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Messtechnik

Vorteile der automatisierten Kalibrierung von Drehmomentaufnehmern

| Redakteur: Jan Vollmuth

Der Messtechnikspezialist Manner Sensortelemetrie hat die Kalibrierung von Drehmomentaufnehmern automatisiert und so Kosten reduziert sowie Lieferzeiten verkürzt. Das hochmoderne Kalibrierlabor besitzt zudem die DAkkS-Akkreditierung im Drehmomentbereich.

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Das klimatisierte Kalibrierlabor von Manner Sensortelemetrie umfasst fünf Prüfstände für automatisierte Tests von 50 Nm bis 500 kNm.
Das klimatisierte Kalibrierlabor von Manner Sensortelemetrie umfasst fünf Prüfstände für automatisierte Tests von 50 Nm bis 500 kNm.
(Bild: Manner Sensortelemetrie)

Daran gibt es nichts zu rütteln: Die Drehmomenterfassung ist und bleibt die zentrale Kenngröße zur Bestimmung von Lastkollektiven, Wirkungsgraden, Validierung von Verbrauchswerten und zum Prozessmonitoring. In den letzten Jahren werden immer häufiger genauere und rückführbare Kalibrierungen von Messaufnehmern gefordert, ausgelöst durch zunehmende Regularien für den Klimaschutz sowie den Dieselskandal. Diese vermehrt geforderte Messmittelkalibrierung betrifft alle Branchen. Vor dem Hintergrund dieser Entwicklung entschied sich der Messtechnikspezialist Manner Sensortelemetrie im Jahr 2018, eine DAkkS-Akkreditierung anzustreben.

Hochwertige und kostengünstige Kalibrierung

Aus dieser Entscheidung resultierte für das Unternehmen die Forderung nach einer hochwertigen, aber dennoch kostengünstigen Kalibrierungen mit kurzen Lieferzeiten von unterschiedlichsten Drehmomentaufnehmern wie zum Beispiel Getriebewellen, Seitenwellen, Flexplates, oder auch Messflanschen für die Prüfstandanwendung – als Erst- oder Nachkalibrierung.

Für das Unternehmen Manner, das zugleich als Hersteller von Drehmomentaufnehmern und als Kalibrierdienstleister auftritt, bedeutet diese Forderung, dass ein höherer Durchsatz und reduzierte Kosten für seine Kunden eine Führungsgröße darstellen müssen. Oberste Prämisse stellt dabei die Qualität einer Kalibrierung dar. Die Herausforderung: Der Prozess der Kalibrierung bedeutet mit allen seinen Schritten von der Kalibrierpunktanfahrung bis zur Auswertung nicht nur einen hohen personellen Aufwand, sondern kann in manueller Form auch als Fehlerquelle mit geringerer Reproduzierbarkeit gewertet werden. Die Lösung bestand für Manner darin, diesen Prozess bis hin zur Protokollerstellung zu automatisieren: Für das komplette Portfolio von 100 Nm bis 500 kNm wurde eine Kalibrierautomatisierung entwickelt, die den Personaleinsatz reduziert und Durchlaufzeiten verkürzt.

Vielfältige Herausforderungen

Die von Manner eingesetzte Automatisierungssoftware und das Manner Telemetrieinterface.
Die von Manner eingesetzte Automatisierungssoftware und das Manner Telemetrieinterface.
(Bild: Manner Sensortelemetrie)

Die besonderen Herausforderung dabei: die unterschiedlichen Messbereiche sowie die Verschiedenheit der Aufnehmer, die von einer weichen Gelenkwelle bis hin zu drehsteifen Drehmomentaufnehmern reichen. So muss die Automatik Verdrehwinkel von 1 bis 60 Grad berücksichtigen, ohne die Aufnehmer zu gefährden.

Durch Umrüsten auf neue Elektromotoren, dem Einsatz einer modernen SPS-Programmierung sowie Tests zum Ermitteln der nötigen Parameter konnte Manner die Kalibrierstände entsprechend der Zielvorgaben hohe Reproduzierbarkeit, Reduktion der Durchlaufzeiten sowie verringertem Personaleinsatz automatisieren. Im nächsten Schritt soll die Kalibrierung bei verschiedenen Temperaturen automatisiert werden, um künftig auch diese Dienstleistung mit kürzeren Durchlaufzeiten und kostengünstiger anbieten zu können. Dies gewährleistet zudem eine gleichbleibend hohe Genauigkeit des Messaufnehmers über den gesamten Umgebungstemperaturbereich hinweg.

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