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Smart Building Wie Solarstrom mit intelligenter Verbindungstechnik effizient nutzbar ist

Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Gebäude verbrauchen 40 % der gesamten Energie in den EU-Ländern. Daher hat sich die Europäische Union das Ziel gesetzt, deren Energieeffzienz bis 2020 drastisch zu steigern. Plusenergiehäsuer leisten einen wertvollen Beitrag, weil sie sich zum einen selbst versorgen, zum anderen aber einen möglichen Produktionsüberschuss auch an andere Abnehmer abgeben können.

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Intelligent vernetzte Steuerungen aus der Industrie kommen vermehrt im Büro- und Heimbereich zum Einsatz.
Intelligent vernetzte Steuerungen aus der Industrie kommen vermehrt im Büro- und Heimbereich zum Einsatz.
(Bild: Lapp)

„Wir haben gefunden, dass unter der Erde Kohlenvorräthe aus alten Zeiten liegen, welche sich im Laufe so langer Zeiträume abgelagert haben, dass alle historischen Zeiten dagegen verschwindend klein sind [ ]. Diese verbrauchen wir nun, und verhalten uns dabei wie lachende Erben, welche eine reiche Hinterlassenschaft verzehren. Wenn dieser Vorrath verbraucht sein wird, [ ] werden die Menschen darauf angewiesen sein, sich mit der Energie zu behelfen, welche die Sonne ihnen im Verlauf der ferneren Zeit fortwährend durch ihre Strahlen liefert", sagte bereits im Jahr 1885 der Physiker Prof. Claudius.

Aktuell werden etwa 5 % des Stroms in Deutschland aus solarer Energie gewonnen, langfristiges Ziel sind allerdings 40 %, was einer Fläche von circa 1,2 Mrd. m² installierter Photovoltaik entspricht, so Prof. Dr.Ing. Thomas Stark, Architekt und Professor an der Hochschule Konstanz. Bei diesen Zahlen wird schnell klar, dass für das Wohnen und Arbeiten der Zukunft wirklich intelligente Gebäude nötig sind.

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Automation maximiert Energieeffizienz

Auch für die Stuttgarter Lapp-Gruppe zählen die Bereiche Erneuerbare Energien, Mobility sowie Life Sciences zu wichtigen Wachstumsbranchen. Dazu gehört auch innovative Verbindungstechnik für die Gebäudeinfrastruktur, denn zunehmend steht hier die dezentrale Energieerzeugung und die Maximierung der Energieeffizienz durch Automatisierung im Vordergrund, erläutert Siegbert E. Lapp, Vorstand Technik der Lapp-Gruppe.

Hinzu kommen die steigenden Ansprüche in Sachen Wohnkomfort und die Forderung nach hohen Bandbreiten. Unter den Schlagworten Smart Building, Smart Home und Smart Tech tüftelt die Branche an innovativen Lösungen. Immer öfter werden dabei intelligente Verbindungslösungen, die früher ausschließlich in der Industrie zum Einsatz kamen, auch für Büro- und zunehmend auch für Wohnumgebungen verwendet.

Kontaktlinse als Kommunikationsmittel

„In Zeiten drastisch steigender Energiekosten wird der Ruf nach nachhaltigen Systemen immer lauter. Gleichzeitig werden die Büro- und zunehmend die Wohngebäude technologisch immer mehr aufgerüstet. Rollläden, Licht, Zimmertemperatur oder Schließ- und Alarmsysteme werden heute immer öfter über ein zentrales Display gesteuert. Für Internet und Telekommunikation werden immer höhere Bandbreiten gefordert. Aus Silicon Valley hören wir nahezu täglich von neuen Ideen, wie Arbeiten und Wohnen der Zukunft funktionieren kann. Zum Beispiel könnten Kontaktlinsen oder die Küchenplatte zu Kommunikationszentralen werden. An ähnlichen Ideen arbeitet auch das deutsche Fraunhofer Institut, wo die Forscher den Schreibtisch zum Display werden lassen“, erklärt Siegbert E. Lapp, Technikvorstand der Lapp Gruppe.

Projekt Ecolar-Haus

Ein anschauliches Beispiel ist das Ecolar-Home der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) in Konstanz, das beim internationalen Studentenwettbewerb „Solar Decathlon Europe 2012“ einen vierten Platz belegte. Die Aufgabe war, ein Haus der Zukunft zu bauen, das möglichst nachhaltig und energieeffizient ist. Das Ergebnis ist ein modern gestalteter Bau, der in der Jahresbilanz als Plusenergiehaus arbeitet.

Allgemeine Anforderungen an ein Plusenergiehaus

  • 1. Das Gebäude muss in der Jahresbilanz mehr Energie produzieren, als es verbraucht.
  • 2. Die Energieerzeugung muss in direktem räumlichen Zusammenhang mit dem Gebäude erfolgen.
  • 3. Die regenerativ erzeugt Energie darf nicht mit fossilen Energiemengen verrechnet werden.
  • 4. Der Energieüberschuss muss nachweislich zur Deckung anderer Verbraucher verwendet werden.
  • 5. Der in der Nutzungsphase erzeugte Energieüberschuss muss höher sein, als die zur Herstellung, Instandhaltung und Rückbau erfoderliche Energie (Lebenszyklusbilanz).

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