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Leitung

Was Leitungen nach Cat.7-Standard wirklich können

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Maschinen tauschen immer größere Datenmengen aus, weshalb Anwender zunehmend auf Leitungen nach dem Cat.7-Standard setzen. Doch wo macht deren Einsatz wirklich Sinn? Lapp gibt eine Überblick.

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Eine Flechtmaschine bringt die Schirmung der Etherline-Leitungen von Lapp auf. Sie ist essenziell bei Leitungen für hohe Datenraten.
Eine Flechtmaschine bringt die Schirmung der Etherline-Leitungen von Lapp auf. Sie ist essenziell bei Leitungen für hohe Datenraten.
(Bild: Wolfram Scheible/Lapp)

Die Schulnote 6 im Zeugnis ist der Albtraum jedes Schülers. Steht die 6 allerdings auf einer Ethernet-Leitung für die Datenübertragung, ist das ein gutes Zeichen. Denn je höher die Zahl ist, umso besser die Übertragungsleistung. Kabel der Kategorie 6 – kurz Cat.6 – sind heute weitverbreitet, auch in Fabriken. Sie sind sehr schnell, ihre Übertragungsrate beträgt bis zu 10 Gbit/s, das reicht selbst für anspruchsvolle Anwendungen, bei denen große Datenmengen übermittelt werden wie zum Beispiel Bilder einer Kamera in der Qualitätskontrolle.

Höhere Betriebsfrequenz von Vorteil

Derweil gewinnen Leitungen der Kategorie 7 Marktanteile, weil die fortschreitende Vernetzung von Maschinen und die Bestückung mit Sensoren die Datenmengen geradezu explodieren lassen. Anwender mögen sich dennoch fragen, warum sie diese einsetzen sollen, denn bei der Datenübertragungsrate bietet Cat.7 keine Vorteile. Auch hier stehen 10 Gbit/s im Datenblatt, zudem sind sie wegen ihres aufwändigen Innenaufbaus etwas teurer. Schaut man genauer hin, findet man allerdings einen wichtigen Unterschied: Cat.7-Leitungen arbeiten mit einer höheren Betriebsfrequenz von 600 MHz.

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Die Kategorisierung von Ethernet-Leitungen erfolgt nach der Norm ISO/IEC 11801. Je höher die Kategorie, umso höher die Übertragungsleistung. Außerdem gibt es Unterschiede bei der Betriebsfrequenz. Eine Cat.5-Leitung ist für eine Übertragungsfrequenz bis 100 MHz ausgelegt, eine Cat.6-Leitung bis 250 MHz, eine Cat.7-Leitung sogar bis 600 MHz. Wegen der hohen Frequenzen benötigt sie Schirmfolien für die einzelnen Adernpaare. Das reduziert gegenseitige Störungen. Durch die wesentlich besseren Werte bei der Nebensprechdämpfung und dem zulässigen Frequenzbereich hat die Leitung mehr Reserven. Dies verzeiht Installationsfehler sowie Schäden oder Alterung der Leitung. Dadurch erreicht sie auch dann noch die volle Übertragungsrate von 10 Gbit/s, wo bei Leitungen niedriger Kategorie die Leistung schon abfällt. Die Anwendung läuft also mit höherer Zuverlässigkeit. Nicht zu vergessen ist die Investitionssicherheit: Leitungen höherer Kategorie können bei späterem Ausbau weiter verwendet werden. Die Abwärtskompatibilität erlaubt den Einsatz von Komponenten höherer Kategorie. Entscheidend für die Übertragungsleistung ist immer die gesamte Strecke, also Kabel und Stecker. Die Zusammenhänge von Kategorien und Kanälen sind jedoch komplex.

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