Antrieb

Schneider Electric zeigt mit Pacdrive 3 neuartige Antriebstechnik

| Redakteur: Sandra Häuslein

Ecostruxure Machine soll vernetzte Produkte, Edge Control sowie Software-Applikationen, Analysetools und Service in einer übergreifenden, ganzheitlichen Systemarchitektur verbinden.
Ecostruxure Machine soll vernetzte Produkte, Edge Control sowie Software-Applikationen, Analysetools und Service in einer übergreifenden, ganzheitlichen Systemarchitektur verbinden. (Bild: Schneider Electric)

Schneider Electric zeigt Neuheiten innerhalb seiner Automatisierungslösung Ecostruxure Machine. Dazu gehören die Controller-to-Controller-Kommunikation und OPC UA über Sercos, dezentrale Lexium-62-ILD-Servoantriebe, die Platz im Schaltschrank sparen, die Automatisierungssoftware Somachine mit neuen Funktionen und mehr Robotikoptionen durch vollintegrierte Scara-Roboter.

Schneider Electric bietet mit Ecostruxure Machine seine neuesten Automatisierungslösungen. Diese sind integraler Bestandteil der offenen, IoT-fähigen Ecostruxure-Architektur, die vernetzte Produkte, Edge Control sowie Software-Applikationen, Analysetools und Service in einer übergreifenden, ganzheitlichen Systemarchitektur verbinden soll.

Im Bereich Antriebstechnik treibt Schneider Electric seine Pacdrive-3-Technologie weiterhin voran: Die neuen Controller synchronisieren jetzt bis zu 130 Servo-Achsen. Ein Sercos-Netzwerk ermöglicht echtzeitfähige Kommunikation auf Feldbus-Ebene und stellt darüber hinaus einen zusätzlichen Kanal für die Kommunikation über OPC UA zur Verfügung. Die nach IP65 klassifizierten, dezentralen Lexium-62-ILD-Servoantriebe für ein modulares Maschinendesign sind eine Neuheit im Bereich der Servoantriebe. Darüber hinaus wurde auch die Automatisierungssoftware Somachine um neue Smart-Engineering-Funktionen ergänzt.

Controller-to-Controller-Kommunikation und OPC UA über Sercos

Bei der Controller-to-Controller-Kommunikation (C2C) kann ein Master-Controller innerhalb eines Sercos-Netzwerks mit bis zu 20 Slave-Controllern kommunizieren. In der Praxis soll dies eine deterministische Echtzeitkommunikation auf Feldbusebene ermöglichen: Mit 20 Controllern in einem Pacdrive-Controller-Netzwerk kann der Pacdrive dem Hersteller zufolge so bis zu 2600 Achsen vollsynchronisiert steuern.

Weiterhin bietet C2C einen zusätzlichen Kommunikationskanal für die nicht-echtzeitfähige Standardkommunikation. Dieser Kanal kann für die OPC-UA-Kommunikation über dasselbe Sercos-Kabel genutzt werden. OPC UA bietet umfangreiche Vorteile für die Automatisierung wie z.B. Daten-Browsing und verschlüsselte Kommunikation. OPC UA wird heute von zahlreichen Lieferanten von Automations- und IT-Produkten unterstützt und etabliert sich damit als wichtiger Standard für die vertikale Integration von Automatisierungslösungen. Mit der Kombination von C2C und OPC UA auf den Pacdrive-Controllern will Schneider Electric eine wichtige Grundlage für die Integration von M2M-Lösungen schaffen: horizontale und vertikale Integration über ein gemeinsames Kabel.

