Gleitlager

Selbstschmierende Gleitlager für hydrotechnische Energieanlagen

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Die Alternativen zu Bronze

Eine materialtechnische Alternative zu den Bronzelagern sind die in der Hydrotechnik ebenfalls vielfach verwendeten Gleitlager des Typs Oiles Fiberflon OH. Diese wartungsfreien, korrosionsfreien Gleitlager bestehen aus einem Phenolharz-Glasfaserverbund mit PTFE-Gleitschicht und punkten mit geringem Gewicht, niedrigem Reibungskoeffizienten und hoher Chemikalienresistenz. Außerdem sind sie elektrisch isolierend. Mit diesen Eigenschaften sind sie laut Hersteller wie geschaffen für den Einsatz in Wasserkraft- und Unterwasser-Applikationen – insbesondere für Low-Speed-Anwendungen mit bis zu 0,15 m/s bei mechanischen Belastungen von bis zu 100 N/mm2 (statisch) bzw. 49 N/mm2 (dynamisch). Zudem soll der Oiles Fiberflon OH ein außergewöhnlich niedriges Quellverhalten aufweisen. Daher sollen sie herkömmlichen Kunststoff-Gleitlagern weit überlegen sein.

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Auch die Gleitlager Oiles #425 wurden von Oiles als Unterwasser-Lösung entwickelt. Hierbei handelt es sich ebenfalls um eine Verbundwerkstoff-Lösung. Diesmal sind es allerdings Baumwollfasern in einem hochbelastbaren Mantel aus Phenolharz, die diesem Gleitlager erstaunliche Eigenschaften verleihen sollen. Dazu zählt vor allem die Bewegungsgeschwindigkeit von bis zu 15 m/s – womit das Oiles #425 beispielsweise optimal für den Einsatz an der Hauptwelle von Wasserkraft-Turbinen geeignet sein soll. Die statische Belastbarkeit dieses Gleitlagers liegt bei maximal 15 N/mm2; seine dynamische Belastbarkeit reicht bis 4,9 N/mm2. Das Oiles Fiberflon OH und das Oiles #425 können mit Durchmessern von bis zu 800 mm gefertigt werden. In verschiedenen Ausführungen wurden sie in diesen Größen bereits in Turbinen verbaut.

Gleitlager-Buchsen mit bis zu 2 m Durchmesser

Je nach Typ, Größe und Werkstoff liefert Oiles seine Hydrotechnik-Gleitlager in vielen verschiedenen Geometrien. Die üblichen Standards sind dabei Buchsen, Flanschbuchsen, Platten und Scheiben – die für den Einsatz in wasserkrafttechnischen Turbinen und Ventilen mitunter beachtliche Abmessungen erreichen können. Gleitlager-Buchsen mit bis zu 2 m Durchmesser sind keine Seltenheit. Typisch für die Hydrotechnik ist auch die Bauform der Kalotte für die Realisierung von Kugelgelenk-ähnlichen Konstruktionen – etwa im Schleusenbau. Darüber hinaus realisiert der japanische Hersteller für die Hydrotechnik regelmäßig kundenspezifische Sonderlösungen und Neuentwicklungen. (sh)

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