Handhabung Schnell umrüstbare Lean-Production-Montagelinie

Redakteur: Jan Vollmuth

Die One-Piece-Flow-Montagelinie (OPF) von Zentner ermöglicht die wirtschaftliche Montage von Baugruppen. Durch das One-Piece-Flow-Prinzip werden die Arbeitszeiten und die Nebenzeiten reduziert, Bestände in der Produktion verringert und die Nachverfolgbarkeit des Materialflusses sichergestellt.

Anbieter zum Thema

Realisierung der OPF-Linie bei Zentner.
Realisierung der OPF-Linie bei Zentner.
(Bild: Zentner)

Bei der Firma Zentner werden in der Auftragsfertigung Produkte für die Medizintechnik und die Elektroindustrie verkaufsfertig hergestellt. Bei typischen Seriengrößen von 500 bis 5.000 Stück werden hierbei sowohl Schaltschränke bestückt und verdrahtet, als auch mechanische Baugruppen montiert.

Um den steigenden Ansprüchen an Wirtschaftlichkeit und Lieferzeit gerecht zu werden, hat das Unternehmen ein neues Montagekonzept gesucht. Bisher wurde ein Montageschritt an 30 Einheiten abgearbeitet und die Erzeugnisse zwischengelagert, bevor der nächste Montageschritt durchgeführt werden konnte.

Bisheriges Montagekonzept war nicht mehr zeitgemäß

Die Nachteile dieser Vorgehensweise liegen auf der Hand: große Materialbestände in der Fertigung; sehr großer Flächenbedarf durch die Zwischenlagerung von sperrigen Teilen; lange Durchlaufzeiten und kein kontinuierlicher Materialfluss.

„Bei der Suche nach einem neuen Montagekonzept haben wir verschiedenste Alternativen untersucht, wobei wir uns am Ende einstimmig für die One-Piece-Flow-Montage (OPF) in einer U-Linie entschieden haben“ so der Geschäftsführer Achim Zentner. Bei der Lösungsfindung hat ein externes Ingenieurbüro die entscheidenden Anstöße gegeben.

Der One-Piece-Flow-Ansatz wurde in Japan als Teil des weltweit tausendfach kopierten Toyota Produktionssystems entwickelt. In den westlichen Ländern war lange Zeit die Fließband, oder Werkstattfertigung verbreitet. Beim One-Piece-Flow-Prinzip erfolgt die Montage auf in Serie hintereinander angeordneten Arbeitsstationen ohne Zwischenlager, wobei jede Einheit jede Arbeitsstation ohne Unterbrechung bis zum fertigen Endprodukt durchläuft. Auf diese Weise werden die Vorteile der Fließfertigung (optimale Arbeitsplatzgestaltung) und die Vorteile der Werkstattfertigung (höchste Flexibilität) miteinander verbunden.

Die OPF-Montagelinie im Einsatz

Die Montagelinie ist meist U-förmig aufgebaut, da dadurch die geringsten Wege gegangen werden müssen. In der Linie können mehrere Werker hintereinander arbeiten. Durch das OPF-Prinzip wird die Arbeit abwechslungsreicher, die Bestände halbfertiger Erzeugnisse in der Montage werden auf nahezu Null reduziert und der Materialfluss kann lückenlos nachverfolgt werden. Andere Lean-Production Ansätze wie KANBAN oder LCIA (Low-Cost-Automation) können ideal mit dem OPF-Konzept verknüpft werden.

Schnelle Umrüstbarkeit als wichtigstes Kriterium

Nachdem man sich für ein Grundprinzip entschieden hatte, ging es an die Detailplanung und Konstruktion der Montagelinie. Ganz oben auf der Anforderungsliste stand die schnelle Umrüstbarkeit, um diverse Produkte in Stückzahlen kleiner 100 abwechselnd montieren zu können und somit ein Wettbewerbsvorteil insbesondere bei kleinen und mittleren Stückzahlen zu schaffen.

Für Zentner war wichtig, dass große Mengen voluminöser Komponenten an den Arbeitsplätzen zugeführt werden können und das Umrüsten der Linie auf ein anders Produkt innerhalb von max. 30 Minuten erfolgen kann. Außerdem musste das Handling von bis zu 80 kg schweren Baugruppen realisiert werden.

Gemäß den Grundsätzen der japanischen Lean-Management-Philosophie, wurde die Planung im eigenen Haus durchgeführt. Das Planungsbüro hat den Planungsprozess begleitet und weiteres Lean-Production-Spezialwissen eingebracht. Die Werker und Meister, die heute in der Linie arbeiten, haben diese selbst mit aufgebaut und sind somit in den kontinuierlichen Verbesserungsprozess von Beginn an eingebunden. Außerdem sind Sie in der Lage, Anpassungen und Optimierungen in Eigenverantwortung durchzuführen.

(ID:42454949)