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Dichtung

Schwitzeffekte vermeiden – mit weichdichtenden Schneidringen von Stauff

| Redakteur: Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Weichdichtende Schneidringe können eine sinnvolle Alternative zu metallisch dichtenden Verbindungssystemen darstellen. Stauff zeigt Vorteile und Einsatzgebiete auf.

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Schnittzeichnung einer Rohrverschraubung mit dem neuen weichdichtenden Schneidring: Die beiden Dichtungen sind gut geschützt und unverlierbar im Sekundärbereich positioniert.
Schnittzeichnung einer Rohrverschraubung mit dem neuen weichdichtenden Schneidring: Die beiden Dichtungen sind gut geschützt und unverlierbar im Sekundärbereich positioniert.
(Bild: Stauff)

Stauff-Konstrukteure haben eine neue Variante der weichdichtenden Schneidringe des Typs FI-WDDS entwickelt. Die Motivation dahinter ist einfach erklärt: Diese Bauart der Schneidringe kommt nämlich insbesondere dann zum Einsatz, wenn im Hydrauliksystem erhebliche Druckimpuls- und Schwingungsbelastungen auftreten können, ebenso bei größeren Temperaturschwankungen. In diesen Anwendungsfällen können Setzerscheinungen auftreten, die rein metallisch abgedichtete Verbindungen nicht immer ausgleichen können – mit der Folge, dass es an den Verbindungsstellen zu kleineren Leckagen wie Schwitzeffekten kommen kann. Dieses Risiko soll sich durch weichdichtende Schneidringe zuverlässig vermeiden lassen.

Kernkomponente des weichdichtenden Schneidrings ist eine Elastomerdichtung, die verliersicher im hinteren Bereich des 24°-Kegels in einer dafür vorgesehenen Nut positioniert ist. Ein zwischen Schneidring und Rohr angeordneter O-Ring soll den zweiten möglichen Leckagepfad absichern – selbst bei ungünstiger Toleranzlage. Da beide Elastomerdichtungen im Sekundärbereich der Verbindung positioniert sind, werden die statischen und dynamischen Belastungen im System primär von der metallischen Dichtung aufgenommen.

Hohen Temperaturen und aggressiven Medien trotzen

Die Verwendung von FKM (Viton) als Standard-Dichtungswerkstoff soll dem neuen Dichtungssystem auch den Einsatz bei Anwendungen mit hohen Temperaturen oder aggressiven Medien ermöglichen.

Als Dichtungswerkstoff verwendet Stauff FKM. Die Schneidringe selbst sind mit einer Zink/Nickel-Oberfläche ausgeführt.
Als Dichtungswerkstoff verwendet Stauff FKM. Die Schneidringe selbst sind mit einer Zink/Nickel-Oberfläche ausgeführt.
(Bild: Stauff)

Die Schneidringe selbst sind – ebenso wie alle weiteren Bauteile der Produktreihe Stauff Connect – standardmäßig mit einer Zink/Nickel-Oberfläche ausgeführt. Dem Unternehmen zufolge bietet sie mit mehr als 1200 Stunden Beständigkeit gegen Rotrost / Grundmetallkorrosion in der Salzsprühnebel-Kammer entsprechend DIN EN ISO 9227 einen zuverlässigen Korrosionsschutz über die bisher marktüblichen Standards hinaus. Selbst nach Transport, Verarbeitung und Montage der Bauteile werden die im VDMA-Einheitsblatt 24576 für Rohrverbindungen definierten Anforderungen an die höchste Korrosionsschutzklasse K5 übertroffen.

Montage intuitiv durchführen

Eine zentrale Anforderung im Pflichtenheft der Entwickler war die möglichst intuitiv durchführbare Montage des Verbindungssystems. Sie soll durch einen deutlich spürbaren Kraftanstieg am Montageende – bei dem der Schneidring an der Stirnfläche des Verschraubungskörpers zur Anlage kommt – sichergestellt werden.

Die weichdichtenden Schneidringe der Serie FI-WDDS sind für gängige metrische Rohrleitungen mit Außendurchmessern zwischen 6 mm und 42 mm lieferbar. Teilweise sollen sie die Druckvorgaben der ISO deutlich übertreffen und sich für Nenndrücke bis 500 bar in der leichten Baureihe bzw. bis 800 bar in der schweren Baureihe eignen.

Durch die Nutzungsmöglichkeit sämtlicher Standard-Bauteile der Produktreihe Stauff Connect sollen Anwender des neuen Schneidrings von hoher Variabilität und Flexibilität bei der Anpassung des Systems an die individuellen Anforderungen profitieren. Zudem entfällt dadurch die Notwendigkeit der doppelten Lagerhaltung ähnlicher Komponenten mit entsprechend hoher Verwechslungsgefahr.

Für die Mobilhydraulik gemacht

Ein weiterer Vorteil, der sich aus der Nutzung der weichdichtenden Schneidringe für den OEM ergibt, besteht laut Stauff darin, dass dieser oder dessen Dienstleister für die Rohrkonfektionierung und -montage den Aufwand für zeit- und kostenintensive Prüfarbeiten deutlich reduzieren und auf eventuelle Nacharbeiten verzichten kann.

Zu den wesentlichen Anwendungsgebieten der Serie FI-WDDS gehört die Mobilhydraulik, beispielsweise Bau-, Land- und Forstmaschinen, Nutz- und Sonderfahrzeuge. Aber auch in der Stationärhydraulik, z.B. bei stark vibrierenden Maschinen, können weichdichtende Schneidringe eine sinnvolle Alternative zu metallisch dichtenden Verbindungssystemen darstellen. (sh)

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