohe Anzahl an Biegewechsel-Zyklen, bis hin zu außergewöhnlichen Standzeiten. "Mit einer großen Bandbreite an Produktionsanlagen sind wir hier in Windsbach in der Lage, fast alle Produkte selber zu fertigen", sagt Hansjörg Struwe, Betriebsleiter im Werk in Windsbach.

Dabei umfasst das Produktprogramm Kabel und Leitungen, Spezialkabel, Kabel und Leitungen für die Daten-, Netzwerk-, Bus- und Medientechnik, Lösungen für Roboteranwendungen, Kabelzubehör und Leitungen für Photovoltaik- und Windkraftleitungen. "Die ersten Produkte für die Windkraft sind in den 90er Jahren entstanden", erinnert sich Hansjörg Struwe, der in seinen Händen eine solche Windkraftleitung hält - das Heluwind WK. Die Windkraftleitungen wurden zuvor nur als Sonderleitungen angeboten. Doch mit steigender Nachfrage nach Produkten für eine bestimmte Applikationen, wie in diesem Beispiel einer Windkraftanlage, entwickelte sich die Windkraft zu einem eigenständigen Geschäftsfeld bei Helukabel.

Spezielle Anforderungen an konstruktive Aufbauten

In seinen Händen reibt Struwe das schwarze Heluwind-Kabel und überlegt: "Viele schauen sich so ein Windkraftkabel an und sagen, eigentlich sieht das genauso aus wie andere auch. Aber das täuscht, es sind spezielle Anforderungen an die konstruktiven Aufbauten da." So muss bei der Herstellung von Windkraftleitungen die Torsion in der Anlage berücksichtigt werden. Die Gondel kann sich im Extremfall bis zu vier Mal um die eigene Achse drehen und die Leitungen die sich darin und im Loop befinden, werden ebenfalls vier Mal verdreht. "Im Loop werden bis zu 400 qmm dicke Kabel verdreht. Bei einer solchen Torsionsbeanspruchung wirken ganz andere Kräfte und Belastungen auf die Leitungen, als beispielsweise in einer Schleppkette. Denn hier werden die Kabel nur in eine Richtung bewegt", sagt Struwe und verdreht das schwarze Heluwind-Kabel demonstrativ um die eigene Achse.

Teil 2: Wenn es in Windkraftanlagen brennt

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