Additive Fertigung Wozu Automobilhersteller den 3D-Druck einsetzen

Autor: Simone Käfer

Additive Fertigung soll so einiges verbessern: Leichtbau, neue Designs, Customizing, schnellere Prozesse, bessere Produkte. Aber wie wird sie derzeit eingesetzt? Wir haben bei Automobilherstellern nachgefragt.

Die Additive Fertigung ist ein fester Bestandteil in der Entwicklung von Fahrzeugen. Aber auch in der Produktion?
Die Additive Fertigung ist ein fester Bestandteil in der Entwicklung von Fahrzeugen. Aber auch in der Produktion?
(Bild: AUDI AG)

300.000 Teile werden bei BMW jährlich 3D-gedruckt. Der VW-Konzern besitzt über 300 industrielle 3D-Drucker. Für den Prototypenbau gehören additive Verfahren bereits zum Standard, doch auch in anderen Bereichen hat die Additive Fertigung (AM, additive manufacturing) schon ihren Platz gefunden – sogar in der Serienfertigung. Das spricht für die klaren Worte von Sandro Piroddi: „Die Additive Fertigung ist in der Autoindustrie bereits etabliert.“ Hat der Abteilungsleiter Rapid Technology Center im Ford-Entwicklungszentrum Köln-Merkenich Recht? Automobilproduktion heißt kurze Taktzeiten, hohe reproduzierbare Qualität und große Serien. Nicht gerade die Stärken der Additiven Fertigung.

Mit 3D-Druck beschäftigen sich die meisten Automobilkonzerne seit rund 30 Jahren, also beinahe von der Erfindung der ersten beiden Verfahren an. Die verrückte Idee des deutschen Dr. Hans J. Langer nicht nur Prototypen, sondern auch Endbauteile additiv herzustellen, faszinierte BMW bereits 1990. Die Münchener finanzierten Langers erste Maschine und damit auch das erste deutsche AM-Unternehmen EOS. Bis heute investiert der BMW-Konzern in Forschungsprojekt und Startups im AM-Bereich. In den ersten 20 bis 25 Jahren war der Prototypenbau der einzige Einsatzort für die Additive Fertigung bei so gut wie allen Automobilunternehmen. Erst in den letzten Jahren ziehen die Verfahren auch in andere Bereiche der Unternehmen. Zu den gängigsten Anwendungen zählen Werkzeuge und Betriebsmittel. Eine Umfrage der AI bei den OEMs zeigt, wo und wie diese 3-D-Druck heute einsetzen.

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 Simone Käfer

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Redakteurin für Additive Fertigung