Suchen

Hubarbeitsbühnen Sichere Hebebühnen für enge und ex-geschützte Bereiche

| Redakteur: Jan Vollmuth

Das Unternehmen SAM Stahlturm- & Apparatebau Magdeburg greift beim Lackieren von Bauteilen für Windenergieanlagen auf peumatisch betriebene Hubbühnen von Reglo zurück und konnte so seinen Lackverbrauch deutlich senken.

Firmen zum Thema

Die bisherige Arbeitsposition war nicht nur unbequem, auch setzte sich ein großer Teil des Lacks auf dem Boden ab. SAM installierte daher pneumatische Hubarbeitsbühnen, mit denen die Lackierer die Farbe gezielter und einfacher auftragen können.
Die bisherige Arbeitsposition war nicht nur unbequem, auch setzte sich ein großer Teil des Lacks auf dem Boden ab. SAM installierte daher pneumatische Hubarbeitsbühnen, mit denen die Lackierer die Farbe gezielter und einfacher auftragen können.
(Bild: SAM Stahlturm- & Apparatebau Magdeburg)

Effizienter Rohstoffeinsatz und Arbeitssicherheit sind zwei wesentliche Säulen moderner Industriebetriebe. Wo es um Lackierarbeiten geht, gestaltet sich beides jedoch mitunter schwierig: Der teure Lack verteilt sich oft als Sprühnebel in der ganzen Kabine und um überhaupt alle Stellen zu erreichen, müssen sich die Arbeiter vor allem bei großen Werkstücken in teils unbequeme oder gar gefährliche Positionen begeben.

Arbeitsbühnen könnten hier Abhilfe schaffen, allerdings dürfen elektrische Anlagen in der explosionsgefährdeten Umgebung nur mit teurer Schutzausstattung eingesetzt werden. Der norwegische Hubbühnen-Spezialist Reglo hat daher pneumatisch betriebene Arbeitsbühnen entwickelt, die dem Lackierer selbst bei sperrigen Komponenten einen gezielten Auftrag ermöglichen. Bei der SAM Stahlturm- & Apparatebau Magdeburg werden die Bühnen für die Konservierung von Bauteilen für Windenergieanlagen verwendet. Der Lackverbrauch sank dadurch um rund 20 Prozent und die Verschmutzung der Lackierkabinen sogar um bis zu 80 Prozent.

Bildergalerie
Bildergalerie mit 5 Bildern

Etwa 55 Turmsektionen und vier Rotorblätter werden bei SAM im Durchschnitt jeden Monat lackiert und grundiert. Die verschiedenen Komponenten sind 14,5 m bis 29 m lang und 2 m bis 4,3 m breit, entsprechend aufwändig gestaltet sich die Behandlung der Oberflächen für die Mitarbeiter des Unternehmens.

Ein kleiner Vorteil dabei ist, dass die Bauteile annähernd rund sind und sich daher mittels Rollwerken in den Kabinen drehen lassen, wodurch jeder Bereich von einer Seite aus erreicht werden kann. Der Lackierer stand dazu bisher auf dem Boden und arbeitete die Sektionen vom kleinsten zum größten Durchmesser ab. Allerdings lag die zu behandelnde Fläche bei dieser Arbeitsposition etwa in Kopfhöhe. „Der Mitarbeiter war dadurch immer gezwungen nach oben hin zu lackieren“, berichtet Michael Petrich, Abteilungsleiter Korrosionsschutz bei SAM. Die unergonomische und unbequeme Haltung stellte für die Lackierer eine hohe Belastung dar.

Hinzu kam, dass durch den Auftrag leicht unterhalb der Mitte der hohen Bauteile ein großer Teil des Lacks verloren ging. Er lagerte sich statt auf der Oberfläche der Türme auf dem Boden der Kabine ab, weshalb die Räume immer wieder gereinigt werden mussten. „Wir haben dann getestet, wie es sich verhält, wenn der Lackierbereich etwa um drei Meter nach oben verschoben wird. Dabei zeigte sich, dass der Boden deutlich weniger verschmutzt wird, wenn der Lackierer von oben arbeitet“, so Petrich.

Auf den Einsatz in engen Lackierkabinen ausgelegt

Da elektrische Arbeitslifte aus Gründen des Explosionsschutzes nicht in Frage kamen und hydraulische Systeme schon bei einem kleinen Leck die Beschichtung verunreinigen würden, entschied sich SAM daher Anfang 2012, zwei pneumatische Hubarbeitsbühnen von Reglo zu installieren.

Die Anlagen vom Typ WALL-MAN sind eigens auf den Einsatz in engen Lackierkabinen ausgelegt und werden mit einer Laufschiene an die Seitenwand montiert. Da auch die unteren Stützräder der Hubvorrichtung auf der Wand laufen, wird verhindert, dass eventuell herumliegende Schläuche oder andere Hindernisse beim Verfahren überrollt werden.

Da bei SAM beide Bühnen an den zwei Seiten derselben Trennwand installiert werden sollten, entwickelte das Unternehmen eine besondere Befestigungslösung: „Nach statischen Berechnungen haben wir eine Stahlhalterung konstruiert, an die beiderseits die Grundplatten für die Laufschienen angeschraubt werden konnten. Die benötigten Löcher in der Trennwand zur Befestigung und Justierung der Halterung wurden danach mit Verbundmasse wieder dicht verschlossen“, erklärt Thomas Herrmann aus der Abteilung Technik und Konstruktion bei MAM Maschinen- und Anlagenbau Magdeburg, einer Schwester der SAM.

(ID:39919740)