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Wälzlager Wälzlagermarkt im Umbruch: Wie NKE Austria sich den Herausforderungen der Zukunft stellt

| Redakteur: Ute Drescher

Der Wälzlagermarkt steht vor einem Umbruch. Vor allem die Anbieter im Automotive-Markt werden unter Druck geraten. NKE Austria ist auf diesen Trend vorbereitet.

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„Die Kapazitäten werden sich vom Automotive- in den Industriebereich verschieben“, erwartet Thomas Witzler, Geschäftsführer der NKE Austria.
„Die Kapazitäten werden sich vom Automotive- in den Industriebereich verschieben“, erwartet Thomas Witzler, Geschäftsführer der NKE Austria.
(Bild: NKE Austria)

Seit Januar 2016 ist Wälzlagerhersteller NKE Austria mit Sitz in Steyr Teil der Fersa Group. Die Unternehmensgruppe wurde durch den Zusammenschluss der spanischen Fersa Bearings mit NKE aus Österreich geschaffen. Beide Unternehmen sind international tätig in der Entwicklung, Herstellung und im Vertrieb von Lagern für die globalen Automobil- und Industriemärkte, wobei Fersa den Automotive- und NKE den Industrie-Bereich abdeckt.

Die Fersa Group ist mittlerweile mit vier Produktionswerken, sechs Vertriebszentren und vier Standorten für Forschung und Entwicklung – davon zwei in Europa und zwei in Asien – auf allen fünf Kontinenten vertreten. Mit ihren Vertriebsbüros und Handelspartnern ist die Gruppe nun in mehr als 86 Ländern präsent.

Zwei Jahre sind seit der Fusion mit Fersa Bearings vergangen. „In naher Zukunft werden NKE und Fersa Bearings noch näher zusammenrücken als bisher“, erklärt Thomas Witzler, Geschäftsführer von NKE. Fersa werde im Laufe des Jahres 2018 seine Kaufoption ausüben, um die verbleibenden 51 % von NKE zu übernehmen.

Dann wird NKE zu einem vollständigen Teil der Fersa Group. „Wir bereiten uns als Gruppe darauf vor, sowohl Fertigungskapazitäten zu erweitern und gemeinsam zusätzliche Fabriken aufzubauen, als auch Synergien in allen Unternehmensbereichen gezielt zu nutzen“, verrät der Geschäftsführer. NKE will sich noch gezielter auf die vier strategische Branchen mechanical drives, electrical drives, agri-tech und fluid technology ausrichten. Klares Ziel als Unternehmensgruppe: bis 2020 die Umsatzgrenze von 100 Mio. € zu übertreffen.

Umsatz um 20 % gewachsen

Mit der bisherigen Entwicklung der NKE ist Thomas Witzler zufrieden: „2017 war ein ausgezeichnetes Jahr für NKE. Mit einem Umsatzwachstum von 20 Prozent sind wir um 13 Prozentpunkte stärker gewachsen als der globale Wälzlagermarkt“. Auch der Auftragseingang 2017 habe 50 % über dem des Vorjahres gelegen. Witzler: „Wir haben im Augenblick keinen Grund, an einem vergleichbaren Umsatz- und Marktwachstum 2018 und 2019 zu zweifeln“.

Generell werde der Wälzlagermarkt in den nächsten fünf bis zehn Jahren vor einem Umbruch stehen, glaubt Thomas Witzler. Vor allem der Automotive-Markt wird wegen des sich verstärkenden Trends hin zu Elektromobilität und dem daraus folgenden niedrigeren klassischen Lagerbedarf unter Druck geraten: „Wir erwarten, dass die durch diese Entwicklung frei werdenden Kapazitäten sich vom Automotive- in den Industriebereich verschieben und dort für weiteren Preisdruck sorgen werden“.

Gefragt sind zukünftig Systeme

Ein weiterer Trend ist, dass sich klassische deutsche Automobilzulieferer immer mehr in Richtung Systemlieferant entwickeln. „Die Zukunft geht weg von einzelnen mechanischen Komponenten und hin zu intelligenten, speziellen Systemen“, beschreibt Witzler die Situaiton.

Um von diesen Trends profitieren zu können, investiert NKE stark in die Technologien von morgen. „Da sich die klassische Wälzlager-Technologie in relativ engen Bahnen bewegt, wird profitables Wachstum langfristig nur mehr in Nischen möglich sein“, ist Thomas Witzler überzeugt. Deshalb fokussiere sich NKE auf die Entwicklung intelligenter Produkte wie zum Beispiel der des Sensorlagers.

Die Unternehmensgruppe hat sich selbst hohe Ziele gesetzt. „Wir planen eine Profitabilität von mindestens 10 Prozent“ erklärt Witzler. Neben Kundennähe sollen auch Flexibilität und Schnelligkeit weiter erhöhen werden. Klares Ziel: 200 Mio. € Umsatz in der Gruppe. Das werde, so der Geschäftsführer, sowohl durch organisches als auch anorganisches Wachstum mittelfristig realisiert. (ud)

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