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PLM

Damit die Platine ins Gehäuse passt

| Redakteur: Ute Drescher

Mechatronische Systeme zu entwickeln, zu fertigen und zu warten erfordert die Zusammenführung von Daten und Dokumenten aus allen beteiligten Gewerken. PLM-Lösungen leisten einen wichtigen Beitrag, fehlende Direktschnittstellen zu überbrücken.

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PLM-Lösungen generieren durch die Integration verschiedener CAD-Entwicklungssysteme ganzheitliche Stücklisten und übergeben diese dann direkt an die ERP-Systeme.
PLM-Lösungen generieren durch die Integration verschiedener CAD-Entwicklungssysteme ganzheitliche Stücklisten und übergeben diese dann direkt an die ERP-Systeme.
(Bild: Procad)

Maschinen in der Investitionsgüterindustrie, Fahrzeuge und auch ganz normale Gebrauchsgegenstände sind heute mechatronische Produkte. Das heißt, sie beinhalten mechanische Baugruppen, elektrische Komponenten und häufig auch elektronische Bausteine mit Software. In vielen Erzeugnissen im Maschinen- und Anlagenbau kommen auch noch Hydraulik- und Pneumatik-Komponenten hinzu. Die mechatronischen Systeme sind dadurch komplex und funktionieren nur dann fehlerfrei, wenn alle Einzelaspekte exakt aufeinander abgestimmt sind. Dazu muss zum Beispiel der korrekte Softwarefreigabestand auf dem richtigen Eprom auf der richtigen Platine im passenden Gehäuse stecken. Mechatronische Systeme zu entwickeln, zu fertigen und zu warten erfordert die Zusammenführung von Daten und Dokumenten aus allen beteiligten Gewerken. Diese Kooperation ist allerdings alles andere als einfach. An den Schnittstellen zwischen M-CAD und E-CAD läuft vieles noch von Hand. Die Entwicklungsingenieure tauschen Einbaudaten, Kabellängen oder Steckerbelegungen mit Hilfe von Excel-Tabellen oder per E-Mail aus. Die Entwicklungsingenieure selbst und vor allem die Unternehmen wünschen sich aber mehr Transparenz und Zuverlässigkeit.

PLM synchronisiert die Arbeiten in den einzelnen Disziplinen

PLM-(Product Lifecycle Management-)Lösungen leisten einen wichtigen Beitrag, fehlende Direktschnittstellen zu überbrücken. Sie synchronisieren die Arbeiten in den einzelnen Disziplinen. Zusätzlich generieren sie durch die Integration verschiedener CAD-Entwicklungssysteme ganzheitliche Stücklisten und übergeben diese dann direkt an die ERP-Systeme. So werden nicht nur die Entwicklungsabteilungen untereinander, sondern auch Entwicklung, Einkauf, Fertigung und Instandhaltung als Ganzes verbunden.

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Alle Unterlagen stehen über dieselbe Bedienoberfläche zur Verfügung

Ein primärer Vorteil von PLM-Lösungen ist, dass unabhängig von Ort und Zeitpunkt alle Unterlagen über dieselbe Bedienoberfläche bereitstehen. Voraussetzung ist allerdings, dass die PLM-Lösung über Integrationen zu 3D-CAD-Systemen als auch über Schnittstellen zur EDA- und CAE-Applikationen verfügt. Das Stichwort heißt Multi-CAD.

Mechanik-Konstrukteure können dann bei der Gehäusekonstruktion auf die Layoutpläne aus der Elektronik-Entwicklung Einblick nehmen und umgekehrt kennen die Elektroniker die Abmessungen und Bohrstellen des Gehäuses, in die eine Platine eingebaut werden muss. Dieser gegenseitige Einblick muss bereits vom ersten Tag der Entwicklungsarbeiten vorhanden sein, vor allem wenn die Arbeitsgruppen räumlich voneinander entfernt sind.

PLM-Lösungen zeigen ihre Stärken sogar noch früher. Zu den wichtigsten Dokumenten in der Produktentwicklung gehören die Spezifikationen des Gesamtsystems. PLM-Systeme stellen sicher, dass alle Entwickler jederzeit auf die gültigen Spezifikationen, Funktionsmodelle sowie Lasten- und Pflichtenhefte zurückgreifen. Diese Gesamtsicht auf Dokumente ist nicht allein Basis für die Entwicklung der Produkte, sondern auch für die Abnahme der Erzeugnisse gegenüber den Vorgaben.

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