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User Experience

UX macht Maschinenbedienung leicht

| Redakteur: Sariana Kunze

Immer mehr Firmen setzen auf eine verbesserte User Experience (UX). Prof. Claus Oetter spricht im Interview über über UX-Trends sowie Spaß bei der Maschinenbedienung.

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Die Digitalisierung der Industrie macht viele Firmen insbesondere bei UX experimentierenfreudiger.
Die Digitalisierung der Industrie macht viele Firmen insbesondere bei UX experimentierenfreudiger.
(Bild: ©Coloures-Pic - stock.adobe.com)

Herr Prof. Oetter, User Experience (UX) Design soll komplexe Prozesse visualisieren und die Benutzerfreundlichkeit von Maschinen und Anlagen erhöhen. Beflügelt die digitale Transformation der Industrie die Entwicklung?

Prof. Oetter: Die Industrie hat den Weg der Digitalisierung der Branche mittlerweile verstanden. Der Mut zum Einsatz neuer Technologien hat deutlich zugenommen und die Firmen fangen auch an zu experimentieren und verlassen damit ihren bisher eingefahrenen Weg in der Kommunikation ihrer Systeme mit dem User. Der Mensch steht im Mittelpunkt und muss die immer größer werdende Anzahl von Informationen verarbeiten können. Hier hilft UX und schafft damit ein neues Selbstverständnis in der Kommunikation.

Welche Trends gibt es bei UX?

Prof. Oetter: Die zunehmende Entwicklung von Chatbots, ein textbasiertes Dialogsystem, bietet immer mehr Möglichkeiten ein zeitsparendes Design einzurichten. Durch die erheblichen Fortschritte in der Künstlichen Intelligenz können neben grafischen Nutzerschnittstellen oder text-basierten UIs (Chatbots), auch Spracherkennung und Sprachausgabe als weiteres Kommunikationsmittel angewendet werden. Aber auch die haptische Rückmeldung (z.B. Vibration bei Tastendruck auf dem Handy) liefert dem Benutzer einen physischen, taktilen Stimulus.

Welche Rolle spielen also Gamification-Elemente bei der Konzeption von UX?

Prof. Oetter: Gamification ist mittlerweile in vielen Entwicklungsabteilungen angekommen und zum festen Bestandteil der Entwickler Know-hows geworden. Vor acht Jahren hatte ich hierzu die ersten Artikel und Vorträge gehalten. Damals wurde ich mit fragenden Augen der Maschinenbauer angeschaut. Ich bin froh, dass es nun „klick“ gemacht hat und die immensen Chancen, die aus einer ganz anderen Branche kommen, gesehen werden.

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Warum soll Maschinenbedienung Spaß machen?

Prof. Oetter: Wenn eine Bedienung den User nicht ermüden lässt, die Informationen genau sind, klare und eindeutige Hinweise zum Prozess enthält, dann arbeitet man mit solch einem System gerne. Fehler werden minimiert und damit Ausfallzeiten durch Fehlbedienungen deutlich geringer.

Der VDMA hat letzten Herbst mit seinem Nachwuchspreis „Digitalisierung im Maschinenbau“ auch ein Usability-Projekt der Universität des Saarlandes ausgezeichnet. Worum hat es sich dabei gehandelt?

Prof. Oetter: Ein Student konzipierte und implementierte eine handflächenbasierte Eingabemethode für den Einsatz in virtueller Umgebung (Virtual Reality). Als Anwendungsfall wählte er die Konfiguration einer Maschine aus. Entscheidend für die Auszeichnung war die Einbeziehung der User. Anhand eines selbstentwickelten Prototyps wurden in einem industriellen Szenario u.a. die Auswirkungen auf den Benutzer bei der Arbeit in einer virtuellen Umgebung, die Usability der Lösungsansätze und Technologien sowie die Leistungsfähigkeit der Anwender untersucht.

Prof. Oetter, vielen Dank für das Gespräch.

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