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Composites Europe 2019

Der Trend geht zur Serienfertigung von Faserverbundwerkstoffen

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Von der Composites-Industrie gehen wichtige Impulse aus. Welche Trends und Fortschritte in der Produktion und Verarbeitung von faserverstärkten Kunststoffen aktuell sind, zeigt die Composites Europe vom 10. bis 12. September in Stuttgart. Ein Überblick.

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Die 300 Aussteller aus 30 Nationen zeigen auf der Composites Europe in Stuttgart Materialien, technische Lösungen und innovative Anwendungsbeispiele.
Die 300 Aussteller aus 30 Nationen zeigen auf der Composites Europe in Stuttgart Materialien, technische Lösungen und innovative Anwendungsbeispiele.
( Bild: Composites Europe )

Über 300 Aussteller aus 30 Nationen zeigen auf der Composites Europe in Stuttgart Materialien, technische Lösungen und neue Anwendungsbeispiele. Neben neuen Produkten richtet die Messe einen besonderen Fokus auf innovative Prozess-Technologien. Die Serienfertigung und neue Anwendungen werden auch Thema auf den zahlreichen Sonderflächen, in Themenrundgängen, der begleitenden International Composites Conference und im Lightweight Technologies Forum sein, dass sich den Trends im Multimaterial-Leichtbau widmet.

Auf gemeinsamen Ausstellungsflächen präsentieren Maschinen- und Anlagenbauer innerhalb des Formats „Process live“ ihre Technologien im Zusammenspiel – und das im laufenden Betrieb, um so die einzelnen Teilprozesse im Zusammenhang zeigen zu können.

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Zu sehen ist u.a. das von Airbus patentierte Vakuuminfusionsverfahren VAP (Vacuum Assisted Process), das im Mittelpunkt der Sonderfläche von Trans-Textil und Composyst steht. Mit diesem Verfahren können großflächige und geometrisch komplexe Bauteile in einem Schritt ohne Autoklav gefertigt werden. Es eignet sich für Strukturbauteile im Flugzeugbau, in der Windkraft, Schifffahrt, im Schienen- und Straßentransport, im Maschinen- und Gerätebau sowie im Bereich der Architektur und Freizeitindustrie.

Multimaterial-Lösungen in nahezu allen Anwendungsindustrien

Serienfertigung, stabile Prozesse und neue Märkte sind Themen der International Composites Conference (ICC), die zeitgleich zur Composites Europe stattfindet.Auch thematisch rücken das Vortragsprogramm, das die Wirtschaftsvereinigung Composites Germany gestaltet, und die Messe dichter zusammen. Eines der übergreifenden Zukunftsthemen, die die gesamte Branche beschäftigen, sind Multimaterial-Lösungen in nahezu allen Anwendungsindustrien. Im Baubereich beschäftigt sich die Konferenz zudem mit dem steigenden Einsatz von Carbonbeton. Bei den Prozess-Technologien stehen die Verarbeitung von thermoplastischen Materialien zur Serienfertigung und stabile Prozesse bei der Duroplastverarbeitung im Fokus.

Partnerland der Konferenz ist das Vereinigte Königreich. Gerade in der aktuellen Diskussion rund um den Brexit wolle die ICC den Austausch zwischen allen europäischen Ländern fördern. Schließlich zähle das Land zu den größten Herstellern von Composites-Bauteilen in Europa.

Anwendertreff LeichtbauLeichtbau spart Ressourcen und Gewicht ein und spielt längst nicht mehr nur in der Automobilindustrie eine wichtige Rolle. Wie Konstruktionen leicht aber dennoch stabil werden und welchen Nutzen das bringt, erklärt der Anwendertreff Leichtbau.
Mehr Informationen: Anwendertreff Leichtbau

Geführte Rundgänge und Vorführungen in den Messehallen ergänzen das Konferenzprogramm. Themen-Führungen rund um Composites-Anwendungen, Materialien und Märkte führen Messe- und Kongressbesucher direkt zu den Messeständen ausgesuchter Aussteller, die hier den Besuchern ihre Neuheiten zu den Themen Digitalisierung der Composites Fertigung, Automobilbau, Building & Construction, Glasfaser, New Mobility, Thermoplaste und Windenergie erklären.

Produktionstechnologie steht im Mittelpunkt

Material and Process Technology” heißt die neue Sonderfläche, die unter Federführung des Instituts für Kunststoffverarbeitung (IKV) der RWTH Aachen entsteht. Gemeinsam mit anderen Instituten wie u.a. dem Aachener Zentrum für integrativen Leichtbau (AZL) stellt das IKV auf der Messe die Produktionstechnologie in den Mittelpunkt. Speziell der Weg von der wissenschaftlichen Entwicklung in die praktische, industrielle Umsetzung wird auf der Sonderfläche nachgezeichnet.

