CE-Kennzeichnung

Wie Sie den CE-Zertifizierungsprozess effizient gestalten

| Autor / Redakteur: Arian Peci, Jürgen Ketterer, Prof. Dr.-Ing. habil. Lutz Nasdala* / Jan Vollmuth

Nadelmarkierung CE-Zeichen auf Stahlträger.
Nadelmarkierung CE-Zeichen auf Stahlträger. (Bild: Markator Manfred Borries GmbH)

Die CE-Kennzeichnung ist gesetzlich vorgeschrieben. Deren Umsetzung und Organisation stellt Unternehmen häufig vor Probleme. Doch wie lässt sie sich effizient umsetzen?

Jeder Hersteller ist verpflichtet, die einschlägigen Richtlinien zur Umsetzung der CE-Kennzeichnung einzuhalten, sonst drohen rechtliche Konsequenzen. Dies stellt die Unternehmen vor verschiedene Herausforderungen: zum einen vor Fragen der Organisation, zum anderen soll die korrekte Einbindung des CE-Prozesses wirtschaftlich vertretbar sein. Dazu sind alle Möglichkeiten auszuschöpfen, um die Effizienz entlang der Prozesskette zur Maschinenherstellung zu steigern. Die nachfolgend beschriebene Vorgehensweise wendet sich vorzugsweise an den Sondermaschinenbau, ausgenommen sind Anhang IV-Maschinen gemäß Maschinenrichtlinie.

Unterstützung durch das Top-Management erforderlich

Ausschlaggebend für das Gelingen der CE-Kennzeichnung ist die Unterstützung durch das Top-Management. Um einen einwandfreien Ablauf des Zertifizierungsprozesses sicherzustellen, sind die Kompetenzen und die damit verbundenen Verantwortlichkeiten klar zu regeln. Einige Unternehmen setzen einen sogenannten CE-Koordinator ein, der die abteilungsübergreifenden Tätigkeiten in Einklang bringt. Wichtig ist, dass dieser CE-Koordinator erweiterte Grundlagenkenntnisse in Produktsicherheitsrecht besitzt und in Sachen Richtlinien und Normen immer auf dem neusten Stand ist.

Zunächst ist eine Ist-Analyse der Unternehmensabläufe anzufertigen. Sie bildet die Basis für das Ermitteln von Verbesserungspotenzialen. Von vorneherein sollte klar sein, dass ein effizienter Zertifizierungsprozess ein langfristiges Ziel darstellt. Zudem gilt es, Abläufe kontinuierlich zu standardisieren.

CE-Maßnahmen sinnvoll integrieren

Die folgende Liste zeigt eine denkbare Integration der CE-Maßnahmen in den firmenspezifischen Prozessablauf zur Maschinenentstehung:

  • 1. Produktauftrag: Produktdefinition, Ermittlung der Rechtsvorschriften
  • 2. Konstruktion: Recherche relevanter Normen, Erstellung Risikobeurteilung, Schaltpläne jeglicher Art, Beginn Betriebsanleitung
  • 3. Beschaffung: Zusammenstellen Externe technische Dokumentation, Lieferantenüberwachung
  • 4. Aufbau/Montage: Realisierung der technischen Sicherheitsmaßnahmen,
  • 5. Inbetriebnahme: Prüfung der technischen Sicherheitsmaßnahmen, Fertigstellen und Prüfen der Betriebsanleitung
  • 6. Produktfreigabe: Fertigstellung Technische Dokumentation, Ausstellung Konformitätserklärung, Anbringung CE-Kennzeichen, Produktpflege

Zu Beginn erhält man den Auftrag, ein Produkt herzustellen. Dazu ist die technische Ausführung zu definieren. Neben den technischen Details und den Abmessungen gehört die geplante Lebensdauer auch zur Produktdefinition. Um die relevanten Richtlinien und Gesetze zu ermitteln, sind deren Anwendungs- und Ausschlussbereich genau zu studieren.

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