Hubarbeitsbühnen

Sichere Hebebühnen für enge und ex-geschützte Bereiche

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Alle Stellen lassen sich gut erreichen

Durch die Büchele Anwendungstechnik Lackieranlagen, welche die Hubbühnen in Deutschland vertreibt, wurde die maximale Hubhöhe des Korbs von 4,5 m entsprechend der konkreten Anwendungsanforderungen etwas reduziert und eine kürzere Teleskopierung verwendet. Zusammen mit einem Wandabstand von bis zu 2,6 m und einer seitlichen Fahrlänge von 31 m lassen sich damit auch bei den großvolumigen Turmsektionen alle Stellen gut erreichen.

„Damit der Lackierer ausreichend Freiraum hat, haben wir in den Arbeitsbühnen für SAM zudem Körbe in einer Sonderbreite von 1,2 Metern statt der sonst gängigen 0,9 Meter verbaut“, so Sigrid Schöbel, die zuständige Ingenieurin bei Büchele.

Gesteuert werden die TÜV-geprüften und CE-zertifizierten Lifte per logischem Kippschalter oder Fußpedal. Zum Betrieb der Pneumatik reicht der in der Kabine üblicherweise ohnehin vorhandene Druckluftversorgung für die Lackierpistolen. Die Spritzwerkzeuge selbst können ebenso wie eine Atemluftzuleitung für den Lackierer direkt im Korb angeschlossen werden, was lange Zusatzschläuche überflüssig macht.

Sollte die Druckluftverbindung abreißen oder ausfallen, verhindert ein Durchflussbegrenzer ein schlagartiges Entweichen der Luft, wodurch der Korb über die straff gehaltene Sicherheitskette kontrolliert herunter gelassen werden kann.

Auf den horizontalen Richtungsachsen lässt sich der Arbeitslift in dieser Situation manuell bewegen. Für Notfälle wurde der WALL-MAN darüber hinaus mit einer pneumatischen Einfahrfunktion ausgestattet. Damit kann die hochgefahrene Arbeitsbühne vom Boden aus eingeholt und abgesenkt werden, sollte der Bediener dazu selbst nicht mehr in der Lage sein.

Auch in anderen Bereichen wird besonders auf Sicherheit geachtet. So ist der Korbboden besonders rutschfest gestaltet und Türangeln sowie Riegel schließen selbsttätig. Die Laufräder verfügen über ein eigenes Bremssystem, das für eine stabile Positionierung sorgt, außerdem wird die Fahrgeschwindigkeit zum Ende der Schienenstrecke hin automatisch reduziert.

Zum Schutz der Werkstücke wurde in die Hubbühnen für MAM zusätzlich ein Anfahrschutz in Teleskopier- und in vertikaler Fahrrichtung integriert. „Der Vorteil davon ist, dass eine Kollision mit hervorstehenden Teilen am Arbeitsobjekt verhindert wird“, erläutert Schöbel. „Bei Druck auf die Schutzleiste wird der Korb sofort gestoppt und einige Zentimeter zurückgefahren.“

Gezielter Auftrag verringert Lack- und Lösungsmittelverbrauch

Die Anlagen sind zudem speziell daraufhin konzipiert, den ständigen Einsatz im Lacknebel auch auf Dauer ohne Schäden zu überstehen. „Die Arbeitsbühnen sind bei uns jetzt seit etwa einem Jahr in Betrieb und laufen seitdem störungsfrei“, bestätigt Herrmann.

Die Mitarbeiter bei SAM haben die neue Technik schnell angenommen – vor allem aufgrund der für sie besseren Ergonomie. Der Lackierer hat den Arbeitsbereich dank der erhöhten Position jetzt auf Kniehöhe und kann die Schutzfarbe dadurch bequem von oben nach unten auftragen.

Zusätzlich setzt sich bei dieser Haltung die Beschichtung nun größtenteils auch tatsächlich auf der zu behandelnden Sektion ab. Der Arbeiter kommt daher weniger mit dem Lacknebel in Kontakt und der Kabinenboden bleibt sauberer, wie der Diplom-Ingenieur berichtet: „Da wir in einem unserer drei Lackierräume die Hubbühne aus Platzgründen nicht installieren konnten, haben wir einen direkten Vergleich: Ohne den Lift ist die Verschmutzung in der Kabine vier- bis fünfmal so hoch.“

Die reine Lackierzeit hat sich bei SAM zwar um 15 Minuten verlängert, allerdings spart das Unternehmen durch den gezielteren Farbauftrag mit dem WALL-MAN rund 20 Prozent Lack ein. Zusätzlich müssen die Arbeitsräume jetzt weniger häufig gereinigt werden, wodurch sich der Lösungsmittelverbrauch und der bei der Säuberung anfallende Sondermüll verringert hat. Damit schützt die neue Lackierpraxis in dem Magdeburger Maschinenbaubetrieb nicht nur die eigenen Mitarbeiter sondern auch die Umwelt. (jv)

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