Faszination Technik Wie Brennstoffzellen den Fernverkehr revolutionieren sollen

Redakteur: Sebastian Hofmann

In unserer Rubrik „Faszination Technik“ stellen wir Konstrukteuren jede Woche beeindruckende Projekte aus Forschung und Entwicklung vor. Heute: Brennstoffzellen für den Busverkehr.

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Könnte bald schon Realität werden: Gemeinsam mit ZF und dem Technologiezulieferer Freudenberg arbeitet Flixbus am Umstieg auf Wasserstoffmobilität.
Könnte bald schon Realität werden: Gemeinsam mit ZF und dem Technologiezulieferer Freudenberg arbeitet Flixbus am Umstieg auf Wasserstoffmobilität.
(Bild: Freudenberg)

Mehr als zweimal um die Erde – so weit fährt ein durchschnittlicher Fernbus jedes Jahr in Deutschland. Wer mit ihnen statt mit dem Auto reist, für den ist die Fahrt nicht nur entspannter, sondern der reduziert seinen CO2-Ausstoß obendrein noch um das Fünffache. Dennoch: Klimaneutrale Antriebe für Fernbusflotten im Linienverkehr fehlen bislang. Ein Förderprojekt will das jetzt ändern. Das Ziel: ein neues, langlebiges Brennstoffzellensystem entwickeln und testen.

Dazu hat sich ein Konsortium mit dem Namen „Hyfleet“ aus dem Technologiezulieferer Freudenberg, ZF Friedrichshafen und Flixbus zusammengeschlossen. Damit die Brennstoffzellen dem harten Praxiseinsatz gewachsen sind, liegt in der ersten Projektphase der Fokus auf der technischen Performance. Am Ende sollen die Zellen eine Mindestbetriebsdauer von 35.000 Stunden schaffen. Eine Herausforderung sind die Degradationsmechanismen – Brennstoffzellen nutzen sich bislang häufig zu schnell ab, „altern“ quasi, und werden so früher unbrauchbar.

In der letzten Projektphase wird das neue System im Praxistest an einem Bus erprobt.
In der letzten Projektphase wird das neue System im Praxistest an einem Bus erprobt.
(Bild: Freudenberg)

Hyfleet setzt auf Signalwirkung

Für die Flottenbetreiber würde sich ein solches System wegen eines deutlich reduzierten Kraftstoffverbrauchs lohnen. Wie sehr, das soll in der letzten Projektphase ein Praxistest zeigen: Dann wird das neuartige Brennstoffzellensystem von Freudenberg in einem Demonstrator-Bus erprobt.

Auch wenn sich Hyfleet auf Reisebus-Flotten konzentriert, wollen die Projektpartner darauf achten, dass die erzielten Ergebnisse auf alle Heavy-Duty-Segmente übertragbar sind – insbesondere auf den Güterverkehr mit schweren Lastkraftwagen. Reisebusse könnten zudem eine Vorreiterrolle beim schnellen Umstieg auf Wasserstoffmobilität einnehmen, hoffen die Verantwortlichen bei Freudenberg: Dank ihnen wäre die Tankstellen-Infrastruktur entlang der meistbefahrenen Autobahnen zuverlässig ausgelastet.

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