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Kraftoptimierung

Stock und Schwert - die Freuden sukzessiver Beschleunigung

| Autor/ Redakteur: C. Mattheck, K. Bethge / Dipl.-Ing. (FH) Monika Zwettler

Am Beispiel eines Wanderstockes und eines Schwerthiebes zeigt Prof. Mattheck vom KIT, dass die nacheinander erfolgende, also zeitlich separierte Überwindung translatorischer und rotatorischer Trägheiten, von Vorteil ist und das Handgelenk schont.

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Pauli der Bär zeigt hier, dass sukzessive Überwindung von translatorischen und rotatorischen Trägheiten sich nicht nur gefühlt als vorteilhaft erweist.
Pauli der Bär zeigt hier, dass sukzessive Überwindung von translatorischen und rotatorischen Trägheiten sich nicht nur gefühlt als vorteilhaft erweist.
(Bild: KIT)

Abbildung 1 zeigt, dass die Überwindung von reinen Drehträgheiten um den Schwerpunkt eines Stockes kein Problem ist, was man nicht selten auch im Kabarett sehen kann (A). Wer seinen Regenschirm oder Stock beim Laufen immer waagerecht hält (B), wird auch nicht gleich die Lust verlieren und sein Begleiter für den Notfall wird ihm kaum lästig werden. Anders sieht das das ächzende Handgelenk im Fall (C), wo translatorische und rotatorische Beschleunigungen gleichzeitig aufgebracht werden.

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Die Schwertkämpfer wissen das und manche Schwertmeister raten, das Schwert zu handhaben wie eine Angelrute (Abb. 2).

Dabei beschleunigt man es zunächst rein translatorisch gleichsam wie einen Speer. Dann kippt man die Schwerthand nach unten und es leitet von selbst den Schlag ein. Zieht man es noch leicht zurück, profitiert man vom Pirouetteneffekt [1, 2]. Die sukzessive Überwindung von translatorischen und rotatorischen Trägheiten erweist sich also nicht nur gefühlt als vorteilhaft.

Mehr Beispiele dieser formelfreien Volksmechanik finden sich in dem Buch „Die Körpersprache der Bauteile: Enzyklopädie der Formfindung nach der Natur“ (ISBN-13: 978-3923704910). Zudem sind sie Inhalt des Seminars „Warum alles kaputt geht“ am 24.10.2017 im Karlsruher Institut für Technologie. Mechanik für alle, die guten Willens sind... (mz)

  • Literatur:
  • [1] Youtube-Video im Internet (www.youtube.com/watch?v=4LOcz_VatDs)
  • [2] C. Mattheck (2017), Die Körpersprache der Bauteile: Enzyklopädie der Formfindung nach der Natur, 1. Auflage, Karlsruher Institut für Technologie, Karlsruhe

* C. Mattheck, K. Bethge, KIT Karlsruher Institut für Technologie, Institut für Angewandte Materialien

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