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Füge- und Verbindungstechnik Drei Neuheiten rund um Kleben und Dichten

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Neues aus der Verbindungstechnik stellen wir hier vor: Einen elektrisch isolierenden Elektronikklebstoff, einen Dichtstoff speziell für die Anforderungen der Automobilindustrie und eine Schutzfolie für Industrieanlagen.

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(Bild: Henkel)

1. Wärmeleitender und elektrisch isolierender Elektronikklebstoff

Delo hat den Elektronikklebstoff Monopox TC2270 entwickelt, der wärmeleitend und elektrisch isolierend zugleich ist und selbst nach standardisierten Feuchtigkeitstest mit anschließenden Reflow-Durchläufen gute Festigkeiten zeigen soll. Der Klebstoff sorge für eine schnelle Wärmeübertragung und für ein dauerhaft zuverlässiges Funktionieren von Halbleitern in der Leistungselektronik. Es handelt sich um ein einkomponentiges, warmhärtendes Epoxidharz. Durch den Keramikfüllstoff Aluminiumnitrid wird eine sehr hohe thermische Leitfähigkeit von 1,7 W/(m∙K) erzielt, heißt es.

Ein Vorteil des Klebstoffs gegenüber ICA-Klebstoffen ist die gleichzeitige elektrische Isolation. Er sorgt damit sowohl für eine zuverlässige Wärmeableitung als auch für die elektronische Trennung von Baugruppen. Im ausgehärteten Zustand weist Delo Monopox TC2270 Druckscherfestigkeiten von 34 MPa auf dem Verbundwerkstoff FR4 und 11 MPa auf dem Hochleistungskunststoff LCP auf. Werden Mikrochips verklebt, erreicht der Elektronikklebstoff im Die-Shear-Test (1 x1 mm² Silizium-Dies auf Goldoberfläche) Werte von 60 N. Auch nach standardisierten Feuchtigkeitstests zeige Monopox TC2270 laut Hersteller gute Festigkeiten.

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Buchtipp

Die Klebtechnik stellt für viele Anwendungen eine zuverlässige Alternative zu anderen Fügeverfahren dar. Das Fachbuch Klebtechnik gibt Konstrukteuren und Klebstoffanwendern Hilfestellungen für die Konzeption, Konstruktion und Realisierung von Klebungen.

2. Dichtstoff für die Automobilindustrie

Henkel führt die Polyacrylat-Dichtungstechnologie Loctite AA 5884 für das direkte Dosieren eines Flüssigdichtstoffs auf Kundenbauteile ein. Derartige Dichtungen werden in Form einer Elastomerraupe aufgebracht. Der Flüssigdichtstoff wird unter UV-Licht ausgehärtet und bildet eine nahtlose Druckdichtung. Dieser Prozess reduziert das Risiko für Nacharbeiten und Leckagen. Die Gesamtkosten sinken, weil der Dichtungsprozess automatisiert wird und der Lageraufwand vorgeformter PIP-Dichtungen entfallen. Der Dichtstoff bietet ausgezeichnete Beständigkeit gegen Öle und Automatikgetriebe-Schmierstoffe (ATF) und bewirkt keine Schaumbildung, so Henkel.

3. Folie schützt Industrieoberflächen

Die neue Industrieschutzfolie 7070 UV von 3M wurde speziell zum Schutz stark beanspruchter Industrieoberflächen entwickelt. Sie bildet einen abriebfesten und langlebigen Schutzfilm, der das Erscheinungsbild des Produktes kaum verändert. Der Papierliner ermöglicht eine gute Stanzbarkeit. Der druckempfindliche Acrylat-Klebstoff bietet auf unterschiedlichen Materialien zuverlässige Haftung. Der Polyurethan-Träger sorgt für Widerstandsfähigkeit und Flexibilität. Die Folie ist schnell und unkompliziert zu applizieren, so der Hersteller. Dabei zeichne sie sich durch eine Temperaturbeständigkeit von -28 °C bis 93 °C aus. Sie entspricht den Brandschutz-Anforderungen der EN 45545.

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