Suchen

Nachhaltigkeit Sechs nachhaltige Werkstoffe und Formgebungsverfahren

| Redakteur: Dipl.-Ing. Dorothee Quitter

Wir berichten über einen Umformprozesses für die energie- und materialeffiziente Herstellung von Titan-Blechformteilen, über ein Online-Portal, das den Bestellprozess von Blechteilen optimiert, über eine Alternative zum galvanischen Verzinken und über drei biobasierte bzw. auf Rezyklaten basierende Kunststoffe.

Firmen zum Thema

Bauteile mit Zinkpulvergemisch vor dem Zink-Thermo-Diffusion-Prozess.
Bauteile mit Zinkpulvergemisch vor dem Zink-Thermo-Diffusion-Prozess.
(Bild: Ebbinghaus)

Blechformteile aus Titan optimieren

In Zusammenarbeit mit den Partnern Heggemann und FAU untersucht Dynamore im Rahmen des Forschungsprojekts TISTRAQ (TItanium Solution Treated & RApid Quenching) die Herstellung von Blechformteilen aus Titanlegierungen für die Luftfahrt. Ziel ist die Entwicklung eines Umformprozesses für die energie- und materialeffiziente Herstellung von Blechformteilen aus α + β -Titanlegierungen mit gesteigerten mechanischen Kennwerten durch eine prozessintegrierte Wärmebehandlung. Dabei werden erstmalig α + β -Titanlegierungen resistiv schnellerwärmt und mit gekühlten Werkzeugen abschreckumgeformt. Die prozessintegrierte Wärmebehandlung erhöht das Leichtbaupotential durch die Steigerung mechanischer Eigenschaften.

Umweltverträglicher Korrosionsschutz für Stahlbauteile

Bauteile nach dem Zink-Thermo-Diffusion(ZTD)-Prozess.
Bauteile nach dem Zink-Thermo-Diffusion(ZTD)-Prozess.
(Bild: Ebbinghaus)

Ebbinghaus Verbund bietet mit der Zink-Thermo-Diffusion eine Alternative zum galvanischen Verzinken und Feuerverzinken an. Bei der Zink-Thermo-Diffusion (ZTD) wird kein Zink-Tauchbad benötigt. Die zu verzinkenden Bauteile werden mit einem Zinkpulvergemisch in einem Behälter in Verbindung gebracht und erwärmt. Durch den nun stattfindenden Diffusionsprozess baut sich die gewünschte Zinkschicht strukturell auf. Der Einsatz toxischer Stoffe entfällt. Das Zinkpulvergemisch kann so lange benutzt werden, bis das Zink zur notwendigen Schichtbildung aufgebraucht ist. Die ZTD-Schicht besitzt eine hohe Härte und bietet einen sehr guten Haftgrund für mögliche Topcoats.

Prototypen aus Blech schnell fertigen lassen

(Bild: Blexon)

Da der Konstruktionsschritt des Prototyping bei den aktuellen kurzen Designzeiten im Maschinen- und Anlagenbau eine enorme Bedeutung hat, hat sich die schweizer Blexon AG damit befasst, den Bestellprozess von Blechteilen zu optimieren. Ihr Blechportal übernimmt nun den komplexen Prozess des Prüfens der CAD-Daten bis hin zum Auftrag an den Subunternehmer, der das Blechteil schlussendlich fertigt. Komplett mit verbindlichem Angebot. Der Kunde lädt einfach sein CAD-Modell auf dem Blexon Blechportal hoch. Dort prüft ein komplexer Algorithmus automatisch die Machbarkeit und berechnet innerhalb weniger Sekunden mengenabhängige Preise und verlässliche Liefertermine.

Biobasierte Polycarbonatfolie

Covestro führt eine neue, teilweise biobasierte Polycarbonat-Folie ein, deren Kohlenstoffgehalt zu mehr als 50 Prozent aus pflanzlicher Biomasse stammt.
Covestro führt eine neue, teilweise biobasierte Polycarbonat-Folie ein, deren Kohlenstoffgehalt zu mehr als 50 Prozent aus pflanzlicher Biomasse stammt.
(Bild: Covestro)

Covestro führt mit Makrofol EC eine Polycarbonat-Folie ein, deren Kohlenstoffgehalt zu mehr als 50 % aus pflanzlicher Biomasse stammt. Dadurch ist der CO2-Fußabdruck der Folie deutlich reduziert. Makrofol EC hat vergleichbar gute Eigenschaften wie Standard-Polycarbonatfolien des Makrofol-Sortiments. Zudem zeichnet es sich durch eine verbesserte Chemikalien- und Witterungsbeständigkeit sowie eine erhöhte Abriebfestigkeit aus. Sie ist sehr gut bedruckbar und kann im Thermoform- oder Hochdruckverfahren (HPF) verformt, laminiert und beschichtet werden. Anwendungen finden sich in der Elektro-, Consumer- und Automobilindustrie, wo sie auch für herkömmliche Polycarbonatfolien typisch sind.

Polyamid-Compounds aus Rezyklaten

(Bild: Lehvoss)

Lehvoss hat seine Produktlinie Luvotech überarbeitet. Sie beinhaltet technische, hochfeste und biegesteife Hochtemperatur-Polyamid-Compounds auf Basis PA 6, PA 66, PC/ABS und dem Hochleistungspolymer PEEK in Kombination mit Rezyklaten. Die Luvotech-Eco-Produktlinie bietet damit eine wirtschaftliche Alternative zu etablierten Materialien. Die Kunststoffe stammen aus postindustriellen Quellen und ermöglichen wettbewerbsfähige Lösungen mit einer verbesserten CO2-Bilanz. Zum Einsatz kommen nur eigenschaftsspezifizierte Rohstoffe von zertifizierten und auditierten Lieferanten. Der Herstellprozess beinhaltet eine qualifizierte Sortierung, Vermahlung und Prüfung.

Polyamid mit Fasern aus Glasabfall

Lanxess setzt in seiner Glasfaserproduktion in Antwerpen auch Glasabfälle ein.
Lanxess setzt in seiner Glasfaserproduktion in Antwerpen auch Glasabfälle ein.
(Bild: Lanxess)

Lanxess setzt in der Produktion seiner thermoplastischen Compounds und Verbundwerkstoffe verstärkt auf den Einsatz rezyklierter Rohstoffe. Jüngste Produktbeispiele sind Durethan ECOBKV30H2.0, ECOBKV35H2.0 und ECOBKV60XF. Die drei neuen Polyamid-6-Compounds enthalten 30, 35 bzw. 60 Gewichtsprozent Rezyklatglasfasern, die aus Glasabfällen hergestellt werden. Der jeweilige Gehalt an rezykliertem Material im Compound und die dauerhaft gesicherte Nutzung des Glasabfallstroms wurden vom unabhängigen Prüfunternehmen Ecocyle nach dem Massenbilanz-Verfahren geprüft und mit einem ecoloop-Zertifikat gemäß ISO 14021:2016 bestätigt, so Lanxess.

(ID:46913614)