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Spannsystem Systemprogramm zur Werkstückdirektspannung erweitert

| Redakteur: Jan Vollmuth

Schunk baut seinen modularen Systembaukasten zur Werkstückdirektspannung weiter aus. Mithilfe von Schunk WDB Basis-, WDS Stapel- und WDN Direktspannmodulen (Ø 99 mm), die flexibel zu Spannsäulen in unterschiedlichen Höhen kombiniert werden können, lassen sich Formplatten, Freiformteile und andere Werkstücke in Sekundenschnelle direkt, also ohne zusätzliche Spannmittel und damit ohne Störkonturen auf dem Maschinentisch spannen.

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Der SCHUNK WDB Baukasten für die Werkstückdirektspannung ermöglicht unter anderem im Werkzeug- und Formenbau eine optimale Zugänglichkeit und eine definierte Spannsituation.
Der SCHUNK WDB Baukasten für die Werkstückdirektspannung ermöglicht unter anderem im Werkzeug- und Formenbau eine optimale Zugänglichkeit und eine definierte Spannsituation.
(Bild: Schunk)

Unabhängig von der Höhe der Spannsäulen werden die Direktspannmodule über eine zum Patent angemeldete Medienübergabe mit Druckluft versorgt. Zudem kann laut Schunk die Werkstückanwesenheit abgefragt werden. Die Spannsäulen sollen eine definierte Spannsituation, eine zuverlässige Simulation und eine kollisionsfreie, hocheffiziente Zerspanung gewährleisten. Hinzu kommt, dass Werkstückänderungen aufgrund der hohen Genauigkeit der Spannlösung innerhalb kürzester Zeit realisiert werden können, erklärt der Hersteller: Hierfür werden die Teile einfach anhand des vorliegenden Rüstplans präzise aufgespannt und erneut bearbeitet.

Flexible Komponenten für Freiformteile

Ohne Sonderlösungen zu erfordern können laut Schunk mit dem erweiterten Baukasten ab Bauhöhe 80 mm feinste Abstufungen von 10 mm realisiert werden. Hierfür stehen Stapelmodule in fünf Bauhöhen (30 mm, 50 mm, 80 mm, 120 mm und 160 mm) zur Verfügung, die sich per Sechskantschlüssel betätigen lassen. Über eine kraft- und formschlüssige Klemmverbindung werden die einzelnen Module mit Einzugskräften von bis zu 25.000 N (bei 50 Nm Betätigungsmoment) verriegelt. Dabei sorgt eine integrierte Niederzugsfunktion für maximalen Halt, so dass maximale Stabilität gewährleistet sein soll.

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Die Direktspannmodule, die die Spannsäulen zum Werkstück hin verbinden, gibt es in drei Varianten: pneumatisch aktiviert (6 bar) mit fester Z-Achsreferenz, manuell aktiviert oder pneumatisch aktiviert mit integrierten Ausgleichsfunktion in Z-Richtung (11 mm). Letztere kann zur deformationsfreien Abstützung der Werkstücke genutzt werden. Damit das System auf allen gängigen Maschinentischen realisiert werden kann, umfasst der Baukasten Basismodulvarianten für T-Nutenplatten, Rasterplatten und Vero-S Spannstationen, so Schunk.

Spezielle Spannbolzen zum Ausgleich von Werkstücktoleranzen

Als Schnittstelle zum Werkstück stehen serienmäßig feste Spannbolzen ohne Zentrierrand, zylindrische Spannbolzen sowie kegelförmige Spannbolzenverlängerungen zur Verfügung. Zum Ausgleich von Werkstücktoleranzen oder Wärmegang können spezielle Spannbolzen mit schwimmendem Stichmaßausgleich in einer beziehungsweise zwei Achsen (je +/- 1 mm) eingesetzt werden.

Sämtliche Schnittstellen verfügen über eine spielfreie Kegelzentrierung, die zwischen den einzelnen Bauteilen eine Wechselwiederholgenauigkeit < 0,005 mm gewährleistet. Einführfasen an den Modulschnittstellen sollen einen zügigen Aufbau der Spannsäulen ermöglichen, ohne dass sich die Komponenten verkanten. Die eigentliche Werkstückspannung erfolgt laut Schunk energieneutral über Federkraft, ist selbsthemmend und formschlüssig. Die Werkstücke bleiben demnach selbst dann sicher gespannt, wenn der Druck im Luftsystem plötzlich abfallen sollte.

Um Lebensdauer und Prozesssicherheit zu erhöhen, sind sämtliche Funktionsteile, wie Grundkörper oder Spannschieber in gehärtetem, rostfreiem Stahl ausgeführt, absolut korrosionsbeständig und besonders einfach zu reinigen, so Schunk. (jv)

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