Den Platzbedarf im Schaltschrank reduzieren

Mit den Lexium-62-ILD-Servoantrieben will Schneider Electric die Marktführerschaft seiner Pacdrive-Lösung festigen. Die Lexium-62-ILD-Einheiten mit Dreifach- und Einfach-Antrieb sind dank des robusten Gehäuses für die Installation direkt am Maschinenrahmen geeignet. Sie sind kompatibel zur Netzwerklösung für integrierte Lexium-62-ILM-Servoantriebe und sollen den Einsatz von Standard-Servomotoren ermöglichen – ein weiterer großer Schritt in Richtung gehäuseloser Automation sowie zu intelligenteren und kompakteren Verpackungsmaschinen:

  • Plug-&-Play-Technologie mit vorinstallierten Hybridkabeln
  • bis zu 90 % weniger Verkabelungszeit
  • bis zu 70 % weniger Verkabelung
  • bis zu 90 % weniger Verdrahtungs- und Verkabelungsaufwand im Schaltschrank
  • automatische Netzwerkkonfiguration
  • Diagnosefunktionen

Der Lexium 62 ILD ist vollständig softwarekompatibel mit den Lexium-52-Einzel-Servoantrieben sowie mit allen Antrieben und integrierten Antrieben im Lexium-62-Multi-Achsen-Servo-System. Zusammen bilden sie laut Schneider Electric die Grundlage für eine der flexibelsten Servoantriebslösungen, die derzeit auf dem Markt verfügbar ist.

Somachine mit neuen Funktionen

Simulation, semantische Codeanalyse, automatisierte Tests und Subversion-Unterstützung sind wichtige Eckpfeiler einer Software-Anwendung im Bereich modularer Maschinenentwicklung. Pacdrive setzt jetzt diese aus der Software-Entwicklung bekannten Funktionen auch im Bereich der Automation um. Mit der neuesten Version Somachine V4.4 kommt eine weitere Neuerung:

  • Ein integrierter Abhängigkeitsprüfer ermöglicht eine Analyse der Modul-Abhängigkeiten. In diesem Fall ist ein Modul nicht einfach als Programmierobjekt betrachtet, sondern als Modul der Maschine. Verfügt eine Maschine also beispielsweise über ein Einlaufband, kann der Entwickler leicht und schnell alle anderen Maschinenteile identifizieren, die in einer Abhängigkeit zu diesem Förderband stehen.
  • Es können Code-Konventionen definiert werden, sodass Softwareentwicklungsteams unabhängig von den Vorlieben einzelner Entwickler leichter einen einheitlichen Programmierstil durchsetzen können.
  • Somachine kann jetzt unterschiedliche Kennwerte generieren, die die Komplexität des Codes beschreiben. Mit diesen Indikatoren können Schwächen in der Applikationsentwicklung schon früh identifiziert und behoben werden.
  • Weiter verbessert wurde auch das integrierte Testautomationstool Etest. Etest unterstützt ab sofort parametrisierte Tests sowie zusätzlichen Funktionen für die Definition des Testablaufs.

Vollintegrierte Scara-Roboter

Auch bei der Robotik von Pacdrive gibt es neue Entwicklungen: Mit den Robotern Delta 2 (Pacdrive T3 und T5) und Delta 3 (P2, P4 und P6) in Edelstahlausführung verfügt Schneider Electric jetzt über umfassende Kinematiken mit unterschiedlichen Arbeitsräumen und für verschiedene Produktgewichte. Weitere Vorteile sind u.a.:

  • Die fünfte Achse auf dem Tool Center Point bietet einen neuen Flexibilitätsgrad für die Delta 3 Kinematik,
  • schnellere Inbetriebnahme mit Smart Template,
  • Direkte Kontrolle der Scara-Kinematik von Stäubli mit Lexium-Servoantrieben in Pacdrive-Architekturen.

Pacdrive, Lexium und Somachine sind Teil der Automationsarchitektur für Maschinenentwicklung: Ecostruxure Maschine. Diese sollen es Maschinenbauingenieuren ermöglichen, mithilfe der neuesten digitalen Technologien und offener Standards sicherere, vernetzte und effizientere Maschinen zu konstruieren. (sh)

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