Unter dem Titel „Formula Student“ zeigen Studenten und Auszubildende den Messebesuchern ihre selbstkonstruierten Rennwagen und Motorräder.

Plattform für multimaterialen Leichtbau

Generell bleibt das Thema Leichtbau ein Treiber für viele Entwicklungen im Composites-Sektor. Das Lightweight Technologies Forum (LTF) im Rahmen der Composites Europe will verdeutlichen, wie sich Leichtbau wirtschaftlich und ressourceneffizient umsetzen lässt. Das Forum bringt aktuelle Leichtbau-Projekte zusammen, unter anderem aus dem Automobilbau, der Luft- und Raumfahrt und dem Maschinenbau – jenen Branchen, die durch ihre hohen Anforderungen an Materialien, Sicherheit und Zuverlässigkeit als Impulsgeber für viele Branchen sind.

Zu den Keynote-Speakern gehören in diesem Jahr u.a. der Airbus-Innovationsmanager Peter Pirklbauer, der Leichtbauexperte Prof. Jörg Wellnitz (TU Ingolstadt), der niederländische Rennfahrer Jeroen Bleekemolen und der Leichtbau-, Luft- und Raumfahrt-Experte Claus Georg Bayreuther (AMC). In Vorträgen geben sie einen Überblick über Referenzprojekte und Neuheiten in der Fertigungs- und Fügetechnik.

GFK und CFK spielen Stärken in hybriden Strukturbauteilen aus

Mit einem eigenen Ausstellungsbereich und Vortragsforum zeigt das LTF, wie Glasfaserverstärkte (GFK) und Kohlefaserverstärkte Kunststoffe (CFK) im Materialmix mit anderen Werkstoffen ihre Stärken in hybriden Strukturbauteilen ausspielen. Zu den Ausstellern des Forums und der benachbarten Lightweight Area gehören u.a. das Leichtbau-Zentrum Sachsen, Chem-Trend, Gößl + Pfaff, Krempel, Mitsui Chemicals Europe, Leichtbau BW, der VDMA, Gustav Gerster, Potters Ballotini (UK), Yuho (Japan), Riba Composites (Italien) und Stamixco (Schweiz) sowie die Zeitschriften Lightweight Design (Springer Fachmedien) und Automobil Industrie (Vogel Communications Group).

Präsentation und Verleihung des AVK Innovationspreises

Der deutsche Branchenverband AVK - Industrievereinigung Verstärkte Kunststoffe e. V. zeichnet mit seinem Innovationspreis Produkte und Anwendungen aus faserverstärkten Kunststoffen, Verfahren zur Herstellung und neueste Erkenntnisse aus Forschung und Wissenschaft aus. Die Gewinner werden am 10. September im Rahmen der Messe vorgestellt, die prämierten Produkte und Projekte werden auf einer Sonderfläche ausgestellt.

Die Europäische Allianz für SMC BMC wird – ebenfalls am 10. September – die Gewinner des SMC BMC Design Award 2019 bekannt geben. Der Wettbewerb, der bereits zum zweiten Mal veranstaltet wird, würdigt und fördert Design-Exzellenz von Studenten oder Young Design Professionals, die Bauteile aus SMC (Sheet Molding Compound) und BMC (Bulk Moulding Compound) in ihren Designs verwenden. Im Vordergrund steht in diesem Jahr das Thema Nachhaltige Mobilität.

Matchmaking–Programm macht Messebesuch effizienter

Mit der kostenlosen Networking- & Meetingplattform „Matchmaking“ können Besucher und Aussteller bereits vor Beginn der Composites Europe ihre Fühler ausstrecken: Wer ist auf der Messe? Wer hat Antworten auf meine speziellen Fragen? Mit wem kann ich neue Ideen umsetzen? Über die Matchmaking-Plattform lassen sich potentielle Kooperationspartner nach Produktkategorie, Branche, Land oder Firma filtern und direkt Termine anfragen.

Mit dem Career & Composites-Stand wendet sich die Messe an Studenten und Absolventen, die hier mit potentiellen Arbeitgebern in Kontakt treten können. Auf der Sonderfläche präsentieren die Aussteller ihre Unternehmen den interessierten Nachwuchskräften und machen über eine Job-Wall auf vakante Stellen und Karrierechancen aufmerksam.

Fachmesse für die Lieferkette der technischen Schaumstoffherstellung

Zeitgleich zur Composites Europe findet erstmals die Foam Expo Europe statt. Die Fachmesse für die Lieferkette der technischen Schaumstoffherstellung zeigt Form-, Hart- und Weichschaumlösungen – von Rohstoffen bis zu Ausrüstung und Maschinen. Vor allem für die gemeinsamen Anwendungsindustrien wie den Automobilbau, die Luftfahrt, den Bausektor und die Sport- und Freizeitindustrie bietet der gemeinsame Messetermin Synergien bei der Übersicht an Leichtbaumaterialien.

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