Faserverbundstoff Carbon und Keramik in Hochleistungs-Hybridfaser vereint

Quelle: RWTH Aachen 1 min Lesedauer

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Das RWTH-Spin-off Ternafil hat mit seiner Technologie Maxcarbon eine neue Hochleistungs-Hybridfaser entwickelt, die die mechanische Performance von Carbon mit der Temperatur- und Korrosionsbeständigkeit keramischer Werkstoffe kombiniert.

Für die Entwicklung der Hochleistungs-Hybridfaser Maxcarbon hat das Team von Ternafil den 1. Preis bei der PitchMiUp-Night 2026 in Minden gewonnen.(Bild:  Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University)
Für die Entwicklung der Hochleistungs-Hybridfaser Maxcarbon hat das Team von Ternafil den 1. Preis bei der PitchMiUp-Night 2026 in Minden gewonnen.
(Bild: Institut für Textiltechnik (ITA) der RWTH Aachen University)

Bei der Hochleistungs-Hybridfaser Maxcarbon werden herkömmliche Kohlenstofffasern durch eine kontinuierliche Oberflächenreaktion bei 1.250 °C umgewandelt – dabei entsteht eine Max‑Phasen‑Hybridstruktur, die die mechanische Festigkeit von Kohlenstoff mit der thermischen und chemischen Beständigkeit von Keramiken vereint. Dabei ist die Max-Phase eine Familie geschichteter Keramiken, die die Steifigkeit und Hitzebeständigkeit von Keramiken mit der Zähigkeit, elektrischen Leitfähigkeit und Bearbeitbarkeit von Metallen kombiniert – ohne die üblichen Kompromisse. 

Ternafil-Gründer Fabian Jung
(Bild: René Röbke)

Die meisten Materialien zwingen zu einem Kompromiss: Keramiken sind hart, aber spröde, Metalle sind zäh, aber schwer. MAX‑Phasen entziehen sich diesem Zielkonflikt. Siliziumbasierte Typen wie Ti₃SiC₂ zeichnen sich durch hohe mechanische Leistungsfähigkeit und Widerstandsfähigkeit gegenüber thermischem Schock aus; aluminiumbasierte Typen wie Ti₂AlC bilden bei hohen Temperaturen eine selbstheilende Oxidschicht – was sie besonders widerstandsfähig gegenüber Oxidation und Korrosion macht. 
Maxcarbon ist ein Hybridmaterial, bei dem die Max‑Phase direkt auf den Oberflächen von Kohlenstofffasern synthetisiert wird. Die Faser bleibt leicht und flexibel, gewinnt jedoch an chemischer Beständigkeit, Hochtemperaturstabilität und elektrischer Leitfähigkeit. 
Für diese Entwicklung wurde Ternafil mit dem 1. Preis bei der PitchMiUp-Night in Minden ausgezeichnet.
Mit seiner skalierbaren Technologie arbeitet Ternafil an neuen Materiallösungen für Anwendungen in der Luft- und Raumfahrt, Energietechnik sowie Hochleistungs-Verbundwerkstoffen.
Fabian Jung, ITA-Doktorand und Ternafil-Gründer, ist enthusiastisch: „Unser Erfolg zeigt einmal mehr, wie aktuelle Forschung den Weg aus dem Labor in reale industrielle Anwendungen findet. Wir von Ternafil freuen uns sehr über die Auszeichnung und die vielen spannenden Gespräche und neuen Kontakte vor Ort.“

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