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Cyanacrylat Spaltfüllender Cyanacrylat-Klebstoff

| Redakteur: Juliana Pfeiffer

Cyanacrylate spielen in der industriellen Fertigung eine immer wichtigere Rolle für das Kleben kleiner und mittelgroßer Bauteile.

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Cyanacrylate eignen sich für passgenaues Kleben von kleinen und mittelgroßen Bauteilen in der Serienproduktion.
Cyanacrylate eignen sich für passgenaues Kleben von kleinen und mittelgroßen Bauteilen in der Serienproduktion.
(Bild: Henkel)

Kleben ist eine der wichtigsten Techniken, die heute in modernen Fertigungsprozessen eingesetzt werden, um Werkstoffe miteinander zu verbinden. Fachgerecht ausgewählt und aufgetragen, können Klebstoffe nahezu alle Werkstoffe in beliebiger Kombination dauerhaft miteinander verbinden. Anwender können unter verschiedenen Klebstofftechnologien auswählen, um die beste Lösung für ihre Anwendung und ihre Anforderungen zu finden.

Sofortklebstoffe – auch bekannt als Cyanacrylate – spielen eine immer wichtigere Rolle in der industriellen Fertigung und bieten dort zahlreiche Vorteile gegenüber herkömmlichen Verbindungstechniken wie Ultraschallschweißen, Lösemittelschweißen oder mechanischen Befestigungsmitteln wie Clipsen oder Schraubverbindungen.

Wie Cyanacrylat angewendet wird

Cyanacrylate eignen sich ideal für das passgenaue Kleben von kleinen und mittelgroßen Bauteilen in der Serienproduktion. Die Produkte werden punkt- oder raupenförmig entweder von Hand direkt aus der ergonomisch geformten Flasche oder mit manuellen bzw. automatischen Dosiergeräten auf eines der Bauteile aufgetragen. Um beste Ergebnisse zu erzielen, sollten die zu fügenden Oberflächen sauber und fettfrei sein.

Kunststoffteile können normalerweise ohne zusätzliche Oberflächenvorbereitung verarbeitet werden, soweit sie keine starken Verschmutzungen aufweisen. Sobald die beiden Bauteile gefügt sind, härtet der Sofortklebstoff innerhalb von Sekunden durch Reaktion mit der Feuchtigkeit auf den Klebflächen aus. Das ermöglicht eine schnelle Montage, da bereits nach fünf bis 20 Sekunden ausreichende Festigkeit zur weiteren Verarbeitung erreicht ist.

Für welche Werkstoffe Cyanacrylat geeignet ist

Cyanacrylate können aber nicht nur Prozesse beschleunigen, sondern bieten auch ein breites Haftspektrum auf unterschiedlichen Werkstoffen. Folgende Materialien lassen sich mit- und untereinander ohne chemische oder thermische Beschädigung verbinden:

  • Gummi
  • Metall
  • Keramik
  • die meisten Kunststoffe
  • Holz
  • Papier
  • Kork

Damit eignen sich Cyanacrylate insbesondere zum Kleben von empfindlichen Werkstoffen wie Kunststoff, Kautschuk oder Latex miteinander oder auf Metall. Ein weiterer Vorteil beim Kleben besteht darin, dass die Verbindung hunderprozentigen Oberflächenkontakt erzielt und nicht nur über einzelne, hochbelastete Kontaktpunkte. So lassen sich Spannungsspitzen vermeiden.

Anwendungen für Cyanacrylate

Weil sie sehr vielseitig sind und darüber hinaus schnell, einfach und kostengünstig verarbeitet werden können, sind Cyanacrylate heute in vielen verschiedenen industriellen Anwendungen zu finden. Beispiele dafür sind Klebungen von Gummifüßen an ABS-Gehäusen, von Clips und Schaltern an mobilen Elektronikgeräten und flexiblen Flächendichtungen auf Stahl.

Außerdem ersetzt diese Klebetechnologie in vielen Fällen mechanische Konstruktionen, z. B. die Rahmen für die mechanische Fixierung von wärmeempfindlichen Materialien wie Schaumstoff. So lassen sich einfachere und optisch ansprechendere Konstruktionen erzielen, die schneller hergestellt werden können, und zusätzlich werden die Herstellungskosten durch Materialeinsparungen reduziert.

Das richtige Produkt finden

Cyanacrylate zeichnen sich generell dadurch aus, dass sie selbst in kleinsten Klebespalten hochfeste Verbindungen mit sehr guter Alterungsbeständigkeit erzeugen. Geringe Mengen reichen aus, um Hochleistungsklebungen zu erzielen, deren Festigkeit häufig die Materialstärke des Werkstoffs übertrifft.

Um aber die besten Ergebnisse zu erzielen, muss das richtige Produkt gewählt werden. Während Universalprodukte gute Ergebnisse für das Kleben unterschiedlicher Materialkombinationen liefern, besitzen Spezialprodukte maßgeschneiderte Produkteigenschaften, die die Einsatzmöglichkeiten erweitern. So entstehen leistungsstarke Lösungen selbst für schwer klebbare Kunststoffe wie PP, PE, POM, PTFE, oder Silikone.

Produkttipp

Spaltfüllende Cyanacrylate für viele Materialien

Loctite bietet speziell für industrielle Herstellungsprozesse den spaltfüllenden Cyanacrylat-Klebstoff Loctite 3090. Herkömmliche Cyanacrylate haben meistens eine sehr niedrige Viskosität, weshalb sie nur für Teile mit enger Passung eingesetzt werden konnten. Das schränkt das Einsatzgebiet ein. Nun steht ein Spaltfüllvermögen von bis zu 5 mm zur Verfügung. Der Sofortklebstoff eignet sich für viele Werkstoffe.
Das transparente Cyanacrylat ist ein hochviskoses Gel, das an senkrechten Flächen tropfenfrei aufgetragen werden kann. Ein weiterer Vorteil ist die Zwei-Kammer-Spritzenverpackung für präzises und sauberes Auftragen. Im Gegensatz zu einkomponentigen Systemen härtet Loctite 3090 nicht durch Oberflächenfeuchtigkeit aus, sondern verfügt über einen zusätzlichen Aktivator. Die beiden Komponenten werden über einen integrierten Statik-Mischer dosiert. Damit soll gewährleistet sein, dass die Aushärtung unabhängig von Feuchtigkeit und Temperatur im vorgegebenen Zeitrahmen verläuft und die Komponenten immer im richtigen Verhältnis gemischt werden. Der Klebstoff hat nach Auftragung eine Verarbeitungszeit von 90 bis 180 Sekunden. Dann ist die Klebung stark genug für die Verwendung der verbundenen Teile bzw. für nachgelagerte Prozesse.

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