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Kugelgewindetrieb Schlichtes Bauteil versteckt komplexe Technik

| Autor / Redakteur: Andreas Kropp / Dipl.-Ing. (FH) Sandra Häuslein

Welche Vorteile Kugelgewindetriebe gegenüber anderen Technologien in der linearen Antriebstechnik haben und was heute Stand der Technik ist – NSK gibt einen Überblick.

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Zu den aktuellen Neuheiten bei den NSK-Kugelgewindetriebe gehört die „Super-Large“-Serie für elektrische Kunststoff-Spritzgießmaschinen bis 3000 t Schließkraft.
Zu den aktuellen Neuheiten bei den NSK-Kugelgewindetriebe gehört die „Super-Large“-Serie für elektrische Kunststoff-Spritzgießmaschinen bis 3000 t Schließkraft.
(Bild: NSK)

Eigentlich ist es ganz einfach: Als klassische Linearantriebe führen Kugelgewindetriebe eine lineare Bewegung von A nach B aus. Aber die vielen Anwendungen, in denen sie zum Einsatz kommen, zeigt schon die Komplexität der Technik im Detail, die hinter dieser Beschreibung steckt. Tonnenschwere Formwerkzeuge von Spritzgießmaschinen werden über Kugelgewindetriebe geöffnet und geschlossen, Schlitten von Werkzeugmaschinen positionieren mit Hilfe dieser Linearsysteme, und in verfahrenstechnischen Anlagenkomponenten gewährleisten Kugelgewindetriebe die hochgenaue Dosierung von Flüssigkeiten.

Dabei „erobern“ Kugelgewindetriebe seit einigen Jahren auch Anwendungen anderer Bauarten von Linearsystemen wie pneumatische und vor allem hydraulische Achsen.

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Diesen Trend hat NSK nicht nur begleitet, sondern maßgeblich beeinflusst. Vor knapp sechzig Jahren hat das Unternehmen, das in diesem Jahr sein hundertjähriges Jubiläum feiert, den ersten Kugelgewindetrieb entwickelt und seitdem dieses Geschäftsfeld kontinuierlich ausgebaut. Sieben Fertigungsstätten in fünf Ländern auf drei Kontinenten produzieren Komponenten und Systeme der Lineartechnik, darunter rund 60.000 Kugelgewindetriebe pro Monat. Das europäische Produktionswerk für NSK-Linearprodukte befindet sich in Newark/Großbritannien.

Maschinenbau im Fokus

Das NSK-Produktspektrum der Kugelgewindetriebe reicht vom Miniaturantrieb mit 4 mm Durchmesser für die Medizintechnik bis zu 14 m langen Einheiten, die u. a. in Systemen zur Schwingungsdämpfung von Hochhäusern und Brücken eingesetzt werden. Den größten Anteil macht aber nach wie vor der Maschinenbau aus, insbesondere die Werkzeug- und Kunststoffmaschinen. Hier profitieren die Maschinenbauer davon, dass diese Antriebstechnik das Programmieren und Abfahren exakter Fahrprofile von Beschleunigen, Abbremsen und Halten der Last bzw. des Drucks erlaubt. In der Praxis führt dies dazu, dass die Zykluszeit verkürzt und – bei Kunststoffmaschinen – zugleich die Qualität des Spritzgießteils oder aber – bei Werkzeugmaschinen – die Präzision der Bearbeitung verbessert werden kann. Außerdem arbeitet der Elektroantrieb mit hoher Energieeffizienz und ohne das Risiko von Leckagen.